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HARVARD COLLEGE LIBRARY

FROM THE LIERARY OF ALBERT ANDREW HOWARD CLASS OF 1882 POPE PROFESSOR OF LATIN

nr

RECEIVED NOVEMBER 24. 1028

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Mufik-Sexikon.

"goisfreien Baplır.

Mufik-Sexikon

Dr. Hugo Riemann,

Zebhrer am Konjervatorium zu Hamburg.

Cheorie und Geſchichte der Mupk, die Tonfünftler alter und neuer Zeit mit Angabe ihrer Werke, nebſt einer vollftändigen Inſtrumentenkunde.

Zweite, vermehrte Ausgabe.

1509300 - -

Leipzig Verlag des Bibliographiſchen Inſtituts 1884.

art TG S L) 2 ß 7 HARVARD COLLEGE LIBRARY FROM THF LIBRARY OF

PROF. ALBERT ANDREW HOWARB OCT. 15, 1929

Alle Rechte vom Verleger vorbehalten.

Borwort.

Das vorliegende Mufik-Lexikon fol in erſter Linie dem Mufiter und Dufitfreund kurze und bündige Auffchlüffe geben über Lebens- zeit, Schickſale und Berdienfte von Komponiften, Birtuofen und Lehrern jeiner Sunft, über die Gefchichte und den gegenwärtigen Stand der Kunſt jabft fowie ihrer Theorie und der mufifalifchen Inſtrumente. Nach Möglichkeit ift die relative Ausdehnung der Artikel in Einklang gebracht worden mit der Bedeutung ihres Inhalts. In der Auswahl der Ar- titel war eine gewwifle Beichränkung durch Raumrüdfichten geboten, trotzdem bei der Fülle des Materiald dem Buch jchon ein größerer Umfang be- willigt wurde als andern der Sammlung. Der Gefahr einer Inhalt» Iofigfeit der Artitel wegen zu großer Anzahl derſelben einer Eigenichaft, die gewifſe muſiklexikaliſche Verſuche der neuern Zeit zum „warnenden Beilpiel” gemacht hat war nur auf dieſe Weije zu begegnen. Die Gemeinfaßlichkeit ift bei der Darftellung als ftrenges Geſetz im Auge behalten worden; doch glaubte der Verfaſſer darin nicht fo weit gehen zu dürfen, daß jchlieplich ſelbft der nur praftifch gebildete Or⸗ cheſtermuſiker in den tbeoretifchen und Hiftorifchen Artikeln nicht mehr jände, ala er jelbit weiß. So wie das Buch ift, wird es auch dem höher gebildeten Mufifer und dem Dann der Muſikwiſſenſchaft Inter⸗ eſſe abgewinnen und dem ftrebjamen Kunftjünger mancherlei Anregung geben. Im Gegenjah zu Schuberths „Muſikaliſchem Konverjationd- teriton” und ähnlichen Büchern ift verfucht worden, auch für ältere Epo— hen der Muſikgeſchichte Intereffe und Verſtändnis in weitern Streifen zu weden, was gewiß im Hinblid auf die eine immer breitere Bafis gewinnenden Verſuche der Wiederbelebung von Werfen des 16. und 17. Jahrhunderts nur Billigung finden kann. Die Lehre vom mufilalifchen

VI Vorwort.

Sab (Harmonielehre, Kontrapunkt, Sompofition) konnte nur in allge= meinen Umriffen und binfichtlich einzelner hervortretender Spezialfragen Aufnahme finden; wer der Kompofitionglehre wirklich näher treten will, wird fich Belehrung nicht aus einem Lexikon holen, fondern fich an die jyſtematiſchen Lehrbücher Halten. Ebenſo konnte die Geichichte nur in tabellarifcher Form und einigen Inappen Spezialartiteln gegeben werden. Die Aufgabe des Lexikons ift, für folche Gebiete die gute Litteratur nachzuweifen; dieſer Geſichtspunkt wurde durchweg Teitgehalten, auch für die Biographien. Der bei dem großen wie dent Heinen Mendel-Reik- mannſchen Lexikon herbortretende Mangel einer ungenügenden Berüd- ſichtigung der Litteratur wird daher in dem vorliegenden Buch nicht bemerflich fein. Auch eine möglichſt vollftändige Aufzählung der Werte der Komponiſten wurde verjucht; wenn auch hier Raumrüdfichten eine ziemlich enge Schranke zogen, jo wird man doch mehr finden als in den andern Büchern gleichen Umfangs. So hofft denn dieſes neue Nach- Ichlagebuch in mancher Beziehung eine wirkliche Lüde auszufüllen und dadurch ſeine Dafeinzberechtigung nachzuweiſen.

Die biograpbifchen Daten lebender Tonkünſtler ſtützen fich zumeiſt auf originale, direft eingeholte Informationen; leider blieb jedoch auch manche Anfrage unbeantivortet. Von den Männern, welche zur Er- langung biographifcher Notizen dem Herausgeber behilflich waren, feien mit bejonderer Anerkennung genannt: Dr. Hang von Bülow in Mei- ningen, Mathis Luffy in Paris, Wjätſcheslaw Roſſolowski in Peteräburg, Martin Röder in Mailand (jebt in Berlin), %. Flo— rimo in Neapel, U. Berwin in Ron, Richard Hol in Utredht, €. Gregoir in Antwerpen, W. %. ©. Nicolai im Haag, E. Dann- reuther in Zondon und Dr. %. Damrojch in New York. Berid;- tigungen faljcher oder unvollftändiger Daten wird die Verlagshandlung jederzeit danfend entgegennehmen.

Hamburg. Dr. Bugo Riemann,

r

Aift ber Rame des erften Tons unfrer Grmbitala (AB[HJCDEFG), vet. Grund» Hals, Die Jtaliener, Franzoſen und Spas nier nennen den Ton la oder (beſonders in ältern theoretifchen Werken) mit dem volfändigen Solmifationdnamen A la- mire, audy wohl A mila; vgl. Solmifation u Vxiation.

Die A der verfchiebenen Oftaven wer: den in ber Buchftabenbezeichnung durch fäge voneinander unterfchieben. Der tamtumfang der muftfalifch brauchba= ren Töne reicht vom Doppelfontra=C big um fechögeftrichenen c, d. h. durch neun Maven; doch kommen bie allertiefften wie die allerböchften Töne biefer Riejen-

Leine Dltave eingeſtrichene Ott. —— ———— —— edefgahcedefgah

edefgshcdef g’a h’ c“ Genen) nd)

Beine Ottave eingefirih. Oltave

HAGFEDC ıH ıA ıG ıF ıE ıD ıC

A.

jfala nur in der Orgel vor; notiert werden dieſelben nicht, ſondern tfeten bloß als Klangverftärfungen auf (in der 32füßi: gen Stimme einerfeitö und ben kleinſten Hüfsftinnnen Quinte ?/s ober Ys und Terz /s anderſeits; |. Fußton). Die Noten: ſchrift kann zwar dieſe Töne auch wieber- geben (durch 8re und Sva basa oder auch durch 1d=® und 15m bessa), doch find die gewöhnlichen Grenzen der En An bie unfrer heutigen großen Konzertflügel mit dem Umfang vom Doppelfontra= A bis um fünfgeftrihenen c; vgl. folgende

berficht, in welcher zugleich die übliche Buchftabenbezeihnung der Noten ange- geben ift.

+ Dislant- Tenors Ulees jchlüfſel jchlüſſel e‘ « e . Doppel- große Oktave Kontra » Dftave Kontra ,

EaA

Überfiät der Noten und Schläſſel und ihrer Bezeichnung Das eingeftrichene c (c’) ift das in der | mein gefimmit, indem es die Oboe angibt.

Nitte des Klaviers gelegene; nach dem ang a (a’), oben in fämtlichen Shlüfeln durch eine 9-Note hervorge⸗ hoben, wird in unſern Orcheftern allge:

Die

früher fehr ſchwankend war, tft durch die

franzöfifche Akademie 1858 auf 875 ein«

fache, reip. 437,5 Doppelfhwingungen in 1

ormaltonhöhe desfelben, welche

2 A# Abbreviaturen.

der Sekunde feftgeftellt (Parifer Kammer: ton, auch »tiefe Stimmunge genannt, sum Unterfchieb von der erheblich höhern, die zuletzt [in verfchiebenen Ländern und Städten verfchieben] übli war); bie Barifer Stimmung (Diapason normal) wird jetzt allmählich überall eingeführt. In Deutihland und Frankreich haben auch bie Stimmgabeln, nach denen bie Klaviere geftimmt werden, die Tonhöhe des a (ober a’), während fie tn England auf c” geftimmt find. Auf ben Titeln alter Stimmbücher bebeutet A foviel wie Altus (Altftimme). In neuern Bartitu: ren und Stimmen werden die Buchftaben (A—Z, Aa—Zz) ald Mertzeichen einge: Ichrieben, um beim Einftubieren das Wie- beranfangen von einer beliebigen Stelle an zu erleichtern. In neuern theoretijchen Werten (bei Gottfried Weber, M. Haupt: mann, ©. F. Richter u. a.) werben bie Buchſtaben in ber Bedeutung von Affor: den gebraucht; dann bedeutet A ben A. dur-Aftord, a ben A moll-Afford zc. In den ältern To⸗ narien 2c. des Gregorianiſchen Kirchenge⸗ ſangs, beſonders den mit Neumen no: tierten, bedeutet einzu Anfang beigeſchrie⸗ benes a, daß fich der Gefaug im erften Kirchenton bewegt. In italienifchen Bortragsbezeichnungen ijt a als »mite, »zue, »aufe, »ane, »bei« 2c. zu ũberſetzen, 3. B.: a due, zu zwei (zweiftimmig), ſ. die betr. Hauptivorte.

a = ais, bag um einen Halbton er⸗ Erd

höhte a ſchluß an die Generalbaßbezifferung (eigentfich #) f. v. w. der Dreiffang von

a mit erhöhter Terz, d. h. A dur-Akkord, und endlich A dur-Tonart. Im Gegen- fat dazu bedeutet a4 ober ab den A moll- Aftord oder bie A moll-Tonart. Doch ift diefe Bezeichnungsweile keineswegs allge- mein und zufolge ihrer Mebrdeutigkeit nicht empfehlendwert. Bel. Slangichlüffel.

sron, 1) Abt der Klöfter zu St. Martin und St. Pantaleon in Köln, geft. 14. Dez. 1052; Berfafier des in ber St. Martinibibliothet befindlichen Trak⸗

; bann aber im An

tat$ »De utilitate cantus vocalis et de modo cantandi atque psallendi« ſowie noch eined andern (nach Trithemius): »De regulis tonorum etsymphoniarum«. 2) Bietro, auch Aron gefchrieben, be: beutender Mufiktheoretifer, geboren um 14% zu Florenz, geftorben zwifchen 1545 und 1 62; Kanonikus in Rimini, fpäter (1536) Mönd) vom Orden ber Kreuzträ⸗ ger, erit in Bergamo, dann in Pabua, Autept in Venedig, gab heraus: »I tre

ibri dell’ istituzione armonica« (1516, auch Fateinifh von G. A. Tlaminio); »]l Toscanello in musica« (1523, 1525, 1529, 1539 u. 1562); »Trattato della natura et cognitione di tutti gli tuoni di canto to« (1525); »Lucidario in musica di alcune opinioni antiche e moderne« (1545) und »Compendiolo di molti dubbi segreti et sentenze intorno al canto fermo e fi « (obneSahr).

Abaco, Evariita . bel, geb. 1662 zu Verona, ENDE DEN als furfürftlich bay: riſcher Kapellmeifter 26. Febr. 1726 in Münden; veröffentlichte Sonaten für Bioline mit Continuo und Konzerte für Streidinftrumente.

Abb., Abtürzung von abbassamento (di mano), »Tieferftellung«e, deutet bei einer Kreuzung ber Hände in Klavier: oder Orgelfompofitionen an, daß die betr. Hand unter der andern fpielen fol.

Abbandono (ital.), Hingebung. Ahhe Paine, cadet und Als, j. Saint.

Abbellimento (ital.), f. v. w. Ber: zierung (f. d.).

Abbey (ipr. abbeh), John, berühmter Pariſer Orgelbauer, geb. 22, a 1785 zu Wilton geſt. 19. Febr. 1859 in Verſailles. Viele Orgeln in Paris und in der Provinz ſind von ihm erbaut oder umgebaut. 1827 baute er die Orgel für die nationale Ausſtellung, desgleichen bie leider 1830 zerſtörte Er: preſſivorgel in den Tuilerien (beide von S. Erard entworfen).

Abbreviaturen (Abkürzungen)find ſowohl in der Notenſchrift Aiß als in den beigefügten ——— in großer Zahl üblich. Die BL: ften A. ber Notenichrift find: 1) Die

ne

Anwendung bed Wicderholungszeichens | 4) Beim Vorkommen einer größern An- (Reprife), anfatt daß eine Anzahl Takte | zahl von Taften Pauſe die Bezeichnung oder ein ganzer Zeil zweimal außge: |der Zahl ber Tate über fchrägen Balken: ſchrieben wird: - 10

Abbreviaturen. 3

Presse:

F 9) Das Arpeggio für die Auflöfung in

auch wird flatt befien, beſonders bei Wie | eine vorher gebrauchte, ausgeführtere Art

berholung weniger Zalte, bie Bezeich- | der Akkordbrechung:

uumg bis (>3mweimal«) angewandt: bis

felten iſt tris (»dreimal«)). 2) Bei Wieder: Bolungen eier Turzen Figur dad Zeichen

oda 7, auch 2:

6) Das Dftavenzeichen I Bermeibung der vielen Hilfslinien für ſehr hohe oder ſehr tiefe Noten:

3) Bei Wieberhofungen desfelben Ton in Bann falt: turzen Notenwerten bie Anwendung von * Roten längerer Geltung mit Anbeutung, in weldhe Notengattung fie aufgelöft wer- den follen:

Die Bezeichnung con (coll’) ottava oder con ottava bassa anſtatt ausge⸗ ſchriebener Oftaven:

8) In Bartituren, wenn verjchiedene Sn: firumente dasſelbe zu fpielen haben, Die Anweifung col basso (»mit dem Stontra: baß«, d. h. diefelben Noten wie biefer), col violino ıc.:

4 ABLE, mufitaliiches Abenheim.

anftatt baß nochmals diefelben Noten ge- fchrieben werden. Ahnlich wird öfters in Llavierfachen, wenn beide Hänbe biefelben Paffagen in verfchiebener Dftavlage ſpie⸗ len, nur der Bart ber einen Hand ausge⸗ ſchrieben, während der ber andern, nach⸗ dem durch wenige Noten bie Entfernun

der Hände poneinanber feftgeftellt ift, hard »all’ unisono« oder einfach »unisono«:

bezeichnet wird. 9) Auch bie Phrafie zung wird, wenn fie burch eine Reihe ähnlicher Yiguren diefelbe bleibt, häu⸗ fig nicht außgefchrieben, fonbern durch »gimile« ober »segue« als bem Voraus⸗

gegangenen entfprechenb angebeutet: nie simile

Auch bie Zeichen für Triller, Doppels ſchlag, Morbent 2c. find U. der Noten (ai Bol. Verzierungen und Beiden. Die Abkürzungen ber Vortragsbezeichnungen und Kamen der Inſtrumente find an ihrer Stelle befonberd aufgeführt, 3. B. C. (Basso continuo) unter B, m. 8. (manu sinistra) unter M ıc.

AB 6, muſikaliſches, I. Buqhſtaben⸗ tonſchrift.

A⸗bet⸗dieren nennt man bad Sin⸗ en der Töne mit Ausſprache ihrer Buch⸗ abennamen, welches in Deutjchland feit

Sahrbunderten im Elementargefangun- terricht ftatt des Solmifierens üblich iſt. Bol. Solmifation.

am el re ‚Ben

fa, arab. Diufiffchriftfteller des 14. Jahrh., ift der Verfaffer von brei ung erhaltenen Schriften: »Der Sammler ber Melodien«, »Die Zwecke ber Melodien in ber Kompofition der Töne und Maße« und »ODer Schaß ber Melodien in ber

B.|du

Wiffenfchaft der muſikaliſchen Cyklen«. Dot. Ki SlemerIEr, Die Mufif ber Ara: ber, ©.

Abd el Mumin (Abdolmumin), f. affibbin.

Abeille Apr. aba), I. Ch. Ludwig, geb. 20. Febr. 1761 zu Baireuth, geit. 832 als Konzertmeifter und Hoforganift in Stuttgart; war ein vortrefflicher Kla⸗ vier= und Orgelipieler und fruchtbarer Komponift (Opern, Kammermufit 2c.). Lieber von ihm werben in den Schulen nod gelungen.

Abel, 1) Klamor Heinrich, bergog. Kammermuſikus zu Haunover, gab 1674 bis 1677 drei Zeile Anftrumentalftüde: »Erſtlinge mufifalifher Blumen«, ber- aus (Allemanden, Eouranten, Saraban⸗ ben 2c.). 2) 2eop. Auguft, geb. 1720 zu Köthen, vortrefflicher Biolinift, Schü: ler von Benba, wirkte an ben Hoflapellen inBraunfchweig, Sondershauſen (1758), Schwedt und werin (1770) und hat ſechs BViolinfonzerte herausgegeben. 3) Karl Friedrich, Bruder bed vori- gen, geb. 1725, geft. 20. Juni 1787 zu

ondon; ber letzte Gambenvirtuofe und feiner Zeit bochangefehener Komponift, 1748—58 Diitglied der Dreßbener Hof⸗ Tapelle, danach auf Konzertreifen, 175 1782 in Zondon, wo er ßgefagt und all⸗ gemein verehrt wurde und auch nach vor⸗ übergebendem Aufenthalt in Deutſchland Rarb. Seine Kompofitionen zeichnen ſich bie ber Gambe * Weich⸗ heit der Empfindung aus, beſonders ſind ſeine zahlreichen Sonaten und Konzerte für Klavier mit Streichinſtrumenten ſo⸗ wit feine Quartette hervorzuheben.

Abela, 1) Karl Gottlob, Geſangs⸗ komponiſi, geb. 29. April 1803 zu Borna in Sachſen, geft. 22. April 1841 als Ran: tor an ber Yrande- Stiftung zu Halle; bat ein Lieberheft für Schulen fowie zahl⸗ reihe Männerchorlieber herausgegeben. 2) Dom Placido, Brior des Klofters

onte Caſſino, geitorben im Juli 1876, war ein tüchtiger Orgelfpieler und kirch⸗ licher Komponiſt.

Abenheim, Joſeph, geb. 1804 zu Worns, verdiente Mitglied der Hof: kapelle in Stuttgart (Violinift), 1854 zum

ei

Abert Accelerando. 5

Mufifbireftor ernannt, bat viele Entr’- actes, Ouvertũren 2c. gefchrieben; doch find im Drud nur kleinere anfprechendbe Saden für Klavier und Gefangerfchienen.

Abert, Johann Joſeph, einer unfrer bedeutendern lebenden Komponiſten, geb. 21. Sept. 1832 zu Kochowitz in Böhmen, erbielt feine erfte mufifalifche Ausbildung ald Ghorfnabe zu Gaſtdorf und Kloſter Leipa, floh aber aus bem Klofter und wurde, dank ber Unterftügimg eines Ber: wandten, Schüler be Prager Konſerva⸗ teriums unter Kittl und Tomaczel. 1852 wurde er an in a bien

arter e engagiert unb erhie 1867 2 Eckerts Weggang bie Hoffapell« meifterftelle daſelbſt. Abert3 © moll-Sym: rhonie (1862 zuerftaufgeführt), feine 68 phoniſche Dichtung »Kolumbus« (1864) ſowie ſeine Opern: »Anna von Lands⸗ trone, »Konig Enzio«, »Aflorga«, »El- tehard«,, ferner Duvertüren, Quartette, Lieder ꝛc. baben feinem Namen einen guten Klang gemacht.

ſ. Strophe, 1. Abbreviaturen.

Abos, Girolamo, Komponift ber neapolitan. Schule, geboren Anfang des 18. Jabrh. zu Malta, geftorben um 1786 in Reapel; Schikler von Leo und Durante, fhrieb für Neapel, Benedig, Rom und Zurin Opern, welche von ben Zeitgenof- ſen jehr hoch geflellt wurden; 1756 —57 dirigierte er bie Italieniſche Oper zu Lon⸗ bon und brachte feinen » Tito io« zur Aufführuug. 1758 wurde er als Lehrer am Gonfervatorio bella Piet& be’ Turchini zu Reapel angertellt. Außer den Opern: »La pupilla e'l tutore«, »La serva pa- drana«, »Ifigenia in Aulide«, »Arta- serse«, »Adriano« und »Tito io« hat er auch eine große Anzahl kirchlicher Kompofitionen geſchrieben.

| m, f. Braham.

Abſolute Muflt (db. h. Mufit an]d

ih, ohne Beziehung zu andern Künften oder zu ne welchen außer ihr liegen⸗ den Borfiellungsobjeften) ift ein Termi⸗ mus, der in neuerer Zeit das Loſungs⸗ wert einer großen Bartei unter ben Mu⸗ fernund en bildet. Die a. M. t im Gegenſatz zur »malenden« oder

»darftellenbene« ober »Programme:Mufif, d. 5. zu ber Muſik, bie etwas Beſtimmtes ausdrücken fol. Nach der Anficht einer bupermodernen Minorität ift alle Muſik, die nicht einen poetiſchen Gedanken zum Ausbrud bringt, leere Spielerei. Umge⸗ fehrt ſprechen ultrafonfervative Muſiker ber Muſik ganz und gar bie Fähigkeit ab, etwas ——— Bol. uiſthetit. Abſtrakten (franz. Abroͤgés) heißen Zeile des Regierwerks ber Or: gel, nn begin wirken, im Gegenfab zu ben brüdend wirkenden Stechern (f. d.). Abt, Franz, geb. 22. Dez. 1819 zu Eilenburg, befuchte die Thomasſchule in Leipzig und follte Theologie ieren, wanbte fich aber bald der Muſik zu, biri- gierte einen »philharmonifchen« Stuben- tenverein umd verluchte ſich als Kompo⸗ nift mit Beifall. 1841 wurbe er Muſik⸗ bireftor am Hoftheater zu Bernburg, ging aber noch in demſelben Jahr in gleicher Eigenſchaft an das Aftientheater in Zü⸗ rich, ne Be zu feiner Mon Bo a oglich braunfhweigiihen Hofkavpell⸗ er (1852) Kite 1872 befuchte er auf Einladung verfchiedener großer Ges fangvereine Nordamerifa und feierte außerordentlihe Triumphe. U. erfreut ch einer jeltenen Popularität; feine Lie r und Männerauartette, deren er eine fehr große Zahl herausgegeben, ſtehen der tünftlerifchen Faktur nad) durchaus nicht hoch, zeigen aber vielfach eine fließende nefebiiche Erfindung, oft freilich ſtark ans Sentimentale ftreifend. Einzelne ber: elben find vollftändig VolfSlieber gewor: en (»Wenn die Schwalben beimmärts iehne, »Gute Nacht, du mein berziges Binde 2c.); unter den Chorliebern Anb einige von poetifcher Schönheit (Die ftille Waſſerroſe«). 1881 wurde A. in Ruhe⸗ ftand verjekt. A. cappella (ital.), im Kapellſtil, für ——— allein ohne jede Inſtrumentalbegleitung (f. Kapelle). ceademia, f. Atademie. Accademia degli Arcadi, |. %- kadier. Accarezzevole (ital.), ſchmeichelnd, ſ. v. w. Iusingando. Accelerando (ital., pr. attig), be⸗

6 Accent Acciaccature.

ſchleunigend, fchneller werdend, allmäh⸗ lich (nicht mit einem Mal) ſchneller. Aecent, 1) die ——— Celine: Töne vor den andern durch ſlaͤrkere Be⸗ tonung. Sofern bie Accente in furzen Zeitabjtänden einander regelmäßig folgen und die fortlaufende Tonreihe in.Tafte teilen, find fie metrifche Accente (f. Dies teit); fofern fie Dagegen innerhalb bes fches matifchen Verlaufs ber Takte das eigent- liche mufifalifche Reben repräfentieren und melodiſch⸗ rhythmiſche Motive markieren, ber Taktgliederung nicht widerfprechend, aber freifich * derſelben bewegend, ſind W rhythmiſche Accente (j. Khyth⸗ min; Jofern jie die Aufmerffamleit auf ber Tonart fremde Töne lenken, bie eine Mo⸗

bulation einführen zc., find fie ha rin o⸗ nische, fofern fie die Spigen ber Dielobie ervor melobdbifche Accente, und endlich, ſofern fie im Widerſ mit den im vorigen angebeuteten einfachen Geſetzen der Accentuierung ftehen umb be⸗ onbern Zwecken bed Künftlerd (Kontraft, berrafhung, Effekt) dienen, find fie Bene ine Accente (f. Aumruch. ) Eine früher durch befonbere Zeichen ge forderte, heute veraltete Verzierung (ital. accento), etwa unferm Vorfchlag ent- fprechend. Der A. wurbe verfchiebenartig angedeutet; feine Ausführung geſchah fo, ae ber Note, vor welcher das Zeichen des Accents ftanb, ihre Ober⸗ oder Unter⸗ fetunde vorausgeſchickt wurbe.

tenwerten verlor bie folgende Note bie Hälfte ihreß Werts, bei Fürzern Noten weniger. Walther (1732) unterjcheidet noch einen boppelten A. (accento dop- pio), bei dem bie erfte Note verfürgt und die zweite burch eine Art Bortament vor: ausgenommen wirb; berjelbe fällt dann mit dem Port be volr völlig zuſammen:

Bei ſchneller dor Be | und kurzen No

Die Bezeichnung burch iſt indes eine

feltene; die oben gegebenen Zeichen be& einfachen Accent? werben vielmehr bald fo, bald fo verftanden und bie Benennun- en A., Chute, Bort be voir als gleich- eutenb gebraucht. Bel. aud Aſpiration. Aecente ala mufitalifche Noten aufzu- faffen und zu beuten, bat man fchon ver- ſchiedentlich verfucht, befonberg die A. ber hebräiſchen Sprache (vgl. Anton). Al- lerdings iſt e8 kaum zweifelbaft, daß die Accentuation der Pſalmen zc. eine Art Notenfchrift war, aber wohl nur in dem Sinn wie bie Neumenfchrift (bie ja allem Aufchein nach auß ben griedhi-

eine Hilfe m ben, welcher die Melobie durch mündliche Tradition erlernt Hatte. Daß bie brei griechifchen X. in ber Bebeu- tung ihres Wortſinns die Urelemente ber Neumenfchrift find, tft Teicht erfichtlich ( oxytonon = Erhebung ber Stimme = Birga ’; ferner" barytonon = Senfung der Stimme Sacend, Pımnctus °- und a ober es ——— ein Hin⸗ und Herziehen ber Stimme, Schnörkel Plica). Vgl. Reumen.

Accontas ift als ein Teil des katholi⸗ fhen Ritualgefangd ber Gegenſatz von Concentus. Unter demftamenConcentus begreifen die ältern Anweiſungen für den Gregorlanifshen Befang alles, was ber Geſamtchor —— bat, d. h. Hym⸗ nen, Pſalmen, Reſponſorien, Halleluja, Sequenzen 2c.; unter A. dagegen ben Kollekten⸗, Epiftolar=, Evangelien- und Leftionston, überhaupt bad, waß vom Priefter und ben andern Altarbienern ge- fungen oder —— recitiert als

efungen wird. Der ält zumeifl ben= elben Ton feft und zeichnet nur bie In⸗ terpunttionen des Textes durch Hebungen Frage) ober Senfungen (Punkt) des onfalls aus.

ſchen Accenten hervorgegangen iſt) näm:| Acciaceatüra (ital., fpr. attfga-, Ju= (ih eine ungefähre Tonbezeichnung, ſammenſchlag), eine veraltete Verzie⸗

Hecidentalen Adam.

rung beim Orgel⸗ ımb Klavierfpiel, bie im gleichzeitigen Anfchlag ber Meinen Un⸗

terſekunde mit einem Aftordton beitand;

body mußte ber Nebenton fofort wieder

losgelaſſen werben. Die A. wurde jelten

kleine Roten) vorgefchrieben, ge

börte vielmehr zu ben beliebten Zuthaten der Organiften unb Gembaliften.

Uctidenialen, Acteidentien, f. Ber

Aceompagnaio (ital., | anjs,) al., ſpr. ⸗p »begleitet⸗techniſcher Ausdruck für das mit fortgehender Begleitung verſehene Recitativ zum Unterfchied vom Secco⸗ recitativ, bei welchen nur bie Harmo⸗ nien kurz angegeben werben. Wersrbien, |. v. w. Ziehharmonite.

j. Sure.

Seerbsit (ir. Dar), franz. Name bed Stimmhammers für bie Klaviere fowie des Stinmhorus für bie metallenen La⸗ bialpfeifen ber ef.

Acerescondo (ital. fpr.«treiä>),|.v.w. crescendo.

Uderd (ir. alchahr, LEon, bebeutenber Sänger (Iyrifcher Tenor), ge. 16. Febr. 1831 zu Eyon, Schüler von Borbogni am Pariſer Konfervatorium, debütierte 1854 am Theatre Igrique, war 1856—62 am Grand Theätre zu Lyon, 1862—71 an ber Opeꝛͤra comique zu Paris und ift = erneuten Studien in Mailand feit 187 an ber Großen Oper zu Paris.

Adtel, der achte Teil einer Taktnote (2 ober, wenn mehrere A. gemeinfame

Querſtriche Haben, N. Der alte Name des Achtels if »Fuſa«, eine alte, aber noch bis Anfang vorigen Jahrhunderts vorfonmmenbe Geftalt N ber gegenüber

das Wiertel als auftritt. Die Achtel—

panfe bat bie Geſtalt 7, alt "]; baneben beſand im 16. und 17. Jahth. bie ben Achteln mit weißem Notenkopf entipres

tHüßig, I. Suhten. 1. Bei ift der el. Hub. für Rechanik (der Orgeln, ber Klas 2C. ic (Säarf), eine gemiſchte

H

Stimme ber Orgel, bie in ber Regel eine Terz bat und Meiner als Mirtur ift, d. t mit böhern Tönen anfängt (drei biß fün fach zu 1”/s und 1 Yuß). A (ipr. adahdſcho), eine ber Älteften Zempobezeichnungen, bie ſchon zu Anfang bes 17. Jahrh. vorkommt; a. bebeutet im Italieniſchen: bequem, behaglich, hat aber für die Muſik im Lauf der Zeit Die Bebeutimgponlangfam, jafehr lang: ſam (aber nicht fo langjam wie largo) erhalten. Die Bezeichumg a. Tommt ſowohl innerhalb eines Tonttüds für we⸗ nige Noten wie auch zu Anfang eines Satzes als Tempobeftimmung für deſſen ganze Dauer vor, fo baß man jebt ge wöhnlih umter einem A. einen ganzen Sag einer Sonate, Symphonie oder eines Quartetts ꝛc. verfieht. Gewöhnlich ifl das A. der zweite Sab, doch find Aus- nahmen nicht felten Symphonie von Beethoven, Waldſymphonie von Raff u. wi man nennt einen folhen Satz auch dann ein A., wenn er einen beweg⸗ tern Teil (andante, piũ mosso u. dgl.) enthält. Der Superlativ adagissimo Ya adagiosissimo), äußert lang= ame, ift felten. Die Diminutivform ada- gietto bedeutet: ziemlich langſam, b. 1 nicht fo langſam wie a.; als Überſchrift kennzeichnet ſie ein langſames Säychen von er Dauer (kleines A.). Bel. Tempo. am, 1) Louis, geb. 3. Dez. 1758 u Miettersholtz (Elſaß), einer deutſchen milie entſtammend, geſt. 11. April 1848 in Paris; ein vorzüglicher Muſi⸗ ter, ber Bach unb Händel gründlich flu- bierte, 1797 —1 Profeſſor bes Kla⸗ vierſpiels am Pariſer Konſervatorium, Lehrer von Kalfbrenner, Herold u. a., ift der Berfaffer einer vorzüglichen > Mes thobe des Klavierfpield« (1802; überſetzt von Czerny, 1826), auch hat er lavierſona⸗ ten, Variationen ꝛc. —2) Adolphe Charles, Sohn des vorigen, bekannter Operntomponift, geb. 24. Juli 1803 zu Paris, geft. 3. Mai 1866; follte eigentlich ein Gelehrter werben, zeigte aber bazu er und Ausdauer; bach auch als Diufiter (1817 wurde er ind Kon: fervatorium aufgenommen) arbeitete er nur nachläffig und flüchtig, bis Boielbieu

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8 Adam de la Hale Adelburg.

ihn in feine Kompoſitionsklaſſe nahm, ba er fein Talent für Melodie entdedte; nun ging es an vorwärtd. Nachdem er fi) durch allerhand Klavierſtüũcke (Transſkrip⸗ tionen, Lieder) bekannt gemacht, brachte er 1829 feine erſte einaftige Oper: »Pe⸗ ter und Katharina«, in ber Opera comique zur Aufführung; ber gute Erfolg ermu⸗ tigte ihn, fo dak ſchnell eine Reihe von 13 weitern Werfen folgte, bis er 1836 mit ben »Poftillon von Lonjumeau« glän» zend durchſchlug. 1846 49 trat ein? vollſtändige Pauſe in Adams Kompoſi⸗ tionsthätigfeit ein, da er wegen eines Kon⸗ flifts mit dem Direktor der Komifchen Oper ſelbſt daran ging, ein Opernunter: nehmen zu begründen (Theätre national, 1847); die Revolution von 1848 rui⸗ nierte feine Finanzen, und nun fing er wieder an, fleißig zu Schaffen. Nach dem Tod feines Vaters N 318 wurde er Kom⸗ pofitionsprofeffor am Konfervatoriumt. Bon feinen 53 Bühnenwerfen feien noch hervorgehoben bie Opern: »Le fidäle berger«, »La rose de Peronne«, »Le roi d’Yvetote, »Giralda«, »La poupte de Nuremberge« fowie bie Balletie: »Qi- sella«, »Le Corsairee xc. Wenn auch feind von Adams Werfen als Plaffifch be⸗ zeichnet werden kann, fo fichern doch die rhythmiſche Grazie und der melodifche Reichtum zum mindeften einem Zeil der- jelben noch eine längere Kortdauer. Eine Eurze Biographie Adams ift 1876 von A. Bougin herausgegeben worben ; vgl. auch »Derniers souvenirs d’un musicien« (autobiographifche Keen und verſchie⸗ dene Sournalartifel aus ber Feder Adams, 1857 —59, 2 Bbe.).

Adam de Ia Hale (oder Halte), mit ben Beinamen le Bossu d’Arras (»ber Bucdelige von Arras«), geboren um 1240 zu Arras, geft. 1287 in Neapel; ein hoch⸗ bebeutender, genialer Dichter und Kom: ponift (Trouvere), von deffen Werfen ung viele erhalten und 1872 von Couſſema⸗ fer herausgegeben worden find (»¶ Muvres completes dutrouvdre A.delaH.etc.«). Das wichtigſte berjelben ift das »Jeu de Robin et de Marion«, eine Art fomifcher Oper (Liederfpiel), in Dichtung und Mufit volftändig erhalten; ferner eine

Reihe andrer Jeux (»Jeu d’Adam« und »Jeu du p&lerin«), Rondeaux, Motets und Chansons. Die Werfe Adanıs de la Hale find von unfhägbarer Bedeutung für die Deufitgefchichte feiner Zeit.

Adams (ipr. adäms), Thoma, vor⸗ züglicher engl. Organift und Komponiſt für fein Suftrument, geb. 5. Sept. 1785 zu London, geft. 15. Sept. 1858 bafelbfi; leitete unter anderm bie muſikaliſchen Aufführımgen auf dem Apollonifon von Jught un⸗ Robſon. Seine veröffentlich⸗ ten Werke ſind Orgelfugen, Zwiſchen⸗ an Bariationenwerke (au für Piano⸗ orte), kleine a Geſangſtücke ⁊c.

Adam von Fulda, ein gelehrler fraͤnk. Mönch um 1490, Verfaſſer eines inter⸗ eſſanten, von Gerbert im 3. Bande der »Scriptores« abgedruckten mufiftbeoreti- ſchen Traktats.

Adcod (ipr. ir), James, geb. 1778 zu Eton (Bud), get. 30. April 1860 ın Cambridge; Chorfnabe in der Georgs⸗ kapelle r Windfor und dann zu Eton, wurde 1797 zum Laienpriefter geweiht,

‚trat fpäter als Mitglied in verſchiedene

Kirchenchöre zu Cambridge, wo er endlich Chormeiſter des King's College wurde. Er veröffentlichte eine Sefangfäute und eine Anzahl Glees eigner Kompofition. —8* (ipr. Andi), Kohn, engl. Romponift, geboren um 1770, geft. SD. Jan. 1844 in London. Seine Hauptwerke find die Singfpiele: »The sleeping beauty«, »The Russian impostor«, »My aunt«e, »Two words«, »Free and easy«, »My uncle«, »Robinet the ban- dit«, »Rose d’amour« unb »The far- mer’s wife< (legtered in Gemeinſchaft mit a andern Komponiften). . Addoloräto (ital.), wehmuͤtig. Adelboldus, Biſchof von Utrecht, geſt. 27. Nov. 1027, iſt Verfaſſer eines von Gerbert im 1. Bande ber »Scriptores« ie mufiftheoretifchen Traftats. delburg, Auguf, Ritter von, Violinift, geb. 1833 zu Konftantinopel, en geiftesfrant 20. Oft. 1873 in erlin; war für bie bipfomat. Karriere beftinnmt, wurde aber fchon 1850 54 Schüler Ray eders, ber ihn zum bervor- ragenben Biolinvirtuofen ausbildete. In

Melung Affilard. 9

son 6Oer Jahren erregte A. durch die Größe feines Tons Auffehen. Er kompo⸗ merte Sonaten und Konzerte für Violine, Streichquartette zc. fowie drei Opern: »Zrinyie (1868 in Belt), »Wallenftein« und »Martimezst

1u33t«. Adelung I Adlung. Ad Ä 0, abgekürzt für Adagio. A to ital), zornig.

Waler, Georg, ungar. Komponiſt, geb. 1806 zu Dfen, tüchtiger Violin⸗ und Rlavierfpieler und ⸗Lehrer, gab eine Reihe guter Rammermufifwerke, Klaviervaria- tionen, Lieder und Chorlieber heraus.

Unigafler, Anton Kajetan, geb. 3. April 1728 zu Luzern, Schuͤler von Eber⸗ lin in Salzburg, geſt. 23. Dez. 1777 ba= ſelbſt als erſter Organiſt ber Kathedrale. Im Archiv der Kapelle zu Salzburg werden verſchiedene größere Kompoſitio⸗ nen von ihm aufbewahrt.

Alung (Adelung), Jakob, geb. 14. San. 1699 zu Bindersleben bei Er⸗ furt, gef. 5. Juli 1762; ftudierte in Er⸗ furt und Jena Philologie und Theologie, trieb aber dabei fo ernflfich mufifalifche Studien, baß er gleichzeitig ala Gym⸗ naſialprofeſſor und ſtaͤdtiſcher Organift zit angeftellt werben konnte und eine erheblihe Thätigkeit als Privat: mufiflehrer entfaltete. U. bat brei für die Mufitgefchichte hochwichtige Werke ges Ihrieben: Anleitung zur muſikaliſchen en (175852. Aufl. 1783, beforgt von ob. Ab. Hiller); >»Musica mecha- nica or ic (1768) und »Muſika⸗ liſches Siebengeftirn« (1768, beibe von x. Albrecht herausgegeben).

Adraſto, peripatetiſcher Philoſoph um 330 v. Chr. Schüler bes Ariſtoteles, bat ein Merk über die Muſik gefchrieben (»Adouoyızay Blßlıa rola«), das ins des nur in Auszügen in ber »Harmonit« ded Manuel Bryennius erhalten ift.

Adrianfen (Hadrianins), Ema- nuel, ansgezeichneter Zautenvirtuofe im 16. Jahrh. geboren zu Antwerpen, gab 1592 beraus: »Pratum musicum etc.«, ane re von Ey: prian di Rore, Orlando di Laſſo, Jachet van Berchem, Hubert Waelrant u. a. in freier Bearbeitung für bie Laute in Tabus

latur (Präludien, Bhantafien, Madrigale, Motetten, Kanzonetten und Tanzftüde).

Adrien (eigentlih Andrien), Mar: tin Joſeph, genannt La Neuville, auch A. l’aine, geb. 1766 zu Lüttich, Baplän:

er an ber Partfer Oper 1785— 804,

ann Nepetitor an demſelben Snftitut, geftorben im März 1822 ala Gefang: lehrer am Konfervatorium; iſt Kompontft ber » e & la libert6« aus Feier des Abmarjches der Breußen (1792) und der Hymne auf die Märtyrer der Freiheit.

A dur-Ullord —= a.cis.e; A dur- Zonart, 3 # vorgezeichnet, f. Tonart.

Alropbeau, ſ. Harmonium.

Aerts (fnr. ahrts), 1) Egide, Flöten: virtuofe, geb. 1. März 1822 zu Boom bei Antwerpen, trat mit zwölf Jahren ins Brüffeler Konfervatorium und machte be: reits 1837 Auffehen in Paris ala Flöten⸗ virtuofe, wurde 1847 Lehrer ber Klöte am Konſervatorium zuBrüſſel, ſtarb aber ſchon 9. Zuni 1853 an ber Schwindſucht. Seine Kompofittionen (Symphonien, ——— zerte 2c.) find nicht gedruckt. 2) F. ..., ge. 4. Mai 1827 zu St. Trond, Schüler

es Brüffeler Konfervatoriums (C. Hanf: fen), wirkte erft einige Zeit als Violinift in Brüffel, fodann ala Kapellmeifter zu Tournay, lebte einige Jahre in Paris und ift feit 1862 Muhkichrer zu Nivelles. ab zwei Schriften Über den Gregoriani= fhen Gefang (plain-chant), ein Schul- liederbuch, Litaneien, eine elementare Mufiflehre fowie eine Reihe Drchefter- phantafien, VBiolinvariationen ꝛc. heraus. oder Aevia, aeuia iſt in den ältern Notierungen des Gregorianifchen Gefangs Abkürzung bed Worts Alleluja (mit Auslaffung der Konjonanten).

Affetto (ital.), Gemütsbewegung ; con a., affettuoso, gemütvoll, mit viel Ausdrud (und feinem Vortrag).

Affllar (oder filar) il tuono (itaf.), ben Ton andauernd gleihmäßig ausftrö- men —38 ungefähr gleichbedeutend mit metter la voce, messa di voce (f. d.), nur daß bei Ießterm gewöhnlich ein Crescendo und Diminuendo mitverſtanden wird.

Affilard (ipr. »lape), Michel d’, Ka⸗ Pd se (Tenor) Lubwigd XIV. 1683

i8 1708, gab eine Lehrmethode für das

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Bomblattfingen (»Principes trös - fa- ciles ete.«, 1705, 1710 u. 1717) heraus.

Affiitto (ital.), niebergefchlagen, traurig.

Affrettando (ital), befchleunigend, f. v. w. stringendo; affrettato, beide. nig ſ. v. w. piũ mosso.

fronio, Kanonikus von Ferrara, geboren Ende des 15. Jahrh. zu Bavia, ift der Erfinder bes Fagotts. Azelins, Arvid Au gu eb.6. Mai 1785, pet. 5. Sept. 1871 ala Pfarrer zu Enföping in Schweden; hat zwei Samm⸗ ungen jchwebifcher Volkslieder heraus: gegeben (mit Melodien): »Svenska folk- visor« (1814—16, 3 Bde.) und »Afsked of svenska folksharpan« (1848).

Agazzari, Agoftino, geb. 2. an. 1578 zu Siena, geitorben bafelbft 10. April 1640; zuerft Deufiter in Dienften des Kai⸗ fer Matthias, barauf einige Zeit Kapell⸗ meifter bed deutſchen Kollegs und in der Folge Kapellmetjter bed römifchen Semi- nard zuRom, wo er mit Biabana befannt wurde und fich feinen Neuerungen ans ſchloß, 1630 Kapellmeifter der u Siena. Ein feiner Zeit Hochangejehener

omponift, deifen Werfe in Deutichland und Holland nachgebrudt wurden (Mabri- galcı Motetten, Pſalmen umb andre kirch⸗ iche Kompoſitionen, darunter viele acht⸗ ſtimmige). A. iſt einer der erſten, welche über die Ausführung ber Generalbaßbe⸗ zifferung Anmweifungen gaben (in ber Bor: rede zum 3. Buch Motetten, 1605). Agelaos von Tegea war der erſte Sie⸗ er im mufilalifchen Agon bei den Pythi⸗ Pen Spielen (559 v. Chr., 8. Pythiade); er ſoll zuerſt als Virtuofe auf der Kithara ohne Belang aufgetreten fein.

Agende (lat. agenda, »was gethan werden joll«) heißen die Vorfchriften [* Reihenfolge und fpezielle Geftaltung der gottesdienfllichen Handlungen befonbers ber reformierten Kirche, die für die katho⸗ liſche Kirche das Rituale beftimmt.

Agidius, 1) U Zamorenfis (Jo⸗ bannes), ſpan. Sranzislaner aus Za⸗ mora um 1270, iſt Verfaſſer eines bei Gerbert (»Scriptores«, Bb.3) abgedruck⸗ ten mufiftheoretifchen Eraftats. 2). de Murino, heoretiker des 15.

Affitto Agoge.

Jahrh., deifen Traftat Über die Menſu⸗ ralmufit bei Couſſemaker (»Scriptorese, Bb. am ebrudt ift.

A (ital. ſpr.ahdſch⸗), Beweglichkeit Agitato (ital., ſpr. ahdſch⸗), aufgeregt.

Agnelli Cipr. anjeni), Salvatore, geb. 1817 zu Palermo, ausgebildet am Kon- fervatorium zu Neapel duch Furno, Zin- garelli und Donizetti, ſchrieb erft eine Reihe Opern für italienifche Theater (Nea⸗ pel und Palermo), ging aber 1846 nach Marſeille, wo er noch Iebt und bie Opern: »La Jacquerie« (1849), »L&onore de Medicis« (1855) unb »Les deux avares« (1860) zur Aufführung brachte; —— ſchrieb er mehrere Ballette, ein Miſerere, Stabat Mater, eine Kantate (Apotheofe Napoleons I., 1856 durch brei Orchefter im Zuileriengarten und hat drei Opern (»Cromwell«, »Stefania«, »Sforza«) im Manuffript.

Agneſi (ipr. anjo), 1) Maria There- fia d’, vorzügliche Klavierfpielerin, geb. 1724 zu Mailand, Tomponierte viele Klavierwerfe und vier Opern (»Sofo- nisbe«, »Ciro in enia«, »Nitocri« und »Insubria consolata«). ) Louis as Leopold Agniez, genannt

uigi A. geb. 17. Juli 1833 zu Erpent (Namur), geft. 2. Febr. 1875 in London; vortreffliher Sänger (Baß), Schüler bes Brüffeler Konfervatoriumd, war eine Zeitlang Kapellmeifter anber Katharinen⸗ firhe und Dirigent mehrerer Vereine zu Brüffel, wurde aber durch ben geringen Erfolg feiner Oper »Harmold, le Nor- mande bewogen, ſich dem Gefang zu wid⸗ men, fudierte von neuem bei Duprez in Paris und lebte bann in verſchiedenen Engagement3 und auf Kunftreifen, bie legten Jahre in London als renommierter

andel⸗Sanger. AB Komponiſt bat er

ch noch in Liedern, Motetten ıc. betbhätigt.

Agnus Dei (Iat., »Lamm Oottes«) f. Meſſe.

Agobardus, Erzbifchof von Lyon, geft. 840 in Saintonge; ift Verfafler dreier mufifalifcher Traftate: »De divina psal- modia«, »De ecclesiae officiis« und >»De correctione Antiphonarli« (abgebrudt in ber »Bibl. Patr.«, XIV).

Agoge ift der griechtiche Ausdrud für

Agon Agricola.

Tempo (chythmiſche A); in der Melodie fi A. die Folge benachbarter Töne. Ugen (gricch.), ſ. v. w. Wettfanpf; ber mufefalijche A. bildete einen weſentlichen Beſtandteil der Feſtſpiele des alten Grie⸗ chenland, beſonders der Pythiſchen Spiele. ini, 1) Ludovico, geb. 1534 zu Ferrara, geftorben daſelbſt als Kapell⸗ meiſter Alfonſos II. von Eſte und Kapell⸗ meiiter der Kathebrale; bat Madrigale, Meſſen, Motetten, Befpern zc. gefchrieben, die teils zu Venedig (Gardano), teils zu Ancona (Lanbrini) gebrudt wurden. 2) Baolo, geb. 159 zu Ballerano, 2 er und Schwiegerſohn von Bern. Rain, geſt.