Aue
| Harvard Botany Libraries
3 2044 105 172 795
HARVARD UNIVERSITY
LIBRARY
OF THE
GRAY HERBARIUM
I
Received L O. Kor we
* * J - x * 2
*
175 | Hamburger Garten- und Blumenzeikung.
Zeitſchrift für Garten- und Blumenfreunde,
Kunſt⸗ und Handelsgärtner.
— —— —— —ͤ—
Herausgegeben von
Eduard Otto.
Garteninſpector. — Mitglied der böhmiſchen Gartenb.-Geſellſch. in Prag. — Ehrenmitglied des anhaltiſchen Gartenb.⸗Ver. in Deſſau; des Apotheker-Ver. in Norddeutſchland; der Academie d' Horticulture in Gent; des Gartenb.⸗Ver. für Neu⸗Vorpommern und Rügen; für die Oberlauſitz; des thüringiſchen Gartenb.-Ver. in Gotha; des Gartenb.-Ver. in Erfurt; in Roſtock; des fränkiſchen Gartenb.⸗Ver. in Würzburg; in Bremen; des Kunſtgärtner-Gehülfen⸗ Ver. in Wien; der Geſellſchaft der Gartenfreunde in Gothenburg; des Gärtner-Ver. Horticultur in Hamburg. — Correſpondirendes Mitglied des k. k. Gartenb.⸗Ver. in St. Peters⸗ burg; des Ver. zur Beförderung des Gartenb. in den k. preuß. Staaten in Berlin; der Geſellſch. Iſis, der Geſellſch. Flora in Dresden; des Gartenb.⸗Ver. in Magdeburg; der Gartenb.⸗ Geſellſch. in Gothenburg; der k. k. Gartenb.⸗Geſellſch. in Wien; der Royal Dublin Society in Dublin und der ſchleſiſchen Geſellſch. für vaterländiſche Kultur in Breslau.
Einunddreißigſter Jahrgang. (Mit 17 golzſchnitten.)
. | Hamburg. 1 Verlag von Robert Kittler.
. 1875
r 7 * * **
unge AS
t ’ u ; ) ( 1 . . ! — 4 EN 7 Be. 7 * 5 4 x t . Ne ge. — — 5 0 * a * . 1 4 wi h * f y Mi y f Sa 7 2 0 nn A K = * 1 f f 2 7 1930 3 nne J
77 5 ao | ES
. r 1 ( x { 4 9 Fo j 4 „ * 7 ak 2 h 0 . oe e A ‘ u ' 9 rennen MEN 5 E N K+ ’ * r ee 9 e l e e A ee Sr 4 >. * J N n * 4uks: ar we +8 1 nen 7; an * 1 I 1 { n ee er | and, g e enn 3 ” 1 u k f Hi f 7 A) 17 I 3 94 “u N HT 5 5 L x „ 13 1 1 71 * 0 1 14 MA in * 5 1698 * 7 * a er * ie x 3 * * 1 19 5 „un N Kann 2 1 1 * 4 N 8 546 ** * . 9 44 n y ou — nr a er —
1 2 22 20 y 4% A 2 . ) 7 . 2 » * 1 1 1 * * 1 6 * * 1 7 u 1 f + 4 *
Inbalts-Vegerchniss,
J. Verzeichniß der Abhandlungen und Mittheilungen.
Ackerkultur als Muſter für Gartenkultur. Von Dr. H.
Adiantum gracillimum, ein empfehlenswerthes Farn kr die neuen Arten. Von André de Vos
Aepfel aufzubewahren 3
Agave americana und andere in Vith
Alerandra-Palaft in London 5
Amaryllis procera, über dieſelbe. Von
Amerikaniſcher Pflüd-Salat. .
Ampelopsis trieuspidata (A. Veitehi), über dieelbe
Amygdalus communis fl. pl.
Anemone fulgens, über dieſelbe
A Honorine Gobert, über 1 Smtfebung. Von O. Froecbel
Apfelſinen⸗Handel 5 ö Azaleen-Ausftellung bei Herrn Riechers ; „ 2 neue deutſcher Zucht.
R. ae
285. 476.
Son & Otto.
„ indiſche am Como-See. Vom Hofgärtner W. Sell.
Bäume, das Beſchneiden derſelben beim Pflanzen.
„ große . Bambus mit viereckigen Stämmen. Von E. Beeren⸗ und Schalenobſt des Hofgärtners Maurer Beeren-Früchte, neue amerikaniſche Begonia boliviensis, leicht Knollen davon zu erhalten. Bertolonia Houtteana, über dieſelbe. Von h. Birnbäume, Schnitt der Zwerg⸗ und Poramibenformen Birnbaum⸗Garten des Herrn Jourdin 8 Blattpflanzen, 3 neue
im Freien aushaltende.
Von G. Eismann
Blumen, abgeſchnittene, deren Verwendung f Vom Obergärtner lewis.
„ verblühte abzuſchneiden
Blumenkohl, das Treiben deſſelben. Von Graf Haslingen
Blumiſtiſche Neuheiten in 18751r. Samen-Verzeichniſſen
Blutlaus, Mittel dagegen und Vertilgung bene Ven Beer 170. 264.
Bohnen zu treiben.
Boldoa fragrans, den Boldo liefernd 24718 Bouvardia triphylla, als Mittel gegen Sundemutg Bouvardien, im Winter blühende.
Brombeere, die gewöhnliche ohne Stacheln ; Broussonetia papyrifera, der ächte Papierbaum . Calliandra Saman, über dieſelbe. Bon E. Otto Cardamom (Elletaria Cardamomum)
Cereus grandifl., Kultur deſſelben. Von H. Schirmer Chrysanthemum, zur Kultur derſelben. Von E. Otto
239.
IV
Seite Cinchona, Kultur derſelben auf der Inſel Bourbon 477 Clematis-Ausſtellung von Jackman e 190 5 einige ſchöne Varietäten. Von U 65 5 die Reueſten Barietä fen 292 Coelogyne-Arten, Kultur derſelben. Von E. Otto. 1 Coniferen am Colorado . 221 Sammlung der Herren P. Smith u. Co. 129 Cultur⸗ ⸗Ergebniſſe einiger Gemüſeſorten. Von J. Jettinger Ale 506 Cycadeen im k. Berggarten zu Herrenhauſen. Von G. Schaedtler . 296 Cyclamen, neue Rieſen⸗ R 476 Cyelantheen im k. Berggarten zu Herrenhauſen. Von G. Schaedtler 296 Cydonia Maulei, ein neuer Zierſtrauch V 149 Cypripedium japonicum Thbg., über daſſelbe 281 Dasylirion glaucophyllum in Blüthe . . 529 Deutſche Rechtfertigung gegen belgiſche Anmaßung. Entgegnung auf Ser Linden's „Mon excollecteur Wallis“. Von G. Wallis. 223. 273 Berichtigung und Nachträge 15 Von Demſelben 423 Dracänen, drei empfehlensmwerthe . een. 249 Echeveria, neue . 84 Edelweiß. ! . 478 Eiche, die Mutter der Pyramiden Eiche l 572 Eichen, buntblätterige . 172
Eichen⸗Sammlung des Herrn Herger und Aufzählung der vonzigticten bunt⸗ blätterigen. Von E. Otto 5
Einiges über meine letzte Reiſe nach Neugranada. Von G. Wallis. 17. 59
Entſtehung einer Frucht, ohne daß eine Blüthe wor e er Abbildg.). Von 1 Erbſen⸗Anbau bei London 5 Erdbeeren, die beſten zu verſchiedenen Zwecken. Von E E. Rebelfied. Eucalyptus-Anpflanzungen in Algier. N 5 Arten, Härte verſchiedener Arten . 5 eugenioides, über denſelben. Exploration Auſtraliens 5 f im Freien aushaltenbe :. u n.ıa. u ee Farne aus Sporen zu ziehen. Vom Hofgärtner E. Mayer. Feigenbaum, Vermehrung deſſelben TEE ARTE enn Fruchtbäume, deren Ertrag in Egypten. Von Delchevalerie. Fruchthäuſer (mit Abbildg.). Von Pyna ert. Von - . . Früchte, ausländiſche, über den Conſum derſelben in England Gartenbau⸗Vereine und eee Altenburg. Kartoffel-Ausſtellung betreffend ! 3 Altona. Ausſtellung 1876 betreffend
Amſterdam. Internationale Ausftellung betreffend. r E
Braunſchweig. Ausſtellung betreffend.. Bremen. Ausſtellung betreffend 91; Vereinsabende 183; Gartenbau- Verein (Jahresbericht) .. Breslau. Section für Obſt⸗ und Gartenbau der Schleſ. Gef ſellſchaft (Sitzungsberichte, 91. Bericht über die Verhandlungen der Seetion) Schleſiſcher Central-Verein für Gärtner ꝛc. (Jahresbericht) 1 Brüſſel. Internationale Ausſtellung 1876 betreffend .
Carlsruhe. Congreß deutſcher Gärtner und Botaniker betreffend 133.
= jel. Ausſtellung von Immortellen betreffend. .. Chemnitz. Erzgebirgiſcher Gartenbau-Verein (15. Jahresbericht) Cöln. Internationale Ausſtellung dee 132. 271; Bericht der
internationalen Ausſtellung . .. 470. 522.
Danzig. Ausſtellung betreffend . Dresden. Gartenbau-Geſellſchaft „Flora“ stellung) Edinburg. Internationale Frucht⸗Ausſtellung
342 429 474 285 285 571 384 428 335 190 391 289 344
417 552 550 133
418
469 417 551 378 468 469
552 328 328 521
Elberfeld. Ausſtellung betreffend ..
Gent. Pomologiſcher Congreß und internal Herbftausftellung. Bon = 419 Görlitz. Gartenbau-Verein für die Oberlauſitz (Jahresbericht). .. 327 Gotha. Thüringiſcher Gartenbau-Verein (Jahresbericht) } 327
Graz. Mittheilungen des Steiermärkiſchen Gartenbau-Vereins an x fein Miglieder nne „ Hamburg. Ausſtellung betreffend ARE 5 240 Bericht der Ausſtellung am 18. 1 Von E. Otto 2 373 Verein Horticultur . ' „ ee 556 Kiel. Ausſtellung betreffend. 271 Klagenfurt. Ausſtellung betreffend . 10% 133 Leer. Gartenbau-Verein (Ausſtellung betreffend). Von U 417 London. K. Gartenbau⸗-Geſellſ ſchaft een 1 eee eee Pelargonien⸗Verein „ eee e Perth. Pilz-Ausftellung . RE LIE A e Potsdam. Jahresbericht . ea 185 Prag. Böghmiſcher Gartenbau- Verein (Jahresbericht) ; 521 Rendsburg. Bericht der Ausftellung nebft Preisvertheilung. Bon E. Otto 378 Stuttgart. Ausſtellung betreffend 1 132 Trier. Landwirthſchaftl. Verein, Generaloerfammtung ı und Kusftellung 414 Wittſtock. Ausftelung . . Bu; 551 Würzburg. Ausſtellung betreffend 15005 . 132 Garten, k. botaniſcher zu Breslau. Von E. Dune md 433 „ aus dem botaniſchen zu Breslau. Von Dr. Göppert 455 „ botaniſcher zu Chicago b 286 zu Kew. \ 287 Gemüſe und Salat, Behandlung derſelben 8 48 Georginen, Köstritzer. Von Dr. Krauſe . 81 Georginen⸗Züchter Deutſchlands 131 Geruchsarten, verſchiedene der Roſen . 447 Gladiolen, die neuen von 1874. Von U. 175 Gladiolen-Zucht, über dieſelbe. Von F. Gloede 77 Gloxinia hieroglyphica . . . 473 Gurken zu treiben . 360 Gleichenien, Kultur derſelben 3 506 Gummi arabicum liefernde Bäume . 546
Hinderniſſe der Selbſtbeſtäubung und über die Vermittler der „Frandbeſtiubug Von Dr. E. R. Zimmermann . 4 496. 535 Herbſteitloſe eigenthümliche e en derſelben 5 44 Holz, Mittel gegen das Faulen deffelben . . 5 46 Japaniſche Flora, über dieſelbe. Von Dr. Göppert 5 28 Indigofera Dosua, Vermehrung derſelben. Von U 349 Inſektenpulver r 47 2 Erſatz des perſiſchen 287 Kainit, ächter Leopoldshaller . Sad. Ne DEN We 139 Kalkanſtrich, die Wirkung deſſelben bei Dbſtbaumen. Von C. Mader 430 Kalk für Weinſtöcke NR 47 Kartoffeln, große zu ernten 429 Kartoffelkäfer (Doryphora 10-lineata) 385 Kartoffeln, neue Sorten . 136 Kauri⸗Gummi von Dammara australis . N 239 Kohlweißling, Mittel dagegen. Von Graf Haslingen 430 Lapageria alba und rosea aus Samen 189 Laterne zum Fangen von . (mit bug Von C. Vouche 457 Lilium auratum zu verſenden . 238 Klien, Einiges über 1 101 ee Subride - ; . 475
va
Lilien, Entwickelung der Zwiebeln bei denſelben. Von vater 5 Lilium Packmani, eine neue Prachthybride 5 Linden's Etabliſſement am Lago magiore Liqueure aus Chryſanthemum-Blumen Lobelien, neue von 1874 und deren Werth . 7 7 1875 " " [2 Malvenroſt, über den ſelben . g. Mantasia saltatoria, über deren Kultur. Von U. Maranten, neue buntblätterige . ER Marienblümchen, ein blaues (Bellis rotundifolia coeurulescens). Bon ar Masdevallia Ephippium (Troschilus), deren . und Kultur. Von G. Wallis 8 709 Maulbeerbaum, eine Zwergform, Von 9 Melonen-Gurke : 5 Melonen, Treiben derſelben i Milchwirthſchaft, Vertretung derſelben auf der internationalen Ausſtellung in Philadelphia Myrsiphyllum asparagoides, deſſen Kultur und Verwendung Von 6. Otto Narcissus-Arten. Von J. C. Niven 3 Nidularium Scheremetiewii, über daſſelbe. Von U ' Nymphaea gigantea im botaniſchen Garten zu Brisbane . rubra, zur Kultur derſelben nach Karriere. Von I Obſibäume, über das Abſterben derſelben. Von Dr. Giersberg m die geeigneten Formen derſelben (mit W Von D - n praktiſche Bewäſſerungs⸗Methode der. N Ne 8 ſchnell zu erziehen . Obſtbau, zur Hebung deſſelben. Von Graf Attems und 5 8. Hitter. Obſtbaumzüchter, für. Von C. Becker Obſt⸗Cabinet von Arnoldi. Obſtgärten, Miniatur. Von . Obſt⸗ und Gartenbau, Förderung deſſelben. Von U b Obſtkultur, zur Verbreitung derſelben nach leichtfaßlicher uulctung zur of. zucht in Cordon-Form (mit 6 Abbildgn.). Von W. Sen Obſtmaden, Mittel dagegen. Von C. Becker. 5
Obſtſorten, abgebildete ee ee
Oenologiſch-pomologiſche Lehranſtalt in Kiofterneuburg Palmen, auſtraliſche. Von H. Wendland RT Palmen des königl. Berggartens zu Herrenhauſen. Von G. Schaedtler
20. 66. 110. 155. 213.
Pandaneen des königl. Berggartens zu i Von G. Schaedler. Pelargonien, beſte neueſte Scharlach— eee e ji epheublätterige und deren Varietäten
17 eue 5 Br neue gefüllt- blühende i " Neuheiten von J. Sisley
Verein in London. Von F. A. Bier Pelargonium laterips fl. pl. König Albert i . Peperomia resedaefolia, eine Zierpflanze 5 Pflanzen, Behandlung der zum Frühtreiben beſtimmten 1 über die Ernährung derſelben. Von E. Morren N fleiſchfreſſende. Auch ein Wort über dieſe von Dr. Klatt " Kultur in glaſirten Töpfen. 1 neue, empfehlenswerthe 31. 86. 126. 180. 230. 267. 313. 370. 412. h neuefter Einführung : 2 > -Neuheiten auf den Londoner Ausſtellungen " Neuheiten bei Jacob Makoy u. Co. 0 Neuheiten aus Kolumbien. Von G. Wallis
Pflanzen⸗Preiſe in England er Sammlung, 2 aha „ ſchädliche g Pflaume „Sultan“ f e een, Pfropfen, ein eigenthümliches (mit Adbildg.). Bon nds min 4 Phylloxera und ein neues Inſekten⸗Pulver A c een Phalaenopsis Schilleriana in Blüthe Pilz⸗Sammlung von Arnoldi. g Pinciren der Erbſen 0 Platanen (Pl. orientalis und occidentalis) Poinsettia pulcherrima fl. pl. Preisverzeichniß von Haage u. Schmidt, Erfurt 1 „ F. C. Heinemann, Erfurt 5 „ E. H. Krelage, Haarlem. 15 „ ideen, Sent „ Wildpret u. Schenkel, Orotava
Preisverzeichniſſe, bei der Redaction eingegangene 26.1 140. 239. 480. 528.
Preisgericht für Roſen. Von I. .
Primel, chineſiſche mit carminfanbenen Blumen Quassia excelsa 8
Quisqualis indica, Kultur derſelben. Von =
Reblaus (Phylloxera), Mittel dagegen . G Sr f i 95.
Regenwürmer zu vertilgen 8 0 Rhabarber, der ächte, über denſelben 8 Rhododendron in Japan Rieſenblaſenlang, ein neues Bindematerial in der Girtnen Bon 5. Rothe Rieſen⸗Porro von Caranton PERL nat 5 Rieſen⸗Rettig, ein neuer Ritterſporn⸗-Arten und Varietäien. Von A. de Vos Rivinia humilis, zur Anzucht derſelben . Robinie, immerblühende 5 5 Roſen, riechende und nichtriechende „ über einige neue. „ neue franzöſiſche und englif ſche Roſenſchulen in Hamburg. Von E. Otto Selbſtbeſtäubung, die Hinderniſſe derſelben und über die Vermittler der Fremd⸗ beftäubung. Von Dr. Zimmermann. .. 465. 496. Senecio macroglossus, empfehlenswerthe Sinmerpfanze Bi Sinndornſtrauch (Schrankia uncinata) . Skimmia rubella, über dieſelbe. Von Ei Sparmannia africana als Winterblüher. Von 6 Eismann Spargel zu treiben 9% Spinat, ein neuer . Spiraea palmata, eine Zierſtaude 2 Stadtpark, Idee zu einem zwiſchen der Leine und Ihme bei Hannover. Von
G. Schaedtler. . . „„ 8 Stechpalmen⸗ (Ilex) Arten u. Varietäten, deren Verwendung in den Gärten 8. 72.
Steine im Acker aufzufinden
Steinparthie im botaniſchen Garten zu Edinburg
Stevien, blumiſtiſcher Werth derſelben 1 R Strauchapfelgehölz (Pirus pumila). Von E. Otto. Thymus micans für Teppichbeete .
Topinambur (Helianthus tuberosus) als Kanincenfutter 3
Treibbeete, von der Anlage derſelbeen . U e 28 350.
Unkräuter aus Raſen zu entfernen Vegetabiliſches Wachs, über daſſelbe. Von G. Wallis Vitis heterophylla var. humilifol. ee
—
VIII
Wachsthum der Pflanzen. Von DT . Wallis' letzte Reiſe nach N Waſſerlilie, eine neue. Wein⸗Baſtarde. Von Barron Wein⸗Kultur in Neu⸗Südwales
Weinmarkt, die Urſachen der traurigen L Lage deſſelben. Von Slums engen
Weinſtock, der alte in Cumberland Lodge in Windſor Weinſtock, über das Pflanzen deſſelben. Von U
Weinſtöcke, Methode, ſich kleine Exemplare mit Frühen a" verschaffen (mit
Abbildg.). Nach P. H. Olivier von Weintrauben aufzubewahren Wellingtonia-Sämlinge .
Xanthogenſauren Kali.
Yukken oder Mondblumen- Arten. Von E. Otto Zamien, 3 neue von Wallis entdeckte . Zebra-Holz (Centrolobium robustum) . Zwetſchenbäume, das Verjüngen derſelben . Zwiebel⸗ (Allium Cepa-) Varietäten
II. Literatur.
Alphand, A., Arboretum et Fleuriste de la Ville de Paris Annuaire de I Horticulture Belge . A Blankenhorn, A., der Weinbau
Bouché, J., der Gemüſebau
Bulletin d’Arboriculture E
Bulletin de la Federation des Soc. d’Hortic. de Belgique Dalliere, J, Plantes à feuillage ornamentale. Von — Elwes, eine Monographie der Lilien. .
Hartwig, J., und Th. Rümpler, illuſtrirtes Gehölzbuch.
Hein, H., das Trocknen und Färben natürlicher Blumen und Gräſer
Jäger, H., der immerblühende Garten und die Zimmer- und een
Koch, Karl, Vorleſungen über Dendrologie Lämmerhirt, O., ſächſiſche Obſtbau-Zeitung
Lebl, illuſtrirter Roſengarten. Von I
— die Orchideen des temperirten und kalten Hauſes
Lucas, E., Wandtafeln über die Erziehung erg Obftbäume ı und über die
wichtigſten künſtlichen Baumformen. . ; Mittheilungen des k. k. Gartenbau Vereins an ſeine Mitglieder 5 Monatsſchrift des Gartenbau-Vereins in Berlin . 5 Morren, E., Correspondance botanique 5 — Charles de I Eeluse sa vie et ses oeuvres Pynaert, E., die Fruchthäuſer. Von T Rümpler, Th., Gartenkalender fur 1875 Schädliche Inſekten
Schmidlin's Gartenbuch v von Th. Nietner und Th. Rümpler
Simon⸗Louis, beſchreibender Katalog von Früchten. Von U Strantz, M. v., die Blumen in Sage und Geſchichte .
Trzaſ il, L., Grundriß der höheren und niederen Gartentun
der Garten- Architekt. Willkon mm, Moritz, forſtliche Flora von Deutschland 7c. Wörmann, R. W. A., Garten-Ingenieur \ Zwanziger, G. A., Kärntner Gartenbau-Zeitung .
4255. 42.
III. Perjonal- Notizen.
Seite Anderſon, Dr. Johckn . 288 André, Ed. A en Ayres, William P. + ER TIER & 721 Baltet, Gebrd. . Altre oA Bartling, Dr. F. Th. . 576 Boreau . . na Bruchmüller, Albert N. ib „ 7 Crépin halt DR tier dee Aal , ee deen een en eee “irn
Ghellinck de Wallef . . 288 Mibſom John end. a 142
Seite Göppert, Dr... 96, 142 v. Jacobi; sat 41 Leroy, Andre . i 432 Mafters, Dr. Marvel 1 384 Nolte, Dr. F i 96 Regel, Dr. cd. 431 Rolliſſon, William . 384 Rücker, Siegismund ? . 575 Schirmer, H.. 384 Sinning, W. . 96 Standish, John 7 431 Steltzner, Ad. . 480 Trautvetter, R. v. 431 Wallace, Peter 7 431
IV. Anzeigen über Sämereien, Pflanzen, Samen⸗ und Pflanzen⸗ Verzeichniſſe ꝛc. Internationale Gartenbau-Ausſtellung in Cöln Seite 192. — Lenz, Herm.
in Cöln 240, 288, 336. — Mo ſſé, Rud.,
Cöln 432. — Mühlberg, Heinr.,
Gutendorf bei Berka 432. — Rehwoldt, Wilh., Lübeck 384, 432, 480. — Rubrandt, Aug., Elleben 240. — Smith, Pet. u. Co., Hamburg 144. —
Stellengeſuch 240.
I
Samen- und Pflanzen-Verzeichniſſe ꝛc. wurden vertheilt:
mit Heft 2 von H. Wrede in Lüneburg;
n Co. in Hamburg;
„ „ 3 „ C. G. Deegen in Köſtitz;
„ „a6 ein Proſpekt von Schmidlin's Gartenbuch; „ „ 7 von Oscar Liebmann in Dresden;
„ „ 8 „ eth in, Verlin;
ne LO: e en tren
„ „12 Verzeichniß von Gartenbüchern von G. Baſſe in Quedlinburg. Berichtigungen und Nachträge Seite 288.
V. Pflanzen, welche in dieſem Jahrgange beſchrieben oder beſprochen ſind.
Seite Abies concolor 222. grandis . . 222 Abutilon Sellowii marmoratum . 79 Acacia Nemu . . a 519
Acanthophoenix erinita 24. rubra 24 Acanthorrhiza Warscewiezi 24. 288 Acer polymorphum v. palmatif, . 314 Achmea coelestis. 313 Acrocomia sclerocaraa . 24 Actionopteris Fadi aa 80
|
arcuatum 236. Capillus veneris var. mirabile 366. v. angustatum 366. v. erispum 366. v. crista- tum 366. v. Daphnitis 366. v. imbricatum 367. v. magnificum 367. v. maximum 367. v. mul- ticeps 367. v. optandum 367. v. perfectum 367. concinnum
Seite Adiantum affine 366. amabile 368.
var latum 367. v. scoparium 367. convolutum 367. cune- atum 367. decorum 361. do- labriform. 236. erectum var. proliferum 367. excisum var. multifid. 367. filiforme 236. Funckü 367. Ghiesbreghti 367. gracillimum 77. 81. 367. Hen- dersoni 367. Henslowianum 79. Jordani 367. lunulatum 236. macrophyllum v. glaucum 315. 367. Moorei 368. princeps 514. rubellum 368. Schweinfurthi 368. Seemanni 267. sericeum 368. tenerum v.rhomboid. 368. tinctum 368. tremulum 236. Veitchii 81. Aganisia fimbriata Agarista calliopsidea Agave americana 285. 526. ameri- cana fol. var. 477. pubescens Aiphanes bicuspidata Albizzia rosea . Albuca glandulosa Allium grandifl. 517. 517. nigrum 517. Aloe drepanophylla . Alsophila hirta Alstroemeria peruviana fol. niveo marginat. Amaranthus amabilis 3eolor 109. Henderi . Amaryllis procera 89. Roezlü Ampelopsis trieuspidata 5 Veitchü . Amygdalus comm. fl. pl. Anemone fulgens 455. Honorine Gobert Anthurium cordifol. 348.
nareissifl. roseum
"euspi- datum 267. Wallisii Aphelandra fascinator . hs Aquilegia leptoceras var. Kr santhum . Aralia pentaphylla fol. var. 90. Maximowiezü .
Araucaria Balancae 236. Rulei .
Archontophoenix Alexandrae 462. Capitis Yorkii 462. Cunning- hami 462. Veitchii .
Areca alba 24. aurea 24. Banksii 25. Catechu 24. coccoides 25. glandiformis 25. monostachya 25. 462. pumila 25. v. rubra 25. speciosa 25. Verschaffeltii
Arenga saccharifera 26. Wester- Hansi
Aristolochia elypeata 288. Scadauta
Seite
368
33
232
86 24
. 519 . 970 . 517 1371
348 518
109 . 180 . 525 525 570
87 361
Artocarpus Cannoni . ! Arüm Orixenes We Aspidium lepidocaulon . Asplenium ferulaceum . Astrocaryum aculeatum 26. maxi-
mum rostratum . . 26 Attalea cephalotes 27. excelsa 27. funifera 27. speciosa 27 Audibertia Clevelandi . . 370 Azalea ind. Bettina della Valle 270. Flora 476. imbricata 476. J. Gould Veitch 88. Mad. Jean Wolkoff. 234 Azara microphylla 779 Bactris acanthocarpa 66. cara- vellana 67. chaetorhachis 67. cucullata 67. cuesa 67. diplo- themium 67. elegans 67. ma- croacantha 67. major 67. Maraja 67. martineziaeform. 67. obovata 67. pallidispina 67. spinosa 67. spinosissima 67. subglobosus 68. varinensis 68 Balbisia Bear 318. verti- cillata 318 Batemania armelata . A 370 Begonia Froebelii 33. gunnerae- fol. 515. octopetala 86. Stella 80. Vesuvius . „ 80 Bellis rotundifol. coerulesceens . 347 Bentinckia coddapanna . 68 Bertolonia Houtteana 122 Billbergia coelestis 313. Quesne- . 514 Blumenbachia chuduitensis 281. contorta . 35 Boldoa fragrans 43 Bolles Patinii. : . 180 Bomarea chontalensis . 918 Boucerosia maroccana . 126 Bouvardia triphylla . „189 Brachyotum confertum . 31 Brahea calcarata 68. duleis 68. Ghiesbreghti 68. lucida 69. nitida MD Brassia brachypus 231 Broussonettia papyrifera 571 Caiophora contorta 35
462 Calamus anceps 69. australis 4 462.
caryotoides 462. ciliaris 69. erinitus 69. Draco 69. fasei- culatus 69. flagellus 69. flori- bundus 69. heteroideus var. spissus 69. Hystrix 69. java- nicus 69. Imperatrice Marie 69. leptospadix 69. macro- carpus 69. micranthus 70.
Calamus Muelleri 70. 462. Nicolai 70. niger 70. oblongus 70. obvoideus 70. Oxleyanus 70. ornatus 70. radicalis 462. Reinwardtii 70. Rotang 70. rudentum 70. seeundifl. 70. tenuis 70. verus 70. viminalis
Calathea applicata 464. Bache- miana 463. Kummeriana 463. Lietzei 464. Makoyana 35. Oppenheimiana Her;
Calliandra Saman
Calochortus Leichtlini 32. 25 chellus v. parvifl. l
Caltha polypetala. . Din
Calyptrogyne elata 71. Ghies- breghti 110. sarapiquensis 100. spiralis
Camellia Albino Botti 412. Miss Minnie Merritt
Campanula tridentata v. ken 237. turbinata 413. Smithii
Campelia mexicana
Canistrum viride
Carludowica humilis 305. J onghei 301. lancaefol.301. macropoda 301. mierocephala 301. plicata 301. rotundifolia 301. suba- caulis 301. utilis, . .
Caryota Alberti 462, Cumingü 111. elegans 111. furfuracea 111. majestica 111. propin- gua 111. Rumphiana 111. sobolifera 111. tennuis 111. urens 111. Verschaffeltii .
Catakidozamia Macleayi
Catoblastus praemorsus
Cattleya gigas
Cecropia frigida
Centaurea americana Halli
Centrolobium robustum . . .
Ceratolobus concolor 112. glau- cescens
Ceratozamia Küsteriana 303. lon- gifol. 303. mexicana 303. Mi- queliana 303. robusta . .
Cereus grandifl. 459. Landsbecki
Cerinthe gymnandra
Ceroxylon Andicola 112, ferrugi- neum 112. niveum
Ceterach aureum . .
Chaetogastra conferta 148.
Chamaedorea Ahrenbergii 113. amazonica 113. atrovirens 113. brevifrons 113. Casperiana 113. concolor 113. desmoncoides 113. elegans 113, elegantissima
71
463 334
36 91
21111 302
40
136
288
109
341 112 303
413 34
112
81 31
114. Ernesti Augusti 114. flavo- virens 114. fragrans 114. geo- nomaeform. 114. glaucifol. 114. Ghiesbreghtii 114. gracilis 114. graminifol. 114. Karwinskiana 114. latifol. 115. Lindeniana 115. lunata 114. Martiana 115. macrospadix 115. oblon- gata und var. conferta 155. obvoidea 155. pygmaea 156. Sartorii 156. Schiedeana 156.
Warscewiezii 156. Wendlandii 156 Chamaerops cochinchinensis 156. excelsa 156. fragilis 157. For- tunei 159. Ghiesbreghti 157. gracilis 157. guianensis 157. humilis 157. humilis v. bila- milata157. Hystrix157. major 158. Martiana 158. nivea 158. tenuifrons 158 Chenopodium auricomum b 527 Cibotium Menziesii 8 348 Citrus Aurantium var. japonicum 33. Margarita inermis. 348 Clematis excelsior 66. marmorata 65 Mrs. James Bateman 66. rubella 65. Viticella rubra 66. Variet. plures 293 Clinostigma Mooreana 462 Cochliopetalum stamineum 3371 Cocos botryacea 158. coronata 158. elegantissima 158. lapidea 158. nucifera 158. Romanzoffi- ana 159. Kr 159. Weddelliana, 159 Colchicum luteum 1235 Colpothrinax Wrighti 160 Convolvulus mauritanicus . 518 Copernieia macroglossa 160. ma- ritima 160. robusta. 160 Cordyla discolor . 33 Corypha elata 160. Gebanga 160. spinosa 161. thebaica 314. um- bpraculifera 1461 Crataegus Oxyacantha filieifol. 89 Crocus banaticus 230. byzanthi- nus 230. chrysanthus 316. Crewü 318. eroceus 316. Fleischeri 372. minimus 372. speciosus , . 236 Croton Andreanum 270. bellulum 515. imperialis 447. ovalifol. picturatum 348. trilobum 446. Cucifera thebaica . * 314 Curmeria Roezli . +18 1292 Cyelamen persic. giganteum .. 476
XI
Seite
XII
Cyelanthus bipartitus 302. Estaba 302. Plumieri . {
Cyclobothra luteae . .
Cycas eircinalis 304. media 304. Ruminiana 304. revoluta 304. siamensis
Cydonia Maulei
Cymbidium elegans . Al,
Cypripedium Argus 372. arieti- num 31. Arthurianum 88. con- color 86. japonicum 87. 281. Schlimii v. albifl. 127. Sedeni
Cyrtanthus Macowani
Cyrtopera sanguinea .
Cyrtostachys Renda .
Czackia Liliastrum
Daemonorhops Bhotang Geta 161. cinnamomeus 161. fissus 161. Lewisanus 161. melanochaetes macrocarpus 161. mel. micro- carpus 162. Oxleyanus 162. periacanthus 162. trichous
Dammara australis
Dasylirion glaueophyllum N
Davallia Teyermani 81. Youngii
Deckeria nobilis Delphinium Ajacis majus 311. Aj. minus 312. cardiopetalum 313. Consolida 312. e 312. orientale . BR Dendrobium asphale 88. Bry- merianum 517. crassinoda 316. Falconeri 128. marmoratum 269. thyrsiflorum Desmoncus intermedia Dianthus alpinus 231. 231. neglectus Dichorisandra Saundersii Dicksonia chrysostricha } Dieffenbachia antioquiensis 234. Parlatorei . . 285. Dietes Huttoni . . a Diglossophyllum serrulatum . Diplothemium caudescens 163. maritimum Dipsis pinnatifrons Dion edule 1 Doryanthes Palmeri Douma thebaica
Dracaena amabilis 250. Baptist 249. Cassanovae 127. 284. Hendersoni 80. 249. Princess of Wales 349. Rex349. Smithii 318. Taylori 348. triumphans 349. Troubetzkoi 5
Drimiopsis Kirkii
glacialis
302 32
304 149
268
80 413
271
161
518
162 239 529
348 162
312
. 412
162
231 317
371
288 372
162 163
163
304
31
314
285
88
Seite Echeveria clavifol. 85. erecta 85. ferrea 85. grandisepala 85. imbricata 85. mutabilis 85. ovata 85. Peacockii 317. prui-
nosa 86 Elaeis guineensis 163. melano- cocca 163 Ellettaria Cardamomum „ onen Encephalartos caffer 305. Frie- deriei Guilielmi 305. horri- dus 305. lanuginosus 305. Ü villosus 305. Verschaffelti . 267 Epidendrum Catillus 288. leu- cochilum 370. paniculatum 515. syringothyrsis 232. Wallisii . 413 Episcia fulgida 126 Eremospathe macrocarpa . 163 Eriospermum albucoides 316 Eranthemum affine 516. hypo- crateriforme 516 Eryngium pandanifol. 479. pani- culatum 479. serra. 479 Erythronium grandifl. 32. men v. minor 514 Erythrotis Beddomei . 232 Escallonia sanguinea 80 Eucalyptus colossea 286. cornuta 181. 518. eugenioides 571. gigantea 286. en 285. rostrata h 286 Eutaca Rulei 371 Euterpe antioquiensis 163. de- currens 164. edulis 164. pisi- fera 164. Zamoura . 164 Fenzlia dianthifl. alba 000109 PFieus Parcellii2! Freesia Leichtlini , . 34180 Freycinetia Banksii 300. imbri- cata 300. javanica 300. in- signis 300. nitida 300 Fritillaria acmopetala 315. bar- bata 32. dasyphylla 316. ma- cranda „ en Fourcroya Selloa 232. undulata 271 Fuchsia procumbens . 127 Gaillardia Amblyodon 314 Galanthus Elwesii 317 Gaussia portoricensis 164. prin- ceps 5 5 164 Genista virgata 414
Geonoma arundinacea 164. bi- nervia 165. caespitosa 165. congesta 165. cuneata 165. elegans 165. ferruginea 165. Ghiesbreghti 165. glauca 165. gracilis 165. longipes 165. mag- nifica 165. Markgrafia 165.
Geonoma Martiana 165. miero- stachys 165. pinnatifrons 165. Pohleana 166, Porteana 166. pulchra166. purpurascens 166. simplieifrons 166. Schottiana 166. Tenelliana 166. undata 166. Verschaffeltii 166. Wal- lisii 166. Zamorensis
©eite
Licuala amplifrons 213.
celebica 213. elegans 214. horrida 214. Muelleri 462. Orleyi 214. palu- dosa 214. peltata 214. pumila
Liliastrum album . Lilium auratum 106. 238. aur. var.
pictum 106. v. virginale 106. avenaceum 33. Brownii 104.
XIII
Seite
214 518
*
Buschianum 102. californicum 106. callosum 105. canadense 106. var. parvum 232. 519. v.rubrum 106. candidum 104.
Glaciova insignis
Gloxinia Ami Thibaut 315. hiero- glyphica 473. Lisere d’argent 348. Mad. Patti 348. Marquis
ofiklerne IF init ‚nead 348 C. fl. pl. 104. carniolicum 105. Grisebachia Belmoreana 462. carolinianum 106. Catesbaei
Forsteriana . . 462 102. chalcedonicum 105. 314. Guielielma speciosa 167 Colchesteri 519. Columbianum Gustavia gracillima 2235 106. concolor 103. Coridion Gynerium argenteum Rendatleri. 89 103. eroceum aurantiacum 102. Hedyscepe canterburyana . 462 er. grandifl. 102. er. tenuifol.
Helianthus tuberosus . . . 309 102. dalmaticum 105. dauri-
Hemerocallis Liliastrum 518 cum 103. erectum 108. gi- Hemichaena fruticosa 816 ganteum 104. Humboldtii 106. Hohenbergia coelestis 313 Krameri 87. 107. Leichtlini
Hoplophytum coeleste Be rl 105. longifl. 104. v. eximium
Houlletia Lowiana 38 104. v. fol. alb. margin. 104. Hyacinthus candicans . 518 v. Takesima 104. maculatum Hydriastele Wendlandiana . 7 A 33. Martagon 106. medelo- Hyophorbe indica 167. madagas- ides 104. monadelphum 105.
cariensis 167. Verschaffeltii . 167 neilghericum 105. Packmani Hyospathe elegans 167. Chiriqui 167 530. pardolinum 106. parvum
106. philadelphicum 103. poly- phyllum 105. pomponum 105. praecox 108. puberulum 106.
Hyphaene crinita 314. cucifera 314. thebaica . 314 Ilex Aquifolium nebſt ſämmtlichen
grünblättrigen Varietäten 9. 72. 123 pulchellum 104. pyramidale Indigofera Dosua . 349 106. pyrenaicum 105. rubro- Inga Saman 334 vittatum 107. Sarana Kam-
Iriartea cornuta 168. deltoidea 168. gigantea 168. ventricosa var. albo japonicum 107. v. Iris laevigata 34. Kaempferi 34. album 107. v. punctatum 107. SN wersicelornr e hit alas 3 superbum 106. Szowitzii 105.
schatense 103. speciosum 107.
Jamesia americana 230 tenuifol. 105. Thomsonianum Juniperus occidentalis 222. virgi- 108. Thunbergianum v. aluta-
niana 3 222 ceum 103. v. armeniacum 103. Justicia hypocrateriformis 516 v. bicolor 103. v. brevifol. 103.
Kentia acuminata 462. australis 168.462. Balmoreana 169. 462. canterburyana 462. Forsteri- ana 169. 462. Moorei 348. 462.
v. fulgens 103. v. marmoratum 103. v. Prince of Orange 103. v. sanguineum 103. v. splen- dens 103. splend. fl. pl. 103.
sapida 8 169 v. Wilsoni 103. tigrinum 108. Kniphofla Macowani 318 V. Fortunei 108. var. splen- Korthalsia debilis 169. Jung- dens 108. splend. fl. pl. 108.
huhni 169. robusta . . 169 umbellatum v. ereetum 103. Lapageria alba 86. 189. rosea 86. 189 v. incomparabile 103. v. im- Latania Commersoni 170. glauco- maculatum 103. v. maculatum
phylla. 170 103. v. punctatum 103. Wal- Ledocarpum chilense 318. pedun- lichianum 105. Washingtoni-
eulare ih eee ene anum 104. v. purpureum. . 105
XIV
Seite 109 462
„Linaria maroccana Linospadix monostachyos Liriodendron tulipifl. fol. luteis
marg. 90 Lisianthus princeps 519 Lithospermum Drummondi ö 516 Livistona altissima 214. australis
214. 462. chinensis 214. hu-
milis 215. 462. Jenkinsi 215.
inermis 462. Leichhardtii 462.
Muelleri 462. moluccana 215.
olivaeformis 215. Ramsayi . 462 Loasa contorta 35. hispida ‚109 Lobelia Erinus var. Dixon’s nivea
15. Charity 15. Faith 15.
Hope 15. Mazarine Gem. 15.
Porcelain brilliant 15. pumila
grandifl. fl. pl. 15. pumila
maxima aurea 14. speciosa bi-
color 14. White brilliant. 14 Lomaria capensis 348. dolabri-
fois dei „DIE eee 348 Macrozamia australis 306. Deni- Sonii 306. Mac-Donelli 306.
Miqueli 306. Paul Guielielmi
306. 315. plumosa 315 Malortiea gracilis 215. intermedia
215. lacerata 215. simplex . 215 Mamillaria senilis 314 Manicaria saccifera 216 Mantisia Saltatoria A de 88 Maranta leuconeura 371 var.
Massangeana 372. Makoyana
35. pulchella 464. tessellata
v. Kegeljani 464. Wiot 464 Marquartia globo sa 300 Martinezia Aiphanes 216. erosa
216. Lindeniana 216 Masdevallia amabilis 236. calop-
tera 517. Chimaera 129. 235.
Davisii 91. Ephippium 115,
Estradae 318. gracilenta 413.
Houtteana 31. 283. Living-
stoniana 517. maculata 314.
melanopus 231. Peristeria 271.
polystieta 268. Reichenbachi-
ana 515. simula 180. spectrum
268. Trochilus 1127 Mauritia aculeata @17 Maximiliana regia 217 Megaclinium melanorrchachis . 514 Melaleuca Wilsoni au 34 Mentzelia urens 370 Mertensia alpina 516. Drummondi 516 Michelia alpina 516. velutina . 516 Milla Leichtlini Gin 233 Mimosa arborea 519
Morenia corallina 217. Galeotti- ana 218. Lindeniana 218. Ruitzii
Musa velutina
Myrsiphyllum 1
Nenga pumila , . .
Nemastylis geminifl.
Neodryas densiflora .
Nepenthes Chelsoni 80. rubra
Nereocystis Lütkeana
Nertera depressa .
Nidularium Scheremetievii .
Nymphaea gigantea 383. rubra
Odontoglossum compactum 269. lacerum 128. madrense 129. maxillare 231. Murrellianum 315. Pescatorei 515. ramo- sissimum 267. Rossii 32. te- traplasſum 269. vexillarium 86. Warscewiezü
Oenocarpus bacaba 218. caraca- sanus 218. utilis .
Olearia Hastii U
Oncidium annulare 267. Carderi
370. cheirophyllum 317. eris- pum 314. dactylopterum 316. hebraicum 370. rostrans 370. tectum 370. zebrinum , . Oncosperma fasciculata 218. fila- mentosa Ophiopogon brevifol. 235. pallidus Ornithidium strumatum Ornithogalum biforme 518. chlor- anthum 517. glaucophyllum 412. sororium I Oxalis Ortgiesii
Pandanophyllum humile . Pandanus candelabrum 297. cari- cosus 297. elegantissimus 297. furcatus 297. gramineus 298. inermis 298. javanicus fol. var. 298. laevis 298. Linnei 298. latissimus 298. ornatus 299. pygmaeus 299. sylvestris 299. utilis . } U Paradisia Liliastrum , Parnassia caroliniana Passiflora insignis 90. manicata Pelargonium lateripes fl. pl. Pentstemon antirrhinoides 270. glaber var. stenosepalus 267. Palmeri . . die rk Peperomia resedaefol. Pescatoria cerina 519. lamellosa Petunia intermedia 5 Phaedranassa rubro-viridis
Seite
316
218
80
126
218 235 128
230 233
300
299 518
270 34
335
109 426 515
315 412
Phalaenopsis Esmeralda 34. leu- corrhoda 234. Lüddemanniana v. pulchra 412. Schilleriana 478. Sch. var. immaculata Phalangium Liliastrum . . Phoenicophorium Sechellarum Phoenix dactylifera 219. Hanceana 220. paludosa 220. reclinata 220. spinosa 220. sylvestris Pholidocarpus Ihur . Phyllocactus biformis . Phytelephas macrocarpa u. micro- carpa . Picea Engelmanniana 222. ziesii Pironneava Morreniana . Pilocerens Dauwitzü . . Pinanga caesia 221. coronata 221. costata 221. javana 250. Kuhlii 250. latisecta 251. ma- culata 251. Nenga . . Pinus aristata 222. contorta 222. edulis 222. flexilis 222. pon- demong - E allvilu (tor, Sn ns Pirus apetala 263. dioica 263. frutescens 263. Arm 262. prunifol. h ray Pitcairnia steminea Pittosporum crassifol. Placea ornata . n Platanus occidentalis u. orientalis Platycerium Willinckii Plectocomia assamica 251. elon- gata 251. hystrix 251. rigida Pleurothallis macroblepharis . Pogonia discolor . Poinsettia pulcherrima fl. pl. l Polygonatum afficinale 35. vulg. v. macranthum Polygonum ochreatum 180. pulch- rum 180. tomentosum . Polystietum lepidocaulon Portea Kermesina . Primula Auricula v. brevistyla h Pritchardia Gaudichaudi 252. Mar- tiana 252. pacifica . Ptychosperma Alexandrae 462. Cunninghani 252.462. elegans 462. gracilis 252. olivaeformis 252. patula 252. nn ; Pulmonaria alpina Quassia excelsa Quercus asplenifolia 204. atro- purpurea 174. 203. compto- niaefol. 204. Concordia 173. 203. filieifol. 204. imbricata 205. macrocarpa 204. nigra
Men-
234.
Seite
268 518 6219
220
252
270 221
222
90
315
427
184. 202. pectinata 204. pedun- eulata fol. pietis 173. 203. var. pulverulenta 204. BE
Quisqualis indica .
Raphia Hookeri 253. "Ruffia .
Restrepia Dayana
Retinospora obtusa aurea gracilis
Rhapis aspera 253. flagelliformis 253. humilis 253. javanica 253. Kwanwortsik
Rheum officinale
Rivinia humilis .
Rubus Roezli .
Rosa rem. Paul Neyron N
Sabal Adansoni 254. Blackbouri- ana 254. glaucescens 254. havanensis 254. nobilis 254. princeps 254. pumila 254. Warscewiczii 254. umbraculif.
Saccolabium pumilio 413. dives
Saccospadix australasiacus .
Sagurus australasiacus .
Saponaria caespitosa 232. elegans
Saribus Hogendorpii .
Sarracenia psittacina ,
Saxifraga notata
Scheelia excelsa 255. regia
Schlimia princeps .
Schrankia uncinata
Sciadocalyx Luciani
Scilla Macowani
Scoliopus Bigelovii
Scorzonera undulata . .
Seaforthia Alexandrae 255. Dick- soni 255. elegans 32. 259. excelsa 255. gracilis
Sedum pulchellum 33. 6 splendens ,
Seemannia Benaryi .
Senecio macroglossus
Sericobonia ignea
Sibthorpia europaea varieg.
Silene Bolanderi 31. Hookeri
Skimmia rubella .
Socratea affinis 256. 8 256. squitos 0 x
Sparmannia africana _
Sparaxis Thouberti
Spiraea palmata
Stachyophorbe Deckeriana .
Stangeria paradoxa
Stanhopea Martiana .
Stapelia olivacea
Staphylea colchica
Stenosparmatium Wallisüi .
Stephanolirion nareissoides
Stevia species diversae .
49. 126.
spurium
232. 340.
XV
Seite
204
2
253
516 80
254 412
„1477 519
315
XVI
Streptocarpus Saundersii
Stromanthe amabilis
Syagrus amara 256. brachyophora 256. Mikaniana .
Synechanthus angustifolia 256. fibrous 256. gracilis 256. sara- piquensis
Syringodea pulchella
Tacca artocarpifol.
Tacsonia muricata .
Theophrasta imperialis .
Theropogon pallidu s
Thrinax argentea 256. barba- densis 234. excelsa 257. ferru- ginea 257. graminifol. 257. parvifl. 257. pumilio 257. radiata 257. stellata .
Thymus micans
Tigridia Houttei .
Tillandsia Zahniüi . .
Trithrinax aculeata 257. brasi- liensis 257.270. mauritiaeform.
Tropaeolum polyphyllum
Tsuga Douglasü .
Tulipa Greigi 373. humilis 317. sylv. tricolor . R
Tydaea Belzebuth
Typhonium Browni .
Utrieularia Endresü ,
Vanda limbata 372. teres var. candida 515. undulata Veitchia canterburyana 258. Jo-
annis . Veronica pinguifol. 3 Verschaffeltia melanochaetes 258. splendida Viburnum Sandankwa . . Vitis heterophylla humulifol. Vriesea gigantea 234. Glazeouana 234. guttata 269. Malzinei 128. regina 234. sanguinolenta Wahlenbergia tuberosa , . Wallichia caryotoides 258. densifl. 259. disticha 259. Georgi 259. nana 259. porphyrocarpa 259. regia 259. spectabilis 259. tremula redusdT 3
. 259
Wallisia princeps .
Wettinia maynensis , Yucca acaulis 437. acuminata 438. albospica 438. aloifolia 438. angustifol. 438. arcuata 438. aspera 439. Atkinis 439. bac- cata 439. californica 439. canaliculata439, eircinata 439. concava 439. coneinna 439. conspieua 439. contorta 439. crenulata 439. Desmetiana 440. Draconis 438. 440. Ellacombii 440. ensifol. 440. filamentosa 440. flaccida 440. flexilis 440. fragilifol. 440. funifera 441. gigantea 441. glauca 441. glaucescens 441. gloriosa 441. japonica 441. laetevirens 441. meldensis 445. obligua 441. orchioides 441. parvifl. 442. patens 442. pendula 442. peri- culosa 442. plicata 442. pen- dula 442. periculosa 442. pli- cata 442. polyphylla 442. prui- nosa 442. puberula 442. pur- bpurea 442. quadricolor 442. recurva 442. recurvifol. 443. reflexa 443. rufoeineta 443. rupicola 443. scabrifol. 443. serrulata 443. Smetiana 443. spinosa 443. stenophylla 443. stricta 443. superba 444. tenuifol. 444. tortilis 444. tortulata 444. Treculeana 444 tricolor 444. variegata 444. Whippelii. Zalacca Blumeana 260. Wageneri Zamia angustifol. 306. corallipes 306. debilis 307. Fischeri 307. furfuracea 307. fusca 307. integrifol. 307. Lindeni 236. 349. Lindleyana 307. mon- tana 445. muricata picta 307. obliqua 446. Poeppigeana 307. Polemkiana 307. Skinneri 307. Skinn. angustifol. 307. Roezlii 307. Wallisii 348. Zygopetalum cerinum
Seite
519 259
undulata 444.
444 260
445
. 519
Zur Cultur der Coelogyne⸗Arten.
Die Gattung Coelogyne Lindl. oder auch Pleione gehört mit zu den hübſcheſten kleinwüchſigen Orchideen und enthält mehrere Arten, die namentlich in den Monaten October und November den Pflanzenfreund durch ihre reizenden Blumen erfreuen und die um fo mehr cultivirt zu werden ver⸗ dienen, weil ſie in jedem Warmhauſe leicht zu ziehen ſind. Iſt man erſt im Beſitze einer Pflanze, die jetzt zu billigem Preiſe zu erhalten iſt, ſo kann man auch ſehr bald eine anſehnliche Vermehrung derſelben erreichen, indem ſich alljährlich an den Exemplaren junge Triebe entwickeln, die ſich von der Mutterpflanze leicht abnehmen laſſen. Am beſten gedeihen die Pleionen in einer Miſchung von fafriger Moorerde, zerhacktem Sphagnum-Moos und grobem Sand wie auch Holzkohlenſtücken in gut drainirten Töpfen oder Näpfen. — Die zu verwendenden Töpfe müſſen gehörig rein ſein und ehe man die Pflanzen einſetzt, lege man etwas Moos auf die Scherbenlage, damit die Erde nicht zwiſchen dieſe geſpült und der freie Abfluß des Waſſers verhindert wird. Die beſte Verpflanzzeit iſt ſogleich nachdem die Pflanzen abgeblüht haben, und iſt das Eintopfen geſchehen, ſo werden die Pflanzen auf ein Bort dicht unter Glas geſtellt, damit ſie ihren Trieb machen. Ehe die Wurzeln der jungen Triebe nicht in die Erde gedrungen ſind, dürfen die Pflanzen nicht viel Waſſer erhalten, iſt dies aber geſchehen, ſo iſt ein ſtärkeres Begießen vom Vortheil für die Pflanzen. Eine mäßig kühle und luftige Atmoſphäre während des Sommers ſagt den Pflanzen am beſten zu und ein häufiges Beſpritzen mit lauwarmem Waſſer verhütet, daß die Pflanzen von der rothen Spinne und Thrips befallen werden, was leider nur zu leicht der Fall iſt. a 5
Die Hauptaufgabe bei der Cultur dieſer Pflanzen beſteht aber darin, daß man dafür ſorgt, daß dieſelben während des Frühjahrs und Sommers einen kräftigen Trieb machen, wovon die Entwickelung zahlreicher Blumen e ee f
Es befinden ſich vier Arten in den beſſeren Orchideenſammlungen in Cultur, von denen die Coelogyne praecox var. Wallichiana Lindl. oder Pleione Wallichiana Lind]. vom Himalaya am frühzeitigſten ihre Büthen bringt, weshalb ſie auch die Bezeichnung praecox, frühblühend, erhalten hat. Es iſt dieſe die größtblumige Art der Gattung, ſie bringt 1 oder 2 Blumen von brillanter lila⸗purpurner Färbung, weinfarbig geadert, an einem Stengel hervor, während die innere Fläche der Lippe gelblich iſt mit fünf Längs⸗ reihen kammartiger Zähne auf der Mitte der Lippenſcheibe. Dieſe Art blüht frühzeitig im October. Ihr folgt ſehr bald Coelogyne lagenaria Lindl. (Pleione) von Khaſiya mit viel kleineren aber ziemlich gleichartig gefärbten Blumen, deren Lippe ſehr diſtinkt iſt; dieſelbe iſt reich carmin— farben gefleckt und die Reihen kammartiger Zähne find mehr entwickelt. Coelogyne maculata Lindl. (Pleione) von Aſſam und Khaſiya gleicht der letzteren in Form, iſt aber kleiner und hat milchweiße Sepalen und Petalen und eine weiß, gelb und carminroth gefleckte Lippe. Es iſt dies eine der zierlichſten und hübſcheſten der ganzen Gattung, wie ſie auch mit zu den
Hamburger Garten- und Blumenzeitung. Band IIXI. 1
-
jelteneren gehört. Alle dieſe Arten haben purpur⸗braune, ſtumpf⸗rundlich geformte Pſeudoknollen, bedeckt mit grünlichen Warzen. Es giebt aber noch eine andere Art mit glatten, mehr ſpitz auslaufenden Pſeudoknollen von dunkelgrüner oder purpurner Farbe, nämlich die Coelogyne humilis Lindl. (Pleione) von den indiſchen Alpen. Es iſt dies die kleinſte aber zugleich auch lieblichſte Art. Die Blumen ſind zart lila, der Rand der Lippe iſt weiß und ungemein fein gefranſt. Die alten Pſeudoknollen treiben ſehr häufig 20— 30 kleine Knöllchen, die dann abfallen und ſehr bald Ae treiben und junge Pflanzen abgeben. Die neueſte Einführung iſt die € Reichenbachiana von Rangoon. Dieſe ſchöne Art treibt 1—2 Blumen an einem Stengel. Die Blumenſegmente find. roſa⸗-lila und die Lippe iſt ſchwach purpurn ſchattirt und carminroth gefranſt.
Da, wie bemerkt, ſich dieſe Orchideen⸗ Arten ſehr leicht 5 in joa Warmhauſe cultiviren laſſen, ſo möchten wir dieſelben namentlich auch den Herren Handelsgärtnern empfehlen, indem ſich die ſo äußerſt lieblichen Blumen ganz vorzüglich zu Vlumenarrangements, zu Bouquets, Körben c. eignen. E. O0.
J Cultur der Quisqualis indiea. Eu aid
Die Quisqualis indica Lo oder 0. pubescens Beauv. gehört zur Sew der Combretaceen und iſt ein in Oſtindien und auf Java einheimiſcher Kletter⸗ ſtr auch, deſſen im Sommer erſcheinenden Blumen Morgens weißlich, dann blaßroth, roſenroth, gegen Abend blutroth werden. Die einfamige, Stein⸗ frucht enthält einen eßbaren Kern. Dieſer hübſche Strauch befindet ſich in den meiſten botaniſchen Gärten, kommt aber ſehr ſelten zur Blüthe. Herrn Houllet iſt es nun gelungen ein Exemplar zur Blüthe zu bringen und theilt darüber folgendes in der Reyue hortic. mit.
„Ich cultivirte ſeit langer Zeit einige Exemplare der Se pubescens Beauy. in Tüpfen, aber, obwohl ſie ziemlich gut gediehen, zeigten ſie niemals einen Anſatz von Blüthen, bis mir vor 2 Jahren der Gedanke kam, eine Pflanze in den freien Grund eines, wenn auch nur beſchränkten Hauſes zu pflanzen. In kurzer Zeit entwickelte dieſelbe eine ſolche Ueppigkeit, daß die an Eiſendräthen hingeleiteten Zweige eine Länge von ca. 25 Met. erreichten. Dieſes Jahr (1874) waren die guirlanden⸗ artigen Zweige vom Anfang Juni mit einer Fülle von Blüthen bedeckt, welche durch ihre ſchöne ponceau, ein wenig ins Orange ſpielende Farbe einen Effect hervorbrachten, wie man Schöneres kaum ſehen kann. Wenn man bedenkt, daß dieſer Blüthenſchmuck über zwei Monate währt, ſo muß man geſtehen, daß es keine geeignetere Pflanze giebt die Säulen und Wände eines Warmhauſes zu decoriren. Zu ihrer Empfehlung gereicht noch, daß ich an ihr nie die gewöhnlich ſo böſe Plage der Schlingpflanzen im ee, hauſe — die Inſekten — gefunden habe.
Die Q. pubescens hat eine Aehnlichkeit im Wachsthum wie im Aus ſehen mit der Bougainvillea und kann man ſie auch auf Er ern wie
Dre
3
dieſe cultiviren. Sie verlangt eine aus Laub- und Miftbeeterde zuſammen⸗
geſetzte Erde, und wenn die Exemplare noch jung ſind, ſo iſt es gut, dieſer Erde noch etwas Haideerde beizugeben. — Sie vermehrt ſich leicht durch Stecklinge von halbreifem Holz, ache man in Heidäerde ſteckt und unter Glocken in einem Warmhauſe hält.
Obgleich die J. pubescens aus den n Gegenden Indiens ſtammt, ſo amm Mei 2 1 ner 2 an in einem eg Haufe cultiviren.“ aufſä 15 en 11%
00 han ner Binz Cult der NH rubra.
„Wenn dieſe Species,“ von * wir ſprechen wollen, ‚Aid ai 1 5 Neuheit nennen kann, ſo iſt ſie doch eine der niedlichſten Blumen, welche man ſehen kann; hat inan die Victoria regia wegen der Größe, welche ihre Blumen und Blätter erreichen, die „Königin der Gewäſſer“ genannt, ſo kunn man die Nymphaea rubra mit nicht weniger Grund ein Prinzchen der Gewäſſer nennen; in gewiſſer Hinſicht kann ſie ſelbſt deren Rivalin werden und ihr Verdienſt, wenn nicht verdunkeln, doch abſchwächen.
Indem wir von dem Werthe der Victoria ſprachen, haben wir geſagt, daß er unter gewiſſen Geſichtspunkten dem der Nymphaea rubra nachſtehe. Während die Victoria ihre königliche Schönheit nur bei ganz beſonders ſorg⸗ fältiger Pflege und in einer Art von Glaspalaſt entfaltet, fürchtet die Nymphaea nicht ſich herabzulaſſen, ſich zu democratiſiren, könnte man ſagen, indem ſie faſt überall, ſelbſt in einem einfachen Kübel, gedeiht. Warum hat man eine ſo ſchöne Pflanze bisher ſo wenig benutzt? Sehr wahrſcheinlich weil man für ſie, ihres indiſchen Urſprunges wegen, ein Warmhaus für unentbehrlich hielt, und in der That hat man ſie nur in dieſer Weiſe in einem Aquarium, deſſen Waſſerwärme, wie man ſagt, nie unter 12— 15“ über Null herabſinken darf, cultivirt; daß man We ſo cultiviren muß, i wie wir ſpäter ſehen werden, ein. Irrthüm.
Um eine Idee von der Schönheit Bier Pflanze zu geben, laſſen wir zunächſt eine Beſchreibung derſelben folgen: die N. rubra iſt eine kräftig wachſende Pflanze mit einem ausdauernden Wurzelſtock, wie ihn die meiſten Arten dieſer Gattung haben. Ihre Blätter ſind breit herzförmig, an der Baſis tief ausgeſchweift, ſtark und regelmäßig gezähnt, auf beiden Seiten, beſonders aber auf der unteren, wo die abgerundeten Rippen ſtark hervor⸗ treten, röthlich. Die glänzende Blattſcheibe erreicht einen Durchmeſſer von 25 Centim. und wird von einem cylindriſchen Stengel getragen, der, wie das Blatt ſelbſt, von dunkelrother Farbe iſt! Die ungefähr 12— 15 Centim. großen Blumen beſtehen aus zahlreichen, ſehr ſchön rothen Blumenblättern, die einen leicht violetten Anflug haben. Die blattartigen, nach der Mitte der Blume gerichteten Staubfäden, haben, eine weiße, lichtroſa Baſis, dann werden ſie dunkelziegelroth und enden in einer ſchwarzen Parthie, welche einer Art entleerter Staubbeutel gleicht und viel zur Schönheit der Blumen beiträgt. Die N. rubra iſt als Gewächshauspflanze betrachtet, ae hart und
4
kann vielleicht im Freien, in einem der vollen Sonne ausgeſetzten Baſſin, deſſen Waſſer ſich nicht künſtlich erwärmen läßt, cultivirt er Als Beleg dazu, können wir folgende Thatſache anführen. | |
Im Juli 1853 wurde eine N. rubra ohne Wurzeln in ein kleines Baſſin der botaniſchen Schule des Muſeums in Paris gepflanzt. Sie ent⸗ wickelte ſich dort mit ſolcher Ueppigkeit, daß ſie kurze Zeit darauf nicht nur herrliche Blätter, ſondern auch Blüthen trieb, die ſich ohne Unterbrechung bis October folgten. Die niedrige Temperatur verhinderte leider, den ſich auch dann noch fortwährend neu bildenden Blüthenknospen ſich zu öffnen. Mit der Zunahme der Kälte wurden die Blätter kraus, bis ſie ganz ver⸗ ſchwanden, obwohl man im Centrum des Wurzelſtocks der Pflanze noch das Erſcheinen neuer Blüthenknospen ſehen konnte.
Alle dieſe Thatſachen ſcheinen doch auf das ſicherſte die Härte, die Ueppigteit und den Blüthenreichthum dieſer Species zu beweiſen, ſo daß man, wenn auch nicht auf unbedingte Möglichkeit der Cultur der N. rubra im Freien ſchließen kann, doch hoffen darf, und daß, um dieſes Ziel zu erreichen, nur einige beſondere Vorkehrungen genügen werden, z. B. das Eindringen des Froſtes bis zu dem Wurzelſtock zu verhindern, ſei es mit Hülfe einer hinreichenden Waſſerhöhe, ſei es, daß man das Waſſer durch auf Holzſtützen gelegtes Stroh gegen das Gefrieren ſchützt. Letztere Vor⸗ kehrung iſt nöthig, weil das Stroh unmittelbar auf dem Waſſer ſich gleich zerſetzen würde. Wenn die Pflanzen in einen tragbaren Kübel gepflanzt wären, könnte man dieſen herausnehmen, um ſie gegen ſtrenge Kälte zu ſchützen. Es wäre ſelbſt möglich, daß die Art, vorausgeſetzt, daß ſie hin⸗ reichend tief unter Waſſer ſteht, relativ hart wäre und der Kälte wider⸗ ſtände. In den ſüdlichen Gegenden Frankreichs iſt dies ohne Zweifel mehr zutreffend, wir können deshalb nicht genug zu verſchiedenen Culturvperſuchen der N. rubra aufzufordern, um die beſte, leichteſte und billigſte Cultur⸗ methode zu finden, denn ſie iſt eine der ſchönſten Pflanzen, welche man zur Ausſchmückung von Gewäſſern zu finden vermag. In einem warmen Aguarünn blüht ſie faſt den ganzen Winter hindurch.
Es giebt bekanntlich auch noch andere Species von ihnlichem Unfprunge, deren Cultur ebenfalls verſucht werden könnte. Dieſe ſind die Nymphaen seutifolia De. mit azurblauen Blumen, N. coerulea Sav. mit ebenfalls blauen, aber meiſt ſich nur des Abends öffnenden Blumen. Die N. stellata De. mit blaßblauen; die N. gigantea Hook., eine andere Art mit blauen aber viel größeren Blumen; die N. versicolor Do., dentata Schum., Ama- zonum Mart. und endlich die N. Devoniensis, Boucheana, Ortgieniann Aaken, welche Hybriden zwiſchen N. dentata und rubra ſind.
Da wir ſoeben von Hybriden ſprechen, die aus tünſtlicher Befruchtung zweifellos ſehr ſchöner aber nicht harter Species hervorgegangen, ſo möchten wir fragen, warum man die Kreuzung zwiſchen dieſen indiſchen Species und nicht auch zwiſchen anderen vorgenommen hat, die nicht minder ſchön und erfreulich unſere Waſſerparthien ſchmücken: die Nymphaea alba und Nuphar luteum? Wenn man die ſchönſten indiſchen Species und ſelbſt die Victoria wählte, und indem man die Art zu operiren wechſelte — alſo bald dieſe
5
eine, bald die andere als Mutter nähme, würde man dadurch nicht die Chancen des Gelingens und größerer Verſchiedenheit vermehren? Selbſt⸗ redend muß man immer die Species, welche in unſeren Culturen niemals Samen geben als Väter nehmen; eine ſolche iſt z. B. die N. rubra.
Es ft. dieſes unſerer Meinung nach ein ſo weites als fruchtbringendes Feld, daß wir uns gedrungen fühlen, darauf hinzuweiſen. Die Herrlichkeiten, welche aus ſolchen mit Intelligenz unternommenen Befruchtungen gewonnen werden können, iſt gar nicht vorauszuſehen, wenn man z. B. unſere Nymphaea alba mit N. rubra oder Ortgiesiana rubra und Nuphar luteum mit N. coerulea und vice versa befruchtete; oder ſelbſt, wie wir dies ſchon an⸗ gedeutet, mit der Victoria regia. Es erſcheint außer Zweifel, daß man durch ſolche Arten der Befruchtung harte und verſchiedenfarbige Pflanzen erhielte, welche für unſere Teiche wahrhaft feenhafte Teppiche wären, auf welchen ſich tauſende verſchiedene Blumen ausbreiteten, welche im Contraſte mit den Blättern vereint mit dem der Gewäſſer ein Bild hervorrufen würden, von, dem man fi) kaum eine Idee zu machen im Stande iſt.
(E. A. Carrière in Rev. hortic.)
N Nachſchrift der Redaction. Die Nymphaea rubra Roxb. iſt un⸗ ſtreitig eine der ſchönſten Nymphäen und machte bei ihrem Erſcheinen zur Zeit, wo man in vielen Gärten, namentlich ſeit der Einführung der Victoria, die Waſſerpflanzen mit großer Vorliebe cultivirte, viel Aufſehen. Es iſt eine alte bekannte Pflanze, J. Banks erhielt ſie bereits 1803 aus Indien und gab ſie damals an den Garten zu Kew, wo ſie jedoch wohl wieder verloren gegangen iſt. Auf dem Continente blühte ſie zuerſt 1851 bei Van Houtte in Gent in deſſem Vietoria-Haufe. Auch wir gelangten im Jahre 1852 in den Beſitz derſelben und cultivirten ſie gleichzeitig mit einer großen Anzahl anderer Nymphaea-Nrten im Victoria⸗Hauſe im botaniſchen Garten zu Hamburg, woſelbſt ſie ſich jedoch als ein ſehr undankbarer Blüher unter den übrigen Arten hervorthat und in mehreren Jahren gar nicht blühte oder nur vereinzelt eine Blume brachte, ſo daß ſie ſehr bald durch die herrlichen, faſt gleich ſchön rothblühenden Hybriden, welche durch die Befruchtung dieſer Art mit der N. dentata entſtanden find, verdrängt wurde. Als Species wurde fie jedoch beibehalten und fortcultivirt. Im Jahre 1854 pflanzten wir eine Pflanze in ein Baſſin im Freien, in dem das Waſſer ſtets eine Temperatur von 16° R. hatte, indem es feinen Zufluß aus dem Baſſin des Victoria⸗Hauſes hatte. Obſchon die N. rubra in dieſem Baſſin während des Sommers freudig wuchs und reichlich Blätter trieb, ſo brachte ſie damals jedoch keine Blüthen, und da ſich dieſe Species auch in anderen Gärten als undankbar im Blühen zeigte, ſo liß man ſie in dieſen eingehen, ſo daß ſie in wenigen Jahren darauf zu den ſelteneren Arten gehörte und jetzt, wie viele ihrer verwandten Arten, aus den meiſten Gärten verſchwunden ſein dürfte, denn in ſehr wenigen Gärten werden leider die Waſſerpflanzen in dem Maße cultivirt, wie ſie es verdienen.
FH 1 TIA iat 1m {
MER asparagoides Wild, deſſen Verwend 5 ind Geil fe veudun )
u di ya ont A ans
Die 115 genannte Pflanze, bereits ſeit 1702 bekannt und er es gebirge der guten Hoffnung ſtammend, gehört zu den Liliaceen oder 5 acee und wird ſeit neueſter Zeit vielfältig in einigen Handelsgärtnereſen 0 teh indem ſie ſich ſowohl durch Schönheit des Wachsthums, wie au N i Nützlichkeit in der Bouquetbinderet auszeichnet. Es Ye ſchünte Ehe pflanze fürs Kalthaus, wie viele Asparagus⸗Arten, aber holzi demnach aus? dauernd und noch mehr verzweigt. Die Blätter ſind 9 äutig glänzen e grün, während die länglich⸗ lanzettförmigen Zweige (ſogenannte 1 die Geſtalt der echten Laubblätter von 915 Linien Länge und bei 56 Linien Breite beſitzen. An dieſen letztern haben auch die einzelnen, „Blühen ihren Urſprung, die einen herrlichen Duft verbreiten. *
Zum Binden von Bouquets, Kränzen x. laſſen. ſich die Zweige dieset Pflanze ungemein vortheilhaft verwenden. Auf der letzten Herbſtausſt ellung in Hamburg ſahen wir einige Zweige dieſer zierlichen Schlingpflanze zur Verzierung zweier Tafelaufſätze benutzt, und wir können wohl, behaupten, daß wir keine andere Pflanze Ren zu machen wüßten, die ſich für gauche Zwecke beſſer eignen würde.
Die Cultur der Pflanze iſt eine ſehr de man, erzieht dieselbe aus Samen oder durch Wurzeltheilung, die Wurzeln ſind ſehr fleiſchig und muß man daher die Pflanzen während ihrer Ruhezeit nur mäßig feucht halten, nur eben ſo viel begießen, um ſie vor dem Vertrocknen zu ſchützen. Am beſten cultivirt man die Pflanzen in Töpfen, im Winter in einem Kalthauſe, während des Sommers im Freien. 5—6zöllige Töpfe mit etwas ſchwerer nahrhafter Erde genügen, um kräftige Pflanzen zu erhalten, deren aus dem Wurzelſtock entſpringenden Triebe man an dünnen Stäben. von 4—5 15 Höhe ſich empor winden läßt. 9 75
Als eine Bezugsquelle der Pflanze können wir F. Gloede i in v E ppm dorf, Hamburg, empfehlen, in deſſen Gärtnerei wir eine Anzahl hübſcher junger Pflanzen ſahen. — Auch als Zimmerpflanze wre * Myrsiphyllum zu empfehlen. no. e, N
Zur Cultur der Ohrysanthonium. 4 am | Seit mehreren Jahren haben wir hier in Hamburg keinen jor schönen Flor von Chrysanthemum gehabt, wie im vergangenen Herbſte, wohl eine Folge der lange anhaltenden ſchönen Herbſtwitterung. Die Pflanzen, ſowohl die im Freien wie die in Töpfen cultivirten, haben ihre Blüthenknospen gehörig ausbilden können und ſtanden Mitte November faſt in allen Größen, in ſchönſter Blüthe, während in den Jahren a die Pflanzen meiſt erſt im Dezember zu blühen anfingen, und in ſehr vielen Gärtnereien, in denen man den Pflanzen keinen freien, luftigen Standort geben konnte, wurden
7
dieſelben unanſehnlich, bekamen gelbe trockene Blätter, wurden von unten auf kahl und ſelbſt die Blumen entwickelten ſich nur unvollkommen.
In England ſpielen die Chryſanthemum im Herbſte eine große Rolle,
ſie gehören mit zu den Lieblingspflanzen der Pflanzen- und Gartenfreunde, Hund man muß es den Engländern laſſen, daß fie die Cultur dieſer fo ſchönen Pflanzen auch gründlich verſtehen. Alljährlich werden auch an mehreren Orten Austellungen von Chrysanthemum abgehalten, auf denen man die herrlichſten Sorten in muſterhaft cultivirten, reichblühenden Exemplaren zu ſehen bekommt. Die Hauptkunſt in der Cultur der Chrysanthemum beſteht bekanntlich darin, von unten auf grün belaubte und reich blühende Exem⸗ plare zu erhalten. In den meiſten Fällen ſind aber die Pflanzen zur Zeit, wenn ſie in Blüthe kommen, von unten auf kahl und man iſt genöthigt, wenn ſie zur Zeit der Blüthe einen Effect machen ſollen, den unteren W der Pflanzen durch andere dicht belaubte Pflanzen zu verdecken. UAum kräftige, geſunde Pflanzen zu erziehen, mache man im April oder Mai, je nach der Witterung, Stecklinge, bedecke dieſelben mit einer Glas— glocke und ſetze ſie in einen ganz kalten, ſchattig gelegenen Kaſten. Wenn dieſelben gehörig Wurzeln gemacht haben und keine Nachtfröſte mehr zu befürchten ſind, ſo pflanze man die jungen Pflanzen auf ein gut zubereitetes Beet, jede Pflanze 2 ½ Fuß nach allen Richtungen von einander entfernt, damit jede Pflanze reichlichen Raum ſich auszubreiten behält, es iſt dies eine Hauptbedingung kräftige Pflanzen zu ziehen. — Sind die Pflanzen ausgepflanzt und angegoſſen, ſo bedecke man den Boden zwiſchen den Pflanzen mit kurzem, gut verrottetem Dünger, was von großem Vortheil für die Pflanzen iſt und viel beſſer, als das Beet vor dem Pflanzen ſtark zu düngen, denn da die Chryſanthemum mehr in der Oberfläche der Erde wurzeln, ſo erhalten ſie gleich die Wirkung der Dungſchicht, und letztere verhindert auch zugleich, daß der Boden nicht zu ſtark austrocknen kann. Bis Mitte Juli müſſen die Triebe der Pflanzen geſtutzt gehalten werden, ſpäter aber nicht mehr, und von da ab überſpritze man die Pflanzen jeden Abend bis zur Zeit wo ſie aufgenommen und in Töpfe gepflanzt werden. Man nehme ſie ſo behutſam wie möglich auf und pflanze ſie in möglichſt kleine Töpfe (denn zu große ſind ſtörend und ſehen ſchlecht aus) mit recht nahrhafter Erde. Iſt das Einpflanzen vollendet, ſo ſtelle man die Pflanzen an einen etwas ſchattigen Ort, bis ſie angewachſen, und dann aber an einen völlig von der Sonne beſchienenen Ort. Daß man ſpäter für das Aufbinden der Pflanzen Sorge tragen muß, ehe die Zweige ſich niederbiegen oder vom Winde ab— gebrochen werden, bedarf kaum einer Erwähnung. Ein recht häufiger Dung⸗ guß bis zur Zeit wo die Pflanzen in Blüthe kommen, iſt denſelben von großem Vortheil. Auf dieſe Weiſe cultivirt, erzielt man kräftige Pflanzen von 2— 2 ½ Fuß im Durchmeſſer, ſchön belaubt von unten bis oben und Mi blühend.
Das größte Verſehen bei der Anzucht der Chrysanthemum iſt, daß die Pflanzen in den mee Fällen zu 500 beſammen ſtehen und zu trocken gehalten werden. a E. Oo.
Nu Hyd 'H 2 1911 m
8
Die Stechpalmen⸗ (Ilex-) Arten und Varietäten, deren Ber: wendung in den Gärten. | |
Die Stechpalmen-Arten und deren viele Varietäten gehören mit zu unſeren hübſcheſten immergrünen Sträuchern oder Halbbäumen. Es ſind meiſt Sträucher, weniger Bäume mit ziemlich feſtem Holze. Die Blätter ſind ſtets einfach, aber oft dornig gezähnt, zuweilen auch ganzrandig, leder⸗ artig und deshalb bleibend, ſehr ſelten abfallend. Die Blumen ſind nur klein und unſcheinend, ſie bilden mehr oder weniger gedrängte, meiſt ſpindelige Blüthenſtände und ſind kurz geſtielt. Die Frucht iſt eine mehr⸗ ſteinige Steinfrucht von oft ſchöner rother Farbe. ind u
Die bekannteſte Art von allen iſt die gemeine Stechpalme Ilex Aqui- folium L., die in Mittel⸗ und Südeuropa wie im nördlichen Orient heimiſch iſt. Es iſt ein allgemein beliebter und auch für unſere Gärten ſehr zu empfehlender immergrüner Strauch, der ſich ſogar zum Baum heranziehen läßt. Von dieſer Art giebt es eine ſo große Anzahl von Formen und Varietäten, daß man mit dieſen allein ſchon im Stande wäre, die herr⸗ lichſten Boskets zu arrangiren, Boskets, wie man ſie auch ſo häufig in den Gärten Englands findet. Als Einzelpflanzen nehmen ſich, namentlich die buntblättrigen Formen, ganz beſonders ſchön aus. 43575
Wie ſchon bemerkt, haben wenige Pflanzen eine ſolche Neigung zu Abänderungen, hauptſächlich in den Blättern, wie die gemeine Stechpalme. Bisweilen ſind die Blätter ſo ſchmal, daß ſie denen der Weiden ähneln, dann ſind ſie wieder rundlich, d. h. ſo lang wie breit. Bei einigen Formen ſind die Blattränder oft mit den ſtärkſten Dornen beſetzt, die ſich ſelbſt auf beiden Flächen der Blätter in geringerer Größe fortſetzen. Bei einigen anderen Formen iſt der Rand der Blätter wieder ganz und beſitzt keine Spur von Zähnen.
Die Zahl der Sorten iſt in neuerer Zeit namentlich ſehr groß ge⸗ worden, unter denen es freilich viele giebt, die ſich einander ſehr nahe ſtehen. Wie Profeſſor K. Koch in feiner Dendrologie anführt, kultivirt Andrs Leroy in Angers 46 Ilex⸗Sorten. Schon Philipp Millev, zur Zeit Linns's, wie etwas ſpäter Duhamel in Frankreich, kannten 33 reſp. 35 Sorten, woraus zu erſehen iſt, wie groß die Liebhaberei für die Ilex⸗Formen ſchon im vorigen Jahrhundert geweſen ſein muß. N
In den 5Oger Jahren gab es bereits eine ſo große Anzahl von Ilex-Sorten und Arten in den verſchiedenen Gärten, daß zwei Botaniker, nämlich Göppert in Breslau und dann Decaisne in Paris ſich veranlaßt fanden, das reiche vorhandene Material zu ſichten und die Gattung Ilex monographiſch zu bearbeiten. Die Göppert'ſche Arbeit erſchien zuerſt in dem Samenverzeichniſſe des botaniſchen Gartens in Breslau im Jahre 1852 und dann in Regels Gartenflora (3. Jahrg.) von Neuem Decaisne feine Arbeit erſchien im Jahre 1854 im 9. Bande der Flore des Serres etc. von L. van Houtte. | |
Neueſter Zeit hat Profeſſor K. Koch in feiner Dendrologie II. Bd. 1. Abtheilg. (1872) eine Bearbeitung der Gattung Ilex gegeben. Außer
9
dem vielen ihm zu Gebote geſtandenen Material hat Prof. Koch beſonders zwei große Sammlungen ſeiner Bearbeitung zu Grunde gelegt, nämlich die von André Leroy in Angers im weſtlichen Frankreich und die von Hooftman und Ottolander in Boscoop bei Gouda in Holland. Von I. Aquifolium führt Koch 65 verſchiedene Formen und Varietäten auf und dann noch 15 andere reine Ilex⸗Arten.
In allerletzter Zeit erſchien nun in mehreren Nummern von Garden. Chronicl von H. Moore eine Aufzählung aller, namentlich in England, bekannten Ilex-Formen und Varittäten mit Abbildungen von Blättern der auffälligſten Formen. Das Material, welches der Verfaſſer benutzte, lieferten ihm vornehmlich die reichen Sammlungen von Waterer zu Knap Hill, wie die Sammlungen von Fiſher, Holmes und Co. in Sheffield, W. Paul zu Waltham Croß, Lawſon und Co. in Edinburg, R. Smith in Worceſter und mehrere andere. Die Eintheilung der Formen hat T. Moore haupt⸗ ſächlich nach der Farbe und Größe der Blätter und nach dem Vorhanden⸗ ſein, Fehlen oder dem Charakter der Stacheln gemacht. Der Verfaſſer beginnt ſeine inihaitang der Formen mit
| a. Grünblättrige. § Rand mit zahlreichen ſtark entwickelten Stacheln beſetzt. * Stacheln verſchiedenartig geſtellt. I Blätter groß, 3 und mehr Zoll lang. | 1m. I. Aquifolium nobills, Lawſon, Paul. (Mit Abbildg. Fig. 89, 1.)
Eine edle Varietät mit purpurnfarbiger junger Rinde, hat etwas Aehnlich— keit mit I. Hodginsii. Die Blätter find dunkelgrün, rundlich eiförmig, von 2/½—3 )‘ Zoll lang an verſchiedenen Exemplaren, die Randſtacheln ſehr groß, ziemlich weit doch regelmäßig von einander entfernt ſtehend. Es iſt eine Pflanze von kräftigem Wuchs.
2. I. Aquifol. nigra, Fiſher. — Eine ſtolze Form von dicker Textur und grüner junger Rinde. Die Blätter find ſehr dunkelgrün, an 3 Zoll lang und 2 Zoll breit, länglich-eiförmig, am obern Ende mehr ſtumpf ar gerundet. Stacheln ſtark, regelmäßig geſtellt.
3. I. Aquifol. grandifolia, Lawſon. (Mit Abbildg. Fig. 89, 2). Eben. falls eine Form von nobler Tracht, die junge Rinde grün. Die Blätter ſind mehr matt dunkelgrün, 4 Zoll lang, 2 ½ Zoll breit, ſtumpf⸗eiförmig; die Stacheln weniger ſtark entwickelt als wie bei den vorhergehenden Sorten.
4. I. A. latifolia, Lawſon. Eine ſchöne Form nach Art des I. Hod- ginsii, das Holz der jungen Zweige dunkelpurpur. Die Blätter find dunkel⸗ grün, 3½ Zoll lang und 2½ Zoll breit, eiförmig, mit groben und entfernt ſtehenden Stacheln verſehen.
5. I. A. Hodginsii, Waterer, Paul; Shepherdii Fiſher. Dies iſt eine der ſchönſten aller ſtarkwüchſigen Formen und ſehr diſtinkt. Das Holz der jungen Zweige iſt purpurn und die Blätter ſind vom Len und reichſten Grün, fie find ſehr breit, eiförmig, 3—4 Zoll lang, 2 ½ Zoll breit und am Rande mit ziemlich entfernt von einander ſtehenden, 1 7 geſtellten, aber ſtark entwickelten Stacheln verſehen. Es bildet dieſe Form einen ſchönen *
10
6. I. A. platyphylla, Fiſher, Paul. — Eine Varietät mit dicken Blättern und grüner oder purpurner junger Rinde. Blätter tiefgrün, 3 ½ Zoll lang, 2¼ Zoll breit, breit eiförmig, mit ſtumpflicher Spitze; die Stacheln weniger grob entwickelt wie bei einigen in dieſer Hinſicht den grandifolia-Formen nahe ſtehenden; ſehr häufig ſind die Stacheln ziemlich regelmäßig um den Rand geſtellt, während in andren Fällen ehe ganz fehlen oder nur theilweiſe vorhanden find. ı
7. I. A. Belgica, Holland, Lawſon. (Mit Abbildg Fig 90, 2). Eine ſchöne, kräftig er Varietät, deren junges Holz grün iſt. Die Blätter find ſaftgrün, 3 ½ Zoll lang, eiförmig oder länglich⸗eiförmig, 2 Rand mit einem Kranz von ſtarken Stacheln dicht beſetzt iſt.
8. I. A. rigida, Lawſon. Eine diſtinkte Form, deren er Rinde grün iſt. Obgleich dieſe Form die Bezeichnung rigida führt, ſo iſt ſie dies 1 mehr als der Typus. Blätter ſchön grün, etwa 3 Zoll lang,
1½ Zoll breit, eiförmig, am Rande mit ziemlich N und 1 8 verſehen. 1
. aleicornis, Lawſon. (Mit Abbildg. Fig 90, 3) 2 iſt dies eine der diſtinkteſten der großblättrigen, ſtacheligen Hülſen— Sorten. Die⸗ ſelbe wächſt leicht und gehört zu denen, deren junge Rinde grün iſt. Die Blätter find hellgrün, 3½ Boll lang und 1 ½¼ Zoll breit, länglich⸗eirund, mit einer keilförmigen Baſis; der übrige Theil des Randes iſt mit zahl⸗ reichen, ſehr langen (¾8 Zoll, ſchmalen, ſteifen ſcharf zugeſpitten ben beſetzt. — 9
Die Formen der nun folgenden Gruppe haben Vedentend fleinere Blätter als die der erſten, und deren beſtimmte Geſtalt iſt eine mehr will⸗ kührliche, dennoch findet man ziemlich gute, deutliche Kennzeichen an ihnen zur Aufſtellung von Unterabtheilungen, heraus. So laſſen ſich dieſe Formen in zwei Untergruppen bringen, ſich durch die Breite ihrer later unter⸗ ſcheidend.
a. Blätter grün. 4 § Stacheln randſtändig, zahlreich, ſtark entwickeckelt.
* Stacheln ausgeſpreizt, verſchiedenartig gerichtet.
1 Blätter mittelgroß, 1½ bis 2 ½ Zoll lang. Br
Blätter oval oder eiförmig, gewöhnlich mehr als 1 Zoll breit. —
10. I. Aquifolium L., Waterer, Smith, Lawſon, Paul. (Mit Abbildg Fig. 101, 1); diversifolia, Lawson. Dies iſt die urſprüngliche typiſche Art, von der alle die in der vorigen Abtheilung genannten abſtammen und die ſich beſonders durch ihre größeren Blätter unterſcheiden. Bei der typiſchen Art variiren an verſchiedenen Exemplaren die Blätter von 1 / —2 ½ Zoll Länge und in der Breite ohne die Stacheln von ¼ —1 Zoll. Das junge Holz aller Exemplare, welche zur Unterſuchung vorgelegen haben, hatte eine dunkelrothe Färbung, obgleich die Rinde der gewöhnlichen Stechpalme, namentlich im verwilderten Zuſtande, grün iſt. Die Blätter des I. Aqui- folium haben zahlreiche, ſtark entwickelte Stacheln, die nach allen Richtungen hin geſtellt find. — Aus Samen gezogene Pflanzen der gemeinen Stech⸗
Yin
un
11
palme variiren ſtets mehr oder weniger, mehr als man glauben ſollte. Dieſe Art iſt ein ſchöner immergrüner Strauch für gewöhnliche immergrüne Gruppen, und junge oder mehrjährige Pflanzen werden zu Unterlagen zur Vermehrung der beſſeren Varietäten benutzt, die ſich nicht durch Samen vermehren laſſen. — Die Varietät diversifolia bei Asa unterſcheidet ſich nur ſchr. wenig von der reinen Art. |
11. I. A. pendula, Waterer, Fiſher, Hoi: Poul, — Die. eigen⸗ chumliche Eigenſchaft dieſer Form beſteht darin, daß deren Zweige hängend ſind; die Blätter ſind tiefgrün, verſchiedenartig ſtachelig, meiſt 23 Zoll lang! Die Rinde in einzelnen Fällen dunkelpurpur, röthlich bei anderen und auch ſehr oft grün. Die Stacheln ſind etwas breiter als bei der Urart und meiſt ſehr dahlkeich verenden e gezogen bildet dieſe Form einen ee Baum.
12 10 ef intel ii Smith, paul; gelbbeerige Sorte, Waterer, Fiſher; flayum, Maſters und Kinmont. Es iſt dies eine grün⸗ rindige Varietät, oder auch purpurn. Die Blätter variiren von 2½—3 Zoll in Länge, ſind eiförmig, lichtgrün und deren Rand iſt mit einer mäßigen Anzahl verſchiedenartig geſtellter Stacheln beſetzt, zuweilen ſind auch nur ſehr wenige derſelben vorhanden (3.—5). Dieſe Form gleicht der gemeinen Art ſehr und ihr Hauptunterſchied iſt der, daß ſie gelbe Früchte erzeugt, ſo daß ſie ſich zur Fruchtzeit weſentlich von den anderen unterſcheidet.
13. I. A. fructu-aurantiaco, Paul; mit orangefarbenen Früchten, Waterer. — Paul's Pflanze hat eine dunkelpurpurfarbene Rinde und eirunde Blätter mit weit obſtehenden Stacheln, während Waterer's Pflanze, die ein Sämling ſein ſoll,, grünes Holz und elliptiſch⸗eiförmige Blätter hat, die etwas wellig und ſtachelig ſind, in Länge bis zu 2 / Zoll varüren. Das Hauptkennzeichen beſteht in den Früchten, die einen vrangefarbenen Anflug haben, vermuthlich ein Baſtard TOR, einer Form mit ſcharlachrothen und gelben Früchten.
14. I. A. costata, 1 e Fiſher, Smith. — Diefe Varietät iſt in der Gärtnerei von Fiſher, Holmes und Co. in Sheffield gezogen und von denſelben verbreitet worden. Dieſelbe gehört zu den Sorten mit purpurner oder röthlicher Rinde. Die Blätter find tiefgrün, 2 ½ Zoll lang und 1 1 ¼ Zoll breit, länglich ſpitz, mit leicht abſtehenden Stacheln. Es iſt eine ſtarkwüchſige Pflanze, die ſich ſogleich an der purpurnen Linie auf der Mittelrippe der Rückſeite des Blattes erkennen läßt.
15. I. A. Fisheri, Fiſher, Paul. (Mit Abbildg. Fig. 105, 3). Es iſt dieſes ebenfalls eine der vielen in der eben genannten Gärtnerei gezogenen Formen. Die authentiſchen Exemplare haben alle eine grüne Rinde; die Blätrer variiren ſehr, ſie ſind 2 ½ Zoll lang und 1 ½ Zoll breit, ſehr dunkelgrün und von lederartiger Gonfiken, eiförmig, am obern Ende etwas zugeſpitzt, meiſt ganzrandig mit einem dicken Rand, zuweilen ſtachelig durch— weg; die Stacheln ſtark, weit abſtehend, meiſt aber 1—2 bis 5—6 Stacheln am Rande des untern Blattendes, während das obere Ende zugeſpitzt und ganzrandig iſt. Es iſt eine ſchöne Form.
12
16. I. A. heterophylla, Lawſon, Smith, Fiſher; heterophylla major, Paul. (Mit Abbildg. Fig. 105, 2). Dieſe Varietät hat viel Aehnlichkeit mit I. laurifolia, jedoch find die Blätter kürzer und verhältnißmäßig breiter. Die Rinde des Holzes iſt purpurn, nur an den Pflanzen bei Herrn Smith find fie grün. Die eiförmigen oder elliptiſch-eiförmigen Blätter ſind durch⸗ ſchnittlich 2¼ Zoll lang und 1—1 ½½ Zoll breit, zuweilen auch 23), Zoll lang und 1½ Zoll breit; ſie find dunkelgrün, nach dem obern Ende zu etwas gedreht, entweder ganzrandig oder (an einem und demſelben Zweige) entſchieden ſtachelig, ſehr ſelten durchweg ſtachelig. Wenn Stacheln vorhanden, ſind dieſe ſtark entwickelt, abſtehend und ungleich vertheilt Es Hit: ‚eine e fan wüchſige, Effect machende Sorte.
17. I. A. hybrida, Paul. — Das Holz dieſer Varietät iſt tief p purpurn, die Blätter ſind eiformig, etwa 2 Zoll lang, die Randſtacheln wenig ab⸗ ſtehend, wenig oder mehrfach vorhanden, im erſteren Fall ungleich vertheilt, im letzteren regelmäßig geſtellt. In gutem Boden werden die Blätter wahr⸗ ſcheinlich größer als die an den Exemplaren aus der Paul'ſchen Gärtnerei.
18. I. A. Beetii, Fiſher, Paul. (Abbildg. 107). Eine ſehr ſonderbar ausſehende Barietät in der Handelsgärtnerei von Fiſher, Holmes und Co. gezogen. Die Rinde iſt grün, die Blätter ſind ſehr kurz, dunkelgrün, glänzend, faſt rund, 1½ Zoll lang, 1 Zoll breit, ſehr ſtachelig am Rande, Stacheln ſtark abſtehend. Die Textur der Blätter iſt eine ſehr feſte und der Rand verdickt. = iſt eine ſehr diſtinkte Varietät.
Blätter lanzettfürmig, etwa 1 Zoll oder weniger Berg
19. 1. A. Handsworthensis, Fiſher, Paul. (Abbildg. 108). Das Holz dieſer in der Gärtnerei von Fiſher, Holmes und Co. in Handsworth gezogenen Varietät iſt grün; die Blätter find ei⸗lanzettförmig, zugeſpitzt, glänzend grün, 1¾ Zoll lang und ¼ Zoll breit mit zahlreichen, dicht beiſammenſtehenden Stacheln beſetzt, die mit ihren Spitzen nach dem obern Ende des Blattes gerichtet und nur wenig ausgeſpreitzt ſind. Es hat dieſe Form etwas Aehn⸗ lichkeit mit I. ciliata major.
20. I. A. Smithiana, Smith, Fiſher, Paul (Abbildg. Fig. 100 Eine ſehr diſtinkte Varietät mit ſchmalen Blättern. Die Rinde iſt grün, zuweilen mit röthlichem Anflug; die Blätter ſind lanzettlich, von 2— 2 ½ Zoll Länge und 8 — ¼ Zoll breit, glänzend lichtgrün, mit entfernt ſtchenden ſchwäch⸗ lichen Stuchcht die mäßig ausgeſpreitzt ſind. Textur der Blätter ei nißmäßig dünn.
21. I. A. elliptica; flammea angustifolia, Paul. — Rinde grün, Blätter elliptiſch, 1°), Zoll lang, 5 Zoll breit, zuweilen ganzrandig, zuweilen mit wenigen welligen Stacheln, ſehr oft aber auch mit zahlreichen Stacheln bewaffnet, dieſe ſind ſchwach aber ſtark ausgeſpreitzt. Es gleicht 9 5 ro der I. myrtifolia, hat aher größere Blätter.
FFortſetzung folgt.)
N ede * Ss: RR 8
13
Der Rieſenblaſentang (Nereoeystis Lütkeana) als neues Bindematerial in der Gärtnerei.
Vor e Jahren wurde ein neues, bis jetzt unübertroffenes Binde⸗ material unter dem Namen: „Neuer Manilabaſt“ von Herrn A. H. Höbbel in Hamburg zuerſt eingeführt und als Handelsartikel auf das Wärmſte empfohlen.“)
Von welcher Pflanze dieſes Product eigentlich abſtammt, war bisher nicht zu ermitteln geweſen; man vermuthete, daß daſſelbe von einer Palme herrühren müſſe und nahm an, daß dies Sagus oder Raphia Ruffia fein könnte, daher dies Bindematerial auch den Namen „Raphia-Baſt“ führt, eine Bezeichnung, die nun auch in verſchiedene Handelscataloge und Anzeiger blätter übergegangen iſt.
Daß dieſes Prodult weder die Baſtfaſer eines Baumes, noch die Gefäß⸗ bündel einer Palme oder anderen monocotylen Pflanze ſein können, beweiſt die ganz Structur und der innere Bau deſſelben, vielmehr verräth dieſes nach vorhergegangener, genauer Prüfung eine Pflanze niederer Organiſation und zwar eine Waſſerpflanze, weiche in den nordöſtlichen Theilen des großen Oceans ihre Heimath hat. 0 2
Die erſten Nachrichten über Kr ſonderbare und zugleich wichtige
Pflanze verdanken wir dem Herrn F. H. von Kittlitz, welcher in der naturwiſſenſchaftlichen Zeitſchrift, „die Natur“, herausgegeben von Dr. Karl Müller, Jahrg. III (1854), S. 77, in einer Reiſebeſchreibung „Ausflüge in der Bai von Sitcha“ uns über den Gebrauch der in Rede ſtehenden Pflanze, ſeitens der dortigen Einwohner belehrt.
Derrſelbe erzählt, daß die Alenten dieſe Pflanze vermöge. ihrer. Poro⸗ ſität als Heber benutzen, um das zufällig in ihre Baidarken (Kähne) 8 Waſſer zu entfernen. Es heißt darin ferner:
„Dieſe coloſſale Seepflanze iſt charakteriſtiſch für die hieſigen Küften, — ſie in Menge zu wachſen ſcheint. Sie wird Bobrowaja Kabusta (See⸗ otterkraut) genannt, weil die inſelartig im Meere ſchwimmenden Klumpen, welche die losgeriſſenen Stengel bilden, Lieblingsplätze für jenes koſtbare Seewild zu ſein pflegen und daher von den Jägern deſſelben beſonders beobachtet werden.
Die ganz eigenthümliche Bildung dieſes Gewächſes, macht es in gewiſſer Hinſicht zu einem Vertreter der Palmen⸗ oder mehr noch der Vucca- und Agaven-Form unter den Seepflanzen.
Von einem ganz unſcheinbaren Bündel kurzer Wurzelfaſern, geht als Stamm eine lange, ſehr zähe Schnur in der urſprünglichen Dicke eines Bindfadens aus, die allmählig mit zunehmender Länge auch an Dicke zunimmt, bis ſie in einem rübenförmigen hohlen Kolben endet, auf dem wieder 3—4 Büſchel Faſern entſpringen, die alsbald in lederartige, ohn⸗ gelehrt l breite Winter von ſehr beträchtlicher Mc ausgehen, jo daß
81 8e
= Sit Ds 3 5 105 333 u. 529; 1874 S. 310. 110 ago | | Die Redact.
14
von dieſem dicken Ende des langen, vom Waſſ et de de Ag eine reiche Blätterkrone weithin der Fl luth. 115 dient, bis endlich die Gewalt der letzteren, die mit der 205 des anzen in keinem Ver⸗ hältniß ſtehenden Wurzeln ablöſt und das losgeriſſene Gewächs mit andern ſeines Gleichen zu einer jener ai enen 9 Inſeln vereinigt, die man hier überall umhertreiben ſieht; auch häufig am Ufer ausgeworfen findet. Die Farbe dieſer damals (wohl gegen das Ende der 40er Jahre) noch faſt unbekannten Pflanze, die Martens ſofort Pucus Lütkeanus, Rieſenblaſentang, benannte (Nereocystis Lütkeana der neueren Autoren) iſt hellröthlich— gelbbraun und beſitzt in den ſüdlichen Meeren eine merk⸗ würdige Verwandte in der 1 eee welche gegen 3400 Fuß lang wird. wi en Rothe, 1115 di Pe
T Si Ant
Ueber neue Wel von 1870 und deren Werth. ae
iS ale d
Wie alljährlich, ſo wird auch im nächſten Jahre, den Pflanzenfreunden manche neue Pflanze von deutſchen Handelsgärtnern angeboten werden, welche dieſe, auf die, den Pflanzen vom Züchter gegebene Empfehlung geſtützt, für ſchweres Geld von England bezogen haben, aber ſpäter die Ueberzeugung bekommen, daß ſie nichts Neues und nichts Beſſeres erhalten haben, als bereits vorhanden iſt und ſomit nicht nur ſelbſt getäuſcht worden ſind, ſondern auch ihre Kunden, wenn von den 4 berelts abgeſckt eye iſt, getäuscht haben. In 1 2
Im Frühjahre 1874 find in Giants Von. engeren Züchter wieder mehrere neue Lobelien ausgegeben worden, und ein Correſpondent W. E. G. des „Garden“ hat ſich das Verdienſt em alle dieſe Lobelien mit den alten Sorten zuſammen auf eine Rabatte zu pflanzen, um unter gleich⸗ mäßiger Behandlung aller Sorten, den Werth der neuen Sorten zu erproben und kennen zu lernen. Inc nam 15 am 9 der Sqiſon folgendes Reſultat erzielt. | u Innamp une
1. White Brillant, diese verdient Baier dice Bezeichnung, da ſich in den Blüthen ſehr oft blaue Striche zeigen und obſchon ſie einen gedrungenen
Ih
aufrechten Habitus hat, fo ift ihr Blüthenreichthum doch nur ein r und iſt nicht zu vergleichen mit Diron's Nivea, welches wohl bis feet die beſte und diſtinkteſte weiße Lobelie in Cultur 1 SBEEDE SIE nne ud biſniq;
2. Speciosa bicolor. Dies iſt vielleicht die hübſcheſte der bon Penderpch gezogenen Sorten, nämlich in Bezug auf die Größe der einzelnen Blumen wie in Bezug auf die Zeichnung und Vertheilung der beiden Farben in denſelben, aber leider iſt die Tracht der Pflanze eine ſchwache und iſt die Pflanze von langſamem Wachſen, beſonders bei trockner Witterung. Sie hatte den ihr angewieſenen Kreis lange nicht ausgefüllt und machte ſomit einen ſchlechten Effect. Dieſe Sorte dürfte vielleicht für einen naſſeren Sommer geeigneter ſein. Jedenfalls it n aber ihrer bee 9 wegen ſehr zu empfehlen.
3. Pumila maxima azurea. Außer dem gebrungenen Wuchs befitzt
15
dieſe Sorte wenig oder gar nichts, was jie zur Cultur empfiehlt, denn ihre Blumen erſcheinen nicht ſehr zahlreich und ſind nur klein, nur wenig größer als die der alten L. pumila grandiflora und kaum ſo ſchön blau.
4.᷑. Porcelain Brilliant. Auch dieſe neue Sorte hat wenig Empfehlendes, außer ihrem Habitus, welcher aufrecht und voll iſt. Die einzelnen Blumen ſind klein und nicht brillant genug gefärbt.
Dieſe obigen vier neuen Sorten wurden von E. ie Henderſon zu Wellington, St. John's Wood, ausgegeben.
Die Herren Carter in Holborn, London, ſchickten 3 neue Sorten in dene Faith, Hope und Charity.
Die zweite Varietät: Faith iſt allein werth, cultivirt zu werden, ſie ha einen niedrigen, gedrungenen Wuchs und erzeugt gute, große Blumen von rein weißer und lichtblauer Farbe. Eine ſchöne Verbeſſerung der alten Varietät. Die beiden anderen Sorten ſind durchaus nichts werth, die eine hat ſchmutzigblaſſe, röthlich⸗braune, kleine Blumen und die andere erzeugt alle Sorten von 3 kaun zwei Pflanzen unter 6 brachten gleichfarbige Blumen hervor.
Von den 4 5 von eien Dixon, Amhurſthandelsgärtnerei, Hackney bei London, iſt die Painted Lady wohl die beſte und ſchätzenswertheſte, ob— gleich von lockerem Habitus. Dieſe Varietät blühte unaufhörlich bis in den ſpäten Herbſt. Die Blumen ſind ſehr niedlich geſtreift, has alle anderen faſt vergangen, blühte dieſe noch ſehr reich und ſchön.
Purpurea hat wenig individuellen Werth, fie bildet bite godſungete Rafen und erzeugt tief-, obgleich etwas ſchmutzig⸗blaue Bluinen.
Coerulea hat völlig fehlgeſchlagen, vielleicht in Folge der Dürre, ſie wuchs faſt gan richt. und erzeugte nur ſo wenig Blumen, ſo daß ſie ohne allen Effect blieb. Ju 8 auf die Farbe der Blumen iſt ſie die hellſte von allen Sorten. iin euch sen Sommern mag ſie vielleicht wessen gedeihen. in n Mazarine Gem n 1878) iſt unißestefich in Farbe, fe iſt die dunkelſte und brillanteſte von allen.
Lobelia pumila e ür fl. pl hal ſich als ganz werthlos aß Gruppenpflanze bewährt.“) Dixon's white Lobelia nivea if: Die hal weiße in Cultur.
Die Phnlorenn und ein neues Juſekten⸗ Pulver.
lleber diefen Gegenſtand hat Herr Dumas an die Academie der Wiſſenſchaften in Paris eine Mittheilung gemacht, nach der die wiſſenſchaft— liche Löſung der Frage und eine wahrſcheinliche praktiſche Methode zur Ber: nichtung dieſes ſchrecklichen Inſektes in Ausſicht geſtellt wird. AUnterdeſſen fährt die Weinpeſt fort ihre Verheerungen weiter nach Norden * Herr Maurice or an die Akademie über die
Wie 19 M Fergt. Hamburg. Gartenztg. 1874, p. 471, 849,
16
Verheerungen in zwei Departements von Charente; in der Umgegend von Cognac iſt ſie überall vorhanden, Libourne iſt ſehr ſtark von der Krankheit heimgeſucht; dieſelbe hat jetzt Cheteauneuf und Angouléme erreicht. Das Vorrücken dieſes Thieres iſt übrigens ſehr launiſch, denn während die Wein⸗ gärten eines Diſtriktes von demſelben befallen find, find andere, welche den⸗ ſelben Boden haben und auf denen dieſelben Weinſorten gezogen werden, gänzlich verſchont geblieben. Auch in der Champagne, in Niederöſterreich
und in Genf ſoll das Inſekt aufgetreten ſein. |
Herr Dumas, über die ungewöhnliche Entwickelung der geflügelten Phylloxera ſich auslaſſend, bemerkt, daß es höchſt unrecht geweſen, daß man auf der Inſekten-Ausſtellung in Paris von dieſem Inſekte befallene Wein⸗ ſtöcke ausgeſtellt habe, denn es hat daſſelbe dadurch ſehr leicht in die Wein⸗ gärten um Paris und in die großen Weingärten von Fontainebleau über⸗ tragen werden können. Bis zur jetzigen Zeit, ſagt Dumas, hat der jährliche Flug des Inſektes nicht über 12 oder 15 Meilen betragen. Es gebrauchte zwei Jahre, um Burgund zu erreichen und noch längere Zeit, um bis nach der Champagne zu kommen. Wäre Paris von der Weinkrankheit befallen, ſo läge Burgund wie zwiſchen zwei Feuern, die Champagne wäre 1 7 bedroht. Herr Lichtenſtein glaubt, daß die Wein-Phylloxera auch die Scharlach⸗ Eichen angreift und auf denſelben lebt,“) während Balbiani die Eichen⸗ Phylloxera für eine andere Art hält. Vier Varietäten ſind bekannt, nämlich die auf Quercus pedunculata (Stiel- oder Sommereiche), die auf Q. coccinea (Scharlach-Eiche), auf Q. alba (weiße Eiche) und die auf dem Weinſtocke lebende, welche alle bis auf die letztgenannte, harmlos ſind.
Die Periode der Ueberwinterung der Phylloxera iſt je nach den heißen oder kalten Ländern eine verſchiedene. Herr Girard hat in der Nähe von Cognac den Einfluß der Temperatur auf das Inſekt beobachtet. In den erſten Tagen des Octobers, an denen es in Intervallen regnete, die Luft kalt war und es am Morgen gereift hatte, waren keine Eier zu finden, trat jedoch wärmere Witterung ein, ſo wurden dieſelben wieder bemerkt. In dieſer Beziehung gleichen ſie anderen Inſekten. Es iſt daher auch wahr⸗ ſcheinlich, daß eine langſamere Entwicklung des Inſektes in nördlicher gelegenen Weingärten der längeren Ueberwinterung deſſelben zuzuſchreiben iſt, ohne jedoch anzunehmen, daß Kälte das Thier tödten würde. 8
Schwefelkohlenſaures Salz, das nach der Anſicht des Herrn Dumas die Inſekten tödten ſoll, hat jedenfalls etwas für ſich. Er ſtellte in ſeinem Laboratorium mehrere Verſuche an, ſowol mit den Pflanzen wie mit den Inſekten ſelbſt und fand, daß die Pflanzen, welche mit einer dünnen Auf⸗ löſung dieſes Salzes beſpritzt worden waren, nicht im grringſten gelitten hatten, während die Inſekten, welche davon berührt wurden, ſtarben.
Herr Girard machte Verſuche zu Cognoc mit kohlenſaurem Calcium ven der alten koſtſpieligen Methode bereitet, und fand, wenn etwas von
) Siehe die Mittheilungen über die eee in der Hamburger Gartenztg. 1874, S. 368.
17
|
dieſem Salze auf den Boden einer weithalſigen Flaſche gethan und das Inſekt über die obere Oeffnung derſelben gebracht wurde, daſſelbe ſogleich ſtarb. Als ein Inſektenpulver hält er dieſes Salz eben fo wirkſam wie Cyanide⸗Caltium. Das Nächſte war nun, dieſes Salz auf eine weniger koſtſpielige Weiſe zu erhalten, und Herr Dumas fand, daß, ohne die Anwendung von Alkohol, das man bisher für nothwendig hielt, in Waſſer aufgelöſtes Schwefel⸗ Calcium und Schwefelkohlenſtoff zur Vermiſchung gebracht werden könnten, und hat Herr Dorvault bereits eine Fabrik eingerichtet, um dieſes Salz nach gegebenem Princip billig zu ferneren Verſuchen herzuſtellen. Herr Mmillefert ſtellte mehrere Verſuche zu Cognac an. Weinreben in Töpfen ertrugen die Einwirkung des aufgelöſten Salzes für eine lange Zeit ohne zu leiden und wo Phylloxeren an den Pflanzen vorhanden waren, ſtarben dieſelben in wenigen Tagen. Es wurden nun auch Verſuche im Freien angeſtellt und es ſtellte ſich dabei heraus, daß die Auflöſung auf Pflanzen der verſchiedenſten Art angewendet, ohne Wirkung blieb. Daſſelbe zeigte ſich in den Weingärten, wo aber die Weinſtöcke von Phylloxeren befallen waren, war die Vernichtung derſelben ſo vollſtändig und ſo ſchnell, daß Herr Monillefert, der alle Subſtanzen zur Vertilgung der Infekten genau kennt, die in Rede ſteſtende Auflöſung für die ſtärſte hält, die ihm bis jetzt vor— gekommen. Es bleibt nun noch übrig zu erfahren, wie tief die Auflöſung in den Boden dringt; ob alte Weinſtöcke deren Anwendung eben ſo gut ertragen als ſolche, die in voller Kraft ſtehen und endlich auszufinden, auf welche Weiſe die Auflöſung am beſten anzuwenden iſt. Man hat gefunden, daß 30—40 Grammen trockner Schwefelkohlenſtoff, auſgelöſt in Waſſer und in Löcher um den Stamm des Weinſtocks gegoſſen, die Inſekten zerſtört. Mehrere Verſuche wurden auch noch von Herrn Petit zu Nimes und Anderen angeſtellt, nämlich mit Steinkohlentheer, die Reſultate waren: ver- ſchieden. Balbianui der gleichfalls Theer anwendete, kam zu der Ueberzeugung, daß der aus der Kohle von Beſſéges gewonnene, die Inſekten völlig zer— ſtörte — Herr Dumas hat verſprochen, baldigſt eine chemiſche und phyſio— logiſche Analyſe dieſer Art Kohlentheer zu geben, und Balbiani iſt nun beſchäftigt, Verſuche mit anderen Arten Kohlentheer anzuſtellen.
Einiges über meine letzte Reiſe nach Neu⸗Granada. 1 Von Guſtav Wallis.
Auf Ihren ſpeciellen, wie auch allgemein mehrfach geäußerten Wunſch, komme ich erſt jetzt dazu, Ihnen einen eingehenden Bericht über meine letzte, für die Herren J. Veitch in London unternommene Reiſe zu überſenden. i Ich ſchicke voran, daß das Reſultat dieſer vierzehnmonatlichen Reife (bon December 1872 bis Februar 1874) ein ganz beſonders günſtiges war, und zwar ſo günſtig, daß ich ſelbige noch einmal unternehmen würde, wäre nicht ein ungewöhnlich langer Landtransport, wie auch ſonſtige Schwierigkeiten im weiteren Verſand damit verknüpft. In dem genannten
Hamburger Garten⸗ und Blumenzeitung. Band XXXI. 2
18
Zeitraume, der durch 2 Winter unterbrochen wurde, vermochte ich über 200 Kiſten lebender Pflanzen zu überſenden. Es war dies das dritte Mal, doß ich Neu-Granada bereiſte; doch bin ich dieſes Mal am weiteſten vor— gedrungen. Ich übergehe in nachfolgender Specificirung einen Transport, den ich gleich zu Anfang der Reiſe meiſt mit älteren, bekannten Pflanzen veranſtaltete und der größtentheils aus Oionteinasum Phalaenopsis; Od. Pescatorei; Od. triumphans; Masdevallia elephantipes; Masd. coccinea etc. beſtand. Nächſtdem führte mich mein Weg höher am Magdalenaſtrome hinauf nach Nare, in deſſen Umgebungen ich abermals ſammelte; dann zu Lande über Rionegro, Medellin und, den Caucaſtrom überſchreitend, nach Aetioquia, der ehemaligen Hauptſtadt gleichbenannten Staates.“) Hier nun ſtanden mir verſchiedene Wege frei nach Frontino, einem Diſtricte, der mir ſchon aus früheren Jahren, beſonders 1868, durch Auf⸗ findung von Odontoglossum vexillarium; Cattleya Dowiana (6); Cattleya Gigas und Houlletia odoratissima var. antioqueensis bekannt und lieb ge⸗ worden war. Ich wählte demnach, meiner Gewohnheit zufolge, die früher betretenen Wege umgehend, den längeren über Canaspord as und ſchlug in dem gleichnamigen Städtchen Frontino mein Standquartier auf, um 8 Monate in der Umgegend zu ſammeln, was ich denn auch nach den verſchiedenſten Richtungen hin durchführte. Vor Allem aber war mein Augenmerk auf das Nurrithal im Flußgebiete des Atrato-Stromes gerichtet, welcher ſich in den Golf von Darien ergießt. Dieſe Ex⸗ curſion zog mich um ſo mehr an, als ſie mir eine Möglichkeit, bis an die Ufer des vielverheißenden Atrato vorzudringen, eröffnen ſollte, doch ſah ich mich in letzterem Punkte wegen großer Terrainſchwierigkeit, mehr aber noch wegen abſoluten Mangels an Transport- wie Lebensmitteln ſehr ge- täuſcht.
Andere, wenn ſchon weniger erfolgreiche Ausflüge wurden einerſeits nach Dabeiba, nach dem Rio⸗ſucio und hinauf auf den Cerro de oſo („Bären- gebirge“) andrerſeits nach Abriagui, Canaspordas, nach dem ‚Rio- Mufinga fpäter von mir unternommen, während ſpeciell angelernte Leute nach andern entfernten Richtungen ausgeſandt wurden, und zwar hauptſächlich nach Babarandoſito, nach dem Cerro plateado und dem Cerro de Leon („verſilbertes und Löwengebirge); ferner nach San Pedro, Popal, den Paramo de Frontino und ſelbſt nach der 9 Tagereiſen entfernten und früher ſchon von mir bereiſtten Stadt Sonſon, wo es noch 5 Tage nach Manizales und nach Narifo weiterging.
So erſehen Sie ungefähr, in welcher Art und mit welchen Mitteln ich das Sammeln betrieb. Damit Ihre geehrten Leſer nun aber zugleich eine Vorſtellung von den Hinderniſſen und Schwierigkeiten befonmen, mit denen man bei weiterem Vordringen in's weniger bevölkerte Innere in faſt beſtändigem Kampfe lebt, erlaube ich mir, nur einige derſelben, wie ie auf letzter Reife mir zuſtießen, hier nahmhaft zu machen:
*) Die Republik Neu⸗Granada iſt nämlich, in der Art wie Norbemerits,
in eine Anzahl unabhängiger Staaten (die ſogenannten „Estados * getheilt.
19
Bekanntlich verlaſſe ich Europa ſtets ohne jegliche Begleitung, und muß ich daher nach meiner Landung zuvörderſt paſſende, willige Leute unter den Eingebornen anwerben, was an und für ſich ſchon große Schwierigkeiten bietet. Dann fand ich die Wege, wie überall durch die ganze Republik, ſo aber hier in ſolch' ſchlechtem, bedenklichem Zuſtande, durch vorragende Felſen
und Bäume vielfach fo eingeengt und verſperrt, daß fie für meine Zwecke — für die mit großen Kiſten bepackten Maulthiere — keineswegs heitere Ausſichten eröffneten. |
Doch einmal entſchloſſen, das Aeußerſte zu wagen, mußte ich nicht allein die ſchon beſtehenden Wege (man denke ſich: Landſtraßen!) ausbeſſern und paſſirbar zu machen ſuchen, ſondern auch ganz neue Wege durch die Wälder hindurch bis zum Gipfel hoher Gebirge anlegen.
Bon den einzelnen Sammelplätzen indeſſen bis zu meiner Station konnten die meiſten Pflanzen, ſo z. B. voluminöſe ſchwerwiegende Zamia⸗ ſtämme, Baumfarne, Cattleyen ꝛc., gewöhnlich nur mühſam auf den Schultern der Indianer herbeigetragen werden.
Einmal über die Hauptſchwierigkeiten mit mir klar, hieß es dann, um Bretter und Kiſten zu bekommen, erſt Bäume zu fällen, wobei wieder die häufigen Regen und die ſo oft berufenen Einflüſſe des Mondes in ſeinen verſchiedenen Phaſen ſehr ſtörend einwirkten.“)
700 Bretter — ein ſchönes Häuflein gewiß — ſollten möglihft ſchnell aus dem Walde hervorwandern, um mühſam durch häufig wiederholtes Um⸗ wenden an Sonne oder Luft getrocknet werden zu können. Zum vollſtändigen, für Zimmerzwecke, erforderlichen Trocknen der einzelnen, periodiſch anrückenden Parthien, bedurfte es 3 Monate.
Holzſchneider, Zimmerleute, ja ſelbſt deren geſammte Werkzeuge mußten erſt noch aus weiten Entfernungen herbeigeholt werden. Neues Aergerniß
brachte dann bald dieſer bald jener unbedeutend ſcheinende Umſtand; ſo z' B. mußte ich wiederholt um einiger Nägel willen, wo zufällig die paſſende Nummer fehlte und ich keine Gelegenheit hatte, neue ſchmieden zu laſſen, viele Meilen weit einen beſonderen Boten ausſenden, und dies oft ſelbſt vergeblich, und mir blieb dann kein Ausweg, als nach dem doppelt (6 Tagereiſen) entfernten Medellin zu ſchicken.
Allem die Krone aufzuſetzen, hatte ich unter beſtändigen Verfolgungen der großen Schleppameiſe zu leiden, die ſich berufen glaubte, Nachts mir meine koſtbaren Cypripedien- und Masdevallien-Vorräthe zu Nichte zu machen. Wahrlich den Muth zum Weiterdringen würde ich verloren haben, hätten mich nicht von vornherein die ſchönſten Erfolge getröſtet und mich zu neuem Eifer angeſpornt.
*) Jeder, der ſich auf Baumcultur verſteht, wird den Einfluß des Mondes auch auf friſchgeſchnittenes Holz unzweifelhaft kennen. Bäume werden eigentlich nur bei abnehmendem Monde gefällt, und die aus widerzeitig gefälltem Stamme hergeſtellten Bretter ſind nicht allein, auf Grund beſonderer Saftigkeit ſehr ſchwierig zu trocknen, ſondern auch bald dem Verderben durch Fäulniß ausgeſetzt, drehen ſich auch wohl ſchraubenartig und ſind ſchließlich dem Wurmfraß faſt unvermeidlich unterworfen. 0
| g*
20
| Die N waren in der That ſo umfangreich, daß ich von meinem langehegten Plane bis zur pacifiſchen Küſte vorzudringen, durchau ſtehen mußte, nur um den Haupttransport der reichen Ausbeute, zu größere Biherbeit in Perſon nach Europa zu bringen. | Dieſer letzte Transport, aus 45 hochbeladenen Maulthieren beſtehend, bot einen impoſanten Anblick dar, indem der lange zuſammenhängende Faden in ſteten Schlangenwindungen, bald ſteigend, bald ſich ſenkend über dn erz und Thal hinweg, und bald wieder durch enge Felsſpalten hindurch zog. | Ich hatte wohl Grund, gehobenen Sinnes und N Herzens dieſer N e zu folgen, nachdem ich am 20. Februar v. dem Städtchen Frontino und ſeinen freundlichen Bewohnern ein herzliches Lebewohl ge⸗ ‚jagt hatte. Die guten Leute machten mir den Abſchied wirklich ſchwer durch zahlreich geſpendete Beweiſe von Achtung und treuer Anhäaglichkeit. In den letzten Abſchiedsſtunden überraſchte mich nämlich eine Fluth von Verehrungsſchreiben, deren eins dem andern, ihrer 7 im Ganzen, folgte. Eins darunter war ein Circular von den hervorragenderen Perſönlichkeiten des Ortes, worin dieſelben, wie auch die übrigen Schreiber — erlauben Sie mir die Naivetät — überſprudelten von Anerkennung deutſcher Thätig⸗ keit, deutſchen Sinnes und deutſcher Rechtlichkeit. Und daneben ſprachen ſie in rührenden Ausdrücken die Hoffnung aus, mich nicht auf immer ſcheiden zu ſehen! Einer dieſer Briefe war ſogar in Reimen verfaßt! Nicht ge⸗ e Noch ſpät am letzten Abend ſah ich Leute auf Leitern ſtehen, um beim Schein der Laterne Denkſchriften an Häuſern anzubringen — denken Sie nur — zu dem Zwecke, meinen Namen zu verewigen! Kaum er⸗ kannte ich dieſe ihre Abſicht, ſo rief ich, wiewohl nicht ohne von innern „Gefühlen bewältigt zu fein, in die finſtere Nacht hinaus: „viva el progreso!“ (Es lebe der Fortſchritt!). Nicht lange, jo prangten auch dieſe Worte neben meinem Namen an der weißen Wand. Es giebt demnach in Frontino fortan eine „calle de Wallis“ (Wallisſtraße) und ſelbſt einen öffentlichen Platz: plaza de Wallis.“ | Ich würde Dieſes an ſich Unbedeutende nicht erwähnt haben, wenn ſolche überraſchende Beweiſe von Anhänglichkeit den einſamen Sammler, der ſoviel Strapazen und Gefahren durchzumachen hat, nicht wohlthuend be- rühren müßten. N (Fortſetzung folgt.)
14
Die Palmen des königl. Berggartens zu Herrenhauſen bei Hannover“) N Von Georg Schaedtler. | Die heiße Zone, dieſer ſchöpferiſchſte Theil unſers Erdballs, hat wohl die ſchönſten Pflanzen hervorgebracht. Reich in der Mannigfaltigkeit und ) Eine ausführliche Cultur der Palmen wird am Schluß dieſer Abpagplung
| 99 werden, namentlich auch die Cultur der Palmen im Zimmer. Die Redact.
21
Verſchiedenheit ihrer ſcharf ausgeprägten Blattformen, ihrer entzückend edlen Geſtalt, ihres oft gigantiſch in den Lüften ſich wiegenden Wuchſes über⸗ laden und befangen dieſe Tropengebilde faſt das Auge durch ihre erſtaunens⸗ würdige Menge und Fülle, die in ihrer Heimath in neidlos üppige ſchwelgeriſcher Pracht wahre, irdiſche Paradieſe hervorzaubern und im denkenden Menſchen die Sehnſucht erwecken, in ſolch prangender Umgebung, die feinen Geiſt ſo mächtig anregt, zu leben und zu wohnen.
Unter dieſen Tropengewächſen aber ziehen vor Allem die auffallend ſchönen Typen der Palmen, dieſe wahren Könige in der Pflanzenwelt, ganz beſonders an, und das Verlangen, an ihrem ſeltenen Anblicke der nur dem glücklichen Reiſenden in die fernen Welttheile ganz und im vollen Maße und Genuſſe zu Theil wird, ſich zu laben und zu erfriſchen, da ſie die Stimmung des Gemüths ſo wunderbar zu erhöhen vermögen, hat eben die Entſtehung der Glashäuſer hervorgerufen, um die Kinder der Tropenwelt in unmittelbarer Nähe ſtets vor Augen zu haben, ſei es auch ſelbſt in einer ſchwachen Idee ihrer Wirklichkeit, wo ſie in der Freiheit nur allein die ihnen innenwohnende Formenſchönheit vollenden können. 1
Ein Palmenhaus zu betreten, gewährt daher jedem Beſucher, er mag Pflanzenfreund ſein oder nicht, ein hohes Intereſſe und eine beſondere Freude. Der Eintritt, verbunden mit dem erſten Eindruck, den das an⸗ genehm verwirrte Auge beim Anblick dieſer ungewohnten und ungewöhnlichen Pflanzenformen empfängt, iſt ein unwillkürlich feſſelnder und drängt den Aufmerkſamen ſich zu verſenken und zu vertiefen in das ſo hoch anregende und belebende Studium dieſer hier ſo maleriſch aufgeſtellten Pflanzenſchätze.
Das herrenhäuſer Palmenhaus, mit einem Reichthum an Arten aus⸗ geſchmückt, der in Deutſchland wohl ſeines Gleichen ſucht und den der Liberalität ſeiner früheren hannoverſchen Könige verdankt, darf ſich kühnlich meſſen, anderen, ähnlichen großen Palmenhäuſern und mit den in jüngfter Zeit neu entſtandenen ſog. Wintergärten auf gleicher, wo nicht höherer Stufe zu ſtehen, da die jetzt in einer Vollſtändigkeit angewachſene Sammlung ſich ſowohl einer ſorgſamen ſauberen Pflege und Unterhaltung, als auch einer ſtreng wiſſenſchaftlichen Nomenclatur erfreut, und lohnend und befriedigend zugleich iſt es, dieſem bereits über einem Vierteljahrhundert gegründeten Hauſe einen Beſuch zu widmen.
Frei ragt es empor auf einem etwas erhöhten Standpunke, mit ſeiner breiten Frontſeite ſo recht nach Süden gelegen, im „Berggarten zu Herrenhauſen“ bei Hannover, und ein Glockenzug ruft alſobald den dienſthabenden Gärtner herbei, der bereitwilligſt die Pforten zu dieſem ge⸗ weihten Raume öffnet.“)
*) Zur Größenangabe des Palmenhauſes. Nach einer vom Herrn Hofgärtner H. Wendland bereits früher erfolgten Mittheilung (die königlichen Gärten zu Herrenhauſen, Hannover, Hahn'ſche Hofbuchhandlung) betrötzt die Größe des Hauſes 115 Fuß Länge, 32 Fuß Breite und 42 Fuß Höhe. Die Grundform des Hauſes bildet ein rechtwinkeliges Viereck, jedoch mit der Ab⸗ weichung, daß die Wände auf der Nord⸗ und Südſeite =, der Mitte nach Außen hin ausgeſchweift find, und auf dieſe Weiſe eine detunde gebildet wird,
ri!
22
Iſt der Beſucher von hellem Wetter begünftigt, jo wird fein. Augen⸗ weide von doppeltem Genuß und größerer Freude ſein. Sonnendurchleuchtet webt ſich ein phantaſtiſches, grünes Gitter- und Netzwerk von farbenprächtigem Durcheinander ſeltſam geformter, reicher Blätter, Fäden, Fieder, Quirlen und Fächer in den ſeuchten Lüften dieſes weiten Raumes und läßt dem Laien, ja ſelbſt dem Pflanzenkenner eine Zeitlang nicht zu Worten kommen, da er ſich ungern den ſüßen Feſſeln des Behagens und Staunens zu ent⸗ ledigen vermag, die der Anblick dieſer ſtolzen, ſchweigenden Pflanzengebilde, das redende Zeugniß einer räthſelhaften, urgewaltigen Naturkraft her⸗ vorruft. —
Vor Allem wird das Auge angenehm überraſcht durch die Palme, welche ſich im Mittelpunkte des Hauſes befindet, und den Namen Livistona australis (R. Br.) trägt. Schlank und leicht ſteigt ihr ſchöner, glatter Säulenſtamm vom gewaltigen Gefäße aus der ausgemauerten Erdentiefe empor und wiegt ihre prachtvolle, breite Fächerwedelkrone wie ein mächtiges, ſchützendes Schirmdach frei über den ganzen Mittelpunkt des Palmenhauſes. Das ferne Ausſtralien iſt ihre Heimath; fie iſt eine Pflanze der meerluft⸗ feuchten Inſelwelt und trägt alle Eleganz und Feinheit zur Schau, die bes ſonders gerade der Inſelpalme ſo eigen iſt, ſo daß ſelbſt ihre Schweſter, die Livistona chinensis (Mart.), eine Palme des aſiatiſchen Continents, welche im Mittelpunkt des rechten Flügels vom Palmenhauſe an der Weit: ſeite ſteht und ebenfalls vom mächtigen Kübel aus der ausgemauerten Erdentiefe frei und hoch mit ſchöner, dichter Krone hervorragt, ihr doch nicht an gracieuſen Wuchs gleichkommt. Beide ſind die größten und ſchönſten“ Exemplare des ganzen Hauſes und geben trotz ihrer Größe doch nur erſt
an die dann das öſtliche und weſtliche Ende des Hauſes ſich als Flügel anſchließen. Die Tiefe des Hauſes in dieſem rotundenartigen Theile beträgt 49 Fuß. Die ge⸗ rade aufrechtſtehenden Fenſterwände mit Einſchluß des etwas hohen Geſimſes der Weſt⸗, Süd⸗ und Oſtſeite find 33 Fuß hoch. An das Geſimſe ſchließt ſich das Dach an, das auf die 4 Seiten des Hauſes geſtützt, in der Mitte zuſammentrifft und ſich ſo durch ſeine Spannung trägt. Der ganze innere Raum iſt daher ohne Stützen, deren Vermeidung jedenfalls von großem Nutzen iſt. In dem Dache ſind auf allen 4 Seiten Fenſter angebracht, die einfach ſind, während die Seiten des Hanſes aus Doppelfenſtern beſtehen. Die Nordſeite des Hauſes iſt gemauert und bis zum Dache dunkel, mit Ausnahme des mittleren Theils, wo ſich vor der oben erwähnten Rotunde her eine offene, 37 Fuß lange und 12 Fuß breite Gallerie in "ner Höhe von 13 Fuß, vom Fußboden des Hauſes an gerechnet, hinzieht. Dieſe erie hat fünf Doppelfenfter, von denen aus man einen Blick auf den Theil 105 1 hat, der im Sommer durch die Aufſtellung der Kalthauspflanzen ge⸗ ückt noird. a Das Haus wird durch zwei Waſſerheizungen und im Nothfalle noch durch vier Kanäle ge heizt. Die Waſſerheizungen find in der Art angelegt, daß je eine derſelben die eine d. h. öſtliche oder weſtliche Seite des Hauſes heizt, indem die dreifach an Seiten des Hauſes hinlaufenden fünfzölligen Waſſerröhren nur bis auf die halbe Länge des „auſes reichen und dann rückwärts gebogen ihr Waſſer dem Keſſel zuführen. Da ach „ e bei der ſteten Zunahme im Wachsthum der Palmen das 8 zu kl I un hat, jo. fteht in nächſter Zeit ein neu zu conſtruirendes balmenbaus re größeren Dimenfionen zu hoffen, deſſen Herſtellungs⸗ 0 IH ſten auf Thaler 150 (h, \
er Werden
23
ein annäherndes Bild von der urwüchſigen Pracht ihres Aufbaues, den fie
in ihrer wahren Heimath erſt ganz entfalten. Ihre anſehnliche Größe
jedoch, die ſie beide hier als kleine Pflänzchen unter Glascultur erreicht haben“), ſpricht ſich deutlich in pi Zahlen aus: gi
| öhe bis Abſolute Durchmeſſer Umfang N Stammhöhe. lente Höge. der Krone. m Livistona australis. 9,76 Met. 10,25 Met. 14,72 Met. 2,62 Met. 8,12 Met. Liviitanes chınensis. 6,37 - „., 8,12 „ 12,85 „ 2,1 „ 7,52
Der Stammdurchmeſſer dieſer beiden Palmen, ½% Meter über der Erde, beträgt faſt 50 Centim. und in der Mitte gegen 30 Centim. Die Zahl der Wedeln werden bei erſterer auf 80—85 geſchätzt, von letzterer auf 45 — 50. Von Kraft und Geſundheit zeugen beide Palmen durch das friſche Ausſehen ihrer tiefgrünen, metalliſch glänzenden Fächerwedel hin— reichend, und werden ſie noch lange in dieſem Zuſtande eine wahre Haupt— zierde des ſchönen, reichausgeſchmückten Hauſes bleiben.
Eine dritte auffallend ſchöne Palme iſt die im Mittelpunkt des linken Flügels an der Oſtſeite auf einem aufgemauerten Poſtamente ſtehende Thrinax radiata (Lodd.) von den Antillen und zwar von der Inſel Trinidad, mit einem über 3 Meter hohen, ſchlanken Stamm, mit der Krone 5 Meter hoch, wohl eine der ſchönſten bekannten Fächerpalmen. Die ſtarke, üppige Krone zeigt einen Reichthum feiner, vollkommen rund um den Stiel ſich ausbreitender, ſternſtrahliger Fächer, die, oberſeits von grünſammtner Farbe, unterſeits ſilberweiß glänzend und an ſchlanken, leichtüberhängenden, dünnen, gelben Stielen ſich wiegend, der ganzen Palme ein wunderbar lächelndes und heiteres Ausſehen verleihen, das ein entzückendes Bild darbietet von der ſchöpferiſchen Kraft der Tropenzone.
Der geheimnißvolle Zauber, der im Innern des großen Palmenhauſes ſo gefangen hält, zieht faſt magiſch nun die Blicke zu dem hier ſo reich gruppirten Palmen hin, die, untermiſcht mit den mächtig breitblätterigen Bananen und Strelitzien, den ſeltſamen Spiralformen der rieſigen, hoch— aufſtrebenden Pandaneen, den durchſichtig feinen Wedeln der Baumfarne und dem wahrhaften Heere der ſchönen Aroideen, Bromelien, Curculigen, Heliconien und anderen Blattpflanzen, wohl einer annähernde Idee geben von der in der Phantaſie ſo entzückend aufdämmernden wilden Pracht der Urwaldstiefen. —
Der gewaltige Artenreichthum aber dieſer ſtets im Zunehmen be— griffenen, angeſammelten Palmenvorräthe ſowohl hier im großen, wie in dem, in jüngſter Zeit neugegründeten kleineren Palmenhauſe, das ſich durch ſeine waldartig aufgeſtellte, prachtvolle echt tropiſche Pflanzenfülle und durch ſeinen ſtaunenswerthen Reichthum der Pflanzenformen auszeichnet, ferner die wegen Mangel an Raum im Orchideenhauſe aufgeſtellten Palmen, ſowie ſchließlich diejenigen in verſchiedenen anderen kleineren Warmhäuſern,
79 Erſtere kam im Jahre 1827 als kleine, kaum 50 Centim. hohe Pflanze
vom n De Garten zu Kew und letztere im Jahre 1831 als eine nur 30 Centim. hohe Pflanze vom sche Garten 5
; *
24
wo fie ihre erſte ſorgſame Pflege erhalten, haben das folgende of, Palmenverzeichniß nöthig gemacht, um ſich einen Begriff dieſer herrlichen Sammlung vorſtellen zu können und um dieſe wirklich ſchönen Pflanzen einmal eingehender kennen zu lernen.
Acrocomia slcerocarpa. Mart. (Syn: Astromrpüm sclerocarpum) Die trockenfrüchtige Acrocomiapalme. Jamaica, Trinidad und die benachbarten Inſeln bis in das Innere des tropiſchen Braſiliens. Der Schaft und die Blattſtiele find dicht und fein beſtachelt, die gleich Schutzwaffen den ſchönen Baum umgeben. Die Krone zeigt ſchön gefiederte Wedel. In ihrer Heimath wird dieſe Palme bis 10 Meter hoch und iſt beſonders ihrer Nuſſe wegen geſchätzt.
Acanthophoenix crinita. Hrm. Wendl. Die behaarte Stachel⸗ Dattelpalme. Ebenfalls mit nadelartigen ſchwarzen Stacheln beſetzt und mit ſchöner langer, dicht gefiederter Wedelkrone verſehen. Die Farbe der Unterſeite der Fiedern iſt weiß und giebt dieſer Palme einen eigenen Reiz.
Acanthophoenix rubra. —. Die rothe Stacheldattelpalme. (Syn: Calamus dealbatus. Calamns Verschaffelti). Mit Stacheln von röthlicher Farbe und ſchönen dicht kammförmigen gefiederten Wedeln. Gleichfalls mit weißer Unterſeite der Blätter.
Acanthorhiza aculeata. —. Die ſtachelige Stachelwurzelpalme. Bei dieſer Art ſind außer dem Schafte und der Blattſtiele ſogar die ſicht⸗ baren Wurzeln mit ſcharfen Stacheln verſehen, was der Palme ein eigenes neues Ausſehen verleiht, dabei iſt ſie von leichter, gracieuſer Haltung mit in ſechs Lappen getheilten, zierlichen, überhängenden Wedeln.
Acanthorhiza Warscewiezii. Hrm. Wendl. Dem berühmten Rei⸗ ſenden v. Warscewicz zu Ehren benannt. Wurde von dem bekannten Reiſenden Guſtav Wallis am Vulkan Chiriqui in der Landenge von Panama entdeckt. Dieſe hübſche Palme ſteht ganz auf ſtrahlenartig zum Schaft auflaufenden Wurzeln, die wie der Schaft beſtachelt ſind. Die ſchönen hellgrünen Wedel tragen leicht überhängende Fiedern, die unterſeits ſchön weißfarbig ſind. Die ganze Palme iſt von reizend eleganter Haltung. —
Aiphanes bicuspidata. Das Wort iſt aus dem Griechiſchen ab⸗ geleitet von helle, Sonnenlicht, und giebt eine Anſpielung, daß dieſe Palme im reichſten Sonnenlichte des Tropenlandes wächſt. (Syn. Marara bicuspidata Karst.). Sie heißt die zweimalzugeſpitzte und iſt bei der Stadt Varinas in Venezuela gefunden. Der Schaft hat feine ſchwarze Stacheln, wie die vorigen. Das Eigenthümliche beſteht aber in dem triangular geformten Fiederblättchen, welche mit zwei fadenartig langgeſchwänzten Endſpitzen aus⸗ laufen, wodurch ein höchſt ſeltſames und faſt bizarres Ausſehen dieſer Palme verliehen iſt.
Areca alba. Bory. Die weiße Arecapalme. Markareneninſeln. Hübſche raſchwachſende Art in noch jungem Zuſtande unbeſtimmten Ausſehens. Erſt die obere Spitze des den trägt lang überhängende, cane Fiedern.
Areca aurea. Hort. Die goldgelbe Arecapalme. Von den
25
“
Sechelleninfeln. Die ſchmalen, leicht überhängenden Fiedern in den Wedeln ſind von hellgelbgrüner Farbe.
Areca Banksii. A. Cunningham. Dem Engländer Banks zu Ehren benannte Arecapalme (Syn. Areca sapida Soland.) Neufeeland. In einem wohl 7 Meter hohen, ſchönen Exemplare mit prachtvoll dichten, ſchmal lanzettlich gefiederten, zwei Meter langen Wedeln.
Areca Catechu. Linné. Die Betelnußpalme. Oſtindien und Sunda— Inſeln, wo ſie namentlich in der Nähe der Seeküſte ihre Vollkommenheit erreicht. Das noch ſehr junge Exemplar zeigt bereits breitblätterig fieder— geſpaltene Wedel. In ihrem Vaterlande ſteigt dieſe Palme mit ſehr ge— radem ſchlanken Stamm 16 —20 Meter in die Höhe. Die Frucht reift nur einmal im Jahre und dann hat der Baum mit ſeinen langen Büſcheln eiförmiger, orange farbener Früchte die unterhalb der Krone herabhängen und mit dem dunklen Grün der Wedel reizend contraſtiren, ein wahrhaft ſchönes Ausſehen. Die ſehr geſuchten Nüſſe mit den Blättern der Betel— pflanze (Piper Betle L.), den ſog. Perulblättern und etwas Kalk gemiſcht, welche Ingredienzen die Eingebornen ſtets bei ſich tragen, werden als an— genehmes Reizmittel gekaut.
Areca coccoides. —. Die cocosartige Arecapalme. — Ein über 5 Meter hohes und faſt 5 Centim. Durchmeſſer haltendes Exemplar mit ſchön geftederter Kammwedelkrone.
Areca glandiformis. Gis. Die drüſenartige Arecapalme. Molukken— inſeln. Junges Exemplar von erſt 30 Centim. Höhe.
Areca sp. Madagascar. (Syn: Areca madagascarensis Mart.) Von der Inſel Madagaskar. Schönes Exemplar von faſt 2 Meter Höhe und 8— 10 Centim. Durchmeſſer. Schaft und Blattſtiele find röthlich gefleckt mit breiten, gracieuſen, regelmäßigen Fiederwedeln.
Areca monostachya. Mart. Die einährige Arecapalme. (Syn. Livistona inermis Hort.) Neuſüdwales. Mit faſt 3 Merer hohem Schaft, ſchöner, buſchiger, gefiederter Krone und lang überhängenden, fadenartig dünnen, gelblichen Blüthenrispen.
Areca pumila var. Mig. Die zwergartige Arecapalme. Von der Inſel Java. Kleine Palme von Miniaturwuchs. In einem noch zu jungen Exemplare, deſſen Wedel theils noch ganz ungetheilt, theils erſt im Spalten begriffen ſind.
Areca rubra Bory. Die rothe Arecapalme. Von den Inſeln der Maskarenen. Ein junges Exemplar mit einem zu unterſt noch flaſchenartig geformten Schaft von etwa 6 Centim. Durchmeſſer bei 30 Centim. Höhe, mit ſchönen breiten Wedeln, die aus langen, ſchmalblättrigen, zugeſpitzten und leicht überhängenden Fiedern beſtehen. Eignet ſich beſonders ihres decorativen Schmucks wegen zur Cultur im warmen Zimmer.
Areca speciosa Hort. Die hübſche Arecapalme (Hyophorbe amari- caulis). Junges Exemplar von 30 Centim. Höhe mit regelmäßig gefiederten Wedeln, die leicht und gractös überhängen.
Areca Verschaffeltii Hort. Dem früheren, rührigen Horticulteur
26
Ambroiſe Verſchaffelt in Gent zu Ehren benannte Arecapalme. 60. Centim. hoch und faſt 5 Centim. Durchmeſſer. Mit großen, breiten, feingefiederten Wedeln, die leicht überhängen.
Areca sp. Rodriguez. Nach dem Namen einer der Moskarenen. Inſeln. Feine zierliche Art mit noch vudimentaren Blättern.
Arenga obtusifolia. Mart. Die ſtumpfblättrige Arengapalme. Java. Sumatra. Noch in zu jungem Zuſtande, mit langen, büſchelig gefiederten Wedeln.
Arenga saccharifera. Labill. (Syn.: Borassus Gomotus Lour. Saguerus Rumphii Roxbg.) Die Wein- und Zuckerpalme Oſtindiens. In einem mächtigen mit dem Rieſenkübel tief in die ausgemauerte Erde geſenkten, faſt 7 Meter hohen Prachtexemplare. Eine Palme von faſt zu coloſſalen Dimenſionen für das Haus. Der Schaft iſt ganz bedeckt mit langen, ſchwarzen, fajrigen Haaren, groben Pferdehaaren (Gomuti in ihrer Heimath genannt und die Cocosfaſern übertreffend) nicht unähnlich, woraus von den Eingebornen Taue, Seile, Beſen u. ſ. w. von großer Dauerhaftigkeit ver⸗ fertigt werden. Die langen Blattſtiele tragen die rieſigen, bei dieſem Exem⸗ plare bereits über 6 Meter langen Wedel, die aus lang lanzettlichen, ſtarken Fiederblättern beſtehen. Sie iſt die bedeutendſte unter den Axenga-Arten und eine der nützlichſten, da ſie aus den noch unentwickelten Blüthendolden den Saft liefert, aus dem der ſ. g. Toddy oder Palmenwein gewonnen wird. In ihrer Heimath bietet dieſe Palme mit ihren zu vielen Tauſenden in Büſcheln herabhängenden Früchten einen herrlichen Anblick dar.
Arenga Westerhausii. Griffith. Nach Weſterhaus benannte Arenga⸗ Palme. Halbinſel Malakka und die benachbarten Inſeln. In einem noch zu jungen Exemplare, deſſen Wedel theils noch ganz ungetheilt, theils erſt im Spalten begriffen ſind.
Arenga sp. Singapore. Oſtindien. Junges Exemplar von einem Meter Höhe und etwa 15 Centim. Durchmeſſer. Dicht ſchwarzborſtiger Schaft mit ſchlanken hochaufgerichteten Wedeln, deren einzelne, langüberhängende, tiefgrüne Fiedern weitläufig auseinander ſtehen. |
Ferner find noch zwei unbeſtimmte Species vorhanden, die ſich aber in zu unentwickeltem Zuſtande befinden.
Astrocrayum aculeatum. G. F. W. Meyer. Die ſtachelige Sternnußpalme. (Syn. Astrocaryum Murumuru Mart.) An feuchten Waldes⸗ ſtellen des Rio Eſſequébo in Brittiſch Guiana. Der Schaft iſt mit ſchwarzen Stacheln bedeckt. Erſt die oberen Theile der Wedelſtiele tragen vier Blatt- fiedern von geſchweift geflügelter Form, hängen leicht über und ſind ſaftig⸗ grün. Die Palmen im ausgewachſenen Zuſtande tragen über 30 Centim. lange, harte, ſcharfzugeſpitzte Stachelnadeln, die von den Indianern als Werkzeuge zum Tättowiren ihrer Haut benutzt werden.
Astrocaryum mexicanum, Liebmann. Die mexikaniſche Sternnuß⸗ palme. Mexiko. Mit breitſtacheligbeſetztem Schaft und ſchönen langgefiederten Kammwedeln. Die Unterſeite der Fiedern iſt weiß.
Astrocaryum rostratum. Hook. Die geſchnäbeltgekrümmte Stern⸗
27
nußpalme. Braſilien, Provinz Bahia, Die langen Stacheln find am Schafte in concentriſchen Ringen regelmäßig vertheilt. Höhe über 2 Meter, Durchmeſſer 10 Eentim., mit ſchöner breiter, kammartig gefiederter Wedel— krone.
Astrocaryum sp. Musuma. Noch ein zu junges Gremplar mit rudimentaren Blättern.
Astrocaryum sp. Panama. Desgleichen.
Astrocaryum sp. Para. Braſilien, Provinz Para. Sehr lang und ſchba beſtachelter Schaft. Elegante, lang überhängende, gefiederte Wedel.
Astrocaryum sp. — 2 Meter hoher Schaft mit 10 Centim. Durd)- meſſer; zu unterſt ſtachellos, in der keulenartig geformten Mitte aber dicht beſtachelt. Krone dicht, mit breit gefiederten Wedeln.
Alle Astrocaryum-Arten liefern aus den zarten, unentfalteten Blättern ein ausgezeichnetes Flechtmaterial, woraus von den Eingeborenen feine Stricke, Bindfäden gleich, zu Bogenſehnen, Fiſchnetzen und zierlichen Hänge— matten verfertigt werden.
Attalea cephalotes. Poepp. Die köpfige Attaleapalme, Cordilleren— gebiet von Maynas. Die Fiederblätter der Wedel ſtehen ſich, da ſich das Exemplar noch im jungen Zuſtande befindet, locker büſchelig gegenüber. Die Wedelſpitze zeigt zuſammenhängende, ungeſpaltene Blätter.
Attalea excelsa. Mart. Die hohe Attaleapalme. (Syn: Cocos Urucuru Lodd.) Braſilien, Provinz Para. Junges Exemplor mit ſchönen, ſchmalen, langüberhängeneen Fiedern. Die Wedelſpitze iſt gabelig geſpalten und feingezähntrandig.
Attalea funifera. Mart. Die ſeiltragende Attaleapalme. (Syn: Leopoldinia Piassaba Wallace.) Ecuador und öſtliches Braſilien, am oberen Orinoco, Rio negro und Amazonas. Die gefiederten Blätter der Wedel ſind an der oberſten Hälfte zuſammenhängend. Die Wedelſpitze iſt gezähnt— randig und leicht überhängend. Die groben, ſchwarzen Faſern an den Blattſtielen der jüngeren ausgewachſenen Bäume liefern das Material zu ſtarken Beſen, Piaſſaba in der Heimath genannt, ähnlich wie die von Arenga saccharifera gewonnenen. Wird 7— 10 Meter hoch.
Attalea speciosa. Martius. Die hübſche Attaleapalme. Nördliches Braſilien. Mit gefiederten Wedeln, deren Spitzen ungeſpalten und zuſammen— hängend ſind, ein der Attaleapalme beſonders eigenthümliches Merkmal. Von allen Arten dieſer Gattung wohl die am meiſten in den Glashäuſern ernie, N
Attalea sp. Neugranada. Lang und fein gefiedert. Wedelſpitzen kurz gabelig getheilt.
Attalea sp. Eine noch unbeſtimmte Art mit überhängenden breit— gerippten Wedeln.
(Fortſetzung folgt.)
28
Ueber die japaniſche Flora. Vom Geh. Medizinalrath Profeſſor Dr. H. R. Göppert.
Die im botaniſchen Garten zu Breslau ſeit dem Jahre 1854 eingeführte | Aufſtellung von Vegetationsgruppen lenkte ſchon früh meine Aufmerſamkeit auf die zu dergleichen beſonders geeignete Flora von Japan, die ich ſammelte und ſo eine Collection von nahe an 300 Arten zuſammenbrachte, wie ſie vielleicht wohl außer dem v. Siebold' ſchen Garten in Leiden, dem wahren Emporium für die japaneſiſche Flora, wenig andere botaniſche Gärten beſitzen. Die Flora Japans erſcheint durch die große Menge der immer⸗ grünen Bäume und Sträucher höchſt eigenthümlich und muß in der Nähe der größeren Städte durch die ſorgfältige Cultivirung und Verwendung derſelben in ornamentalen Zwecken einen reizenden Anblick gewähren. So wird unter andern die prächtige, auch bei uns jetzt ſehr verbreitete japaniſche Cypreſſe Cryptomeria japonica nebſt anderen Coniferen zu Alleen benutzt, die ſich meilenbreit erſtrecken. Stämme von 150—180 Fuß Höhe und 4— 5 Fuß Durchmeſſer ſollen nicht ſelten ſein. Mit ihr wetteifern andere | Coniferen, insbeſondre Abietineen, wie Abies acutissima, firma, polita, Picea jecoensis, Larix Kämpferi. Die niedrigeren Cephalotaxus-Arten, C. drupacea, pedunculata, Fortunei, die wahrhaft monumentale Cupressus funebris, mit den Libocedrus-Arten, die jo abweichenden Formen Podocarpus (P. Koraiana Sieb., P. chinensis Wall. ), Retinospora squarrosa Sieb-, Juniperus japonica, procumbens, die ſchon länger bekannten Belis, Torreya nucifera und Salisburia adiantoides“) mit eßbaren Früchten, bilden eine Hauptzierde unſerer, der Flora Japans ſpeciell gewidmeten Anlagen. Ich verſuchte ſie mit den dort vorkommenden Palmen, Farnen und baumartigen Bambus und Magnolien in eine Gruppe zu bringen, welche als Vegetationsbild der Flora Japans bezeichnet iſt. Von jenen Palmen ſoll Chamaerops excelsa wirklich in England im Freien ausgedauert haben. Rhapis Sjurotsik, aspera und Kwanwon Siebold., freilich noch ſehr jugendlich, ſehen, es läßt ſich nicht leugnen, Rhapis flabelliformis ſehr ähnlich. Von dem längſt bekannten Sagobaum, Cycas revoluta M., deſſen Ausführung aus Japan jedoch noch bis auf die neuere Zeit bei Todesſtrafe verboten war, beſitzen wir zwei große Exemplare als Geſchenke des Königl. Geh. Oberhofbuchdrucker Herrn v. Decker von 4—5 Fuß Stammhöhe und 1¼ Fuß Dicke. Bambusa aurea haben wir ſchon ſeit mehreren Jahren im Freien gezogen, wo ſie 6— 8 Fuß hohe goldgelbe Sproſſen treibt. Phyllostachys bambusioides erreicht nicht dieſen Umpfang, die andern Bambusen B. nigra und gracilis Sieb., wie alle Bambus-Arten von vielfacher nützlicher Verwendung * noch ſehr jugendlich.
Unter den vielen Zierpflanzen, die wir auch anderen als botant Gärten nicht genug empfehlen können, verdienen genannt zu werden die, nach
*) Eines der größten Eexemplare dieſes namentlich als Conifere böchſ eigen⸗ thümlichen Baumes von 1½ Fuß Durchmeſſer und 38 Fuß Höhe befindet ſich in den ſchönen Anlagen eines unſerer Mitbürger in Neu⸗Scheitning.
8 29
und nach eingeführten Lilium-Arten, welche wir faſt vollſtändig beſitzen und eine immer die andere an Schönheit der Form, Geſtalt und Wohlgeruch übertrifft. Schon Mitte Juni beginnen zu blühen Lilium Thomsonianum, umbellatum in zahlreichen Varietäten L. Thunbergianum, dann folgt das prächtige L. giganteum, welches dieſesmal 9 Fuß Höhe erreichte, L. testaceum, die wohlriechende L. Brownianum, Takesima, longiflorum, auratum, L. chalcedonicum, 'tenuifolium, L. superbum, wohl die ſchönſte von allen, L. tigrinum und lancifolium im Laufe des Auguſtes machen den Beſchluß.
Ferner Primula japonica, die 8 Funkia und zahlreiche Hemerocallis-Arten,
das Orontium japonicum, Aspidistra, Carex variegata, die prächtigen Farne, das Cyrtomium falcatum, das Aspidium Sieboldii, Niphobolus Lingua, die
Iris Kämpferi, die 6 Epimedien, unter ihnen E. Ikariso Sieb., Anemone japonica, Aster Fortunei, die ſchönen Ligularien (Ligularia cristata,
gigantea Kämpferi oder Tussilago Hort.), Dianthus japonicus, Lychnis
Sieboldii; von Sträuchern die wohlriechenden Roſen Rosa rugosa, die ſich
als vollkommen hart erwieſen, und ebenſo R. Iwara, Hystrix, Fortunei Sieb., Tamarix sinensis, Jasminum floridum, Hydrangeen, H. involucrata, japonica, Belzoni, die Viburna (macrophyllum, macrocephalum, Awabuki Sieb., sinense), die zierlichen Weinarten Vitis Thunbergii, Sieboldii, die Clematis azurea, patens, Sieboldii, die Weigelien und Deutzien; von immergrünen Sträuchern außer den ſchon länger bekannten Evonymus japonicus, Mespilus japonica, Elaeagnus pungens, Celastrus Oriza, punctatus, Evonymus alatus, Marlea platanifolia S. et Zucc., welche mit wenigen
Ausnahmen ſämmtlich im Freien ausdauern. Für botaniſche Demonſtrationen | erſcheinen insbeſondere wichtig: die ſeltenen Familien angehörenden Arten, wie Sterculia japonica, die Akebia quinata, eine Lardizabaleae und Kadsura japonica, eine Schizandraceae, wie die Helwingia rusciflora W., einzige Art einer ganzen Familie der Helwingiaceen.
Von Arzneis und techniſch wichtigen Pflanzen erwähnen wir die wegen ihrer Giftigkeit gefürchteten Aconitum chinense und A. autumnale, 5 dann Vincetoxicum atratum, japonicum, purpureum, die Artemisia Moxa,
A. vulgaris ſehr verwandt, Conophallus konjac. Sch., Asarum japonicum, die wachsliefernden Ligustrum Ibota*), Rhus succedanea, der Firniß⸗ ſtrauch Rhus vernicifera, der Gallapfelſtrauch Rhus Osbeckii, die aromatischen Acorus grammineus minimus, pusillus, die Araliaceen (Aralia canescens
- edulis Sieb. etc.), die kletternde Aristolochia Kämpferi, die Sternanis⸗
pflanzen, Salis Sieboldiana, ferner die ſchöne, als Giftpflanze betrachtete, ſtets Frucht tragende Skimmia japonica Th., die Fagara piperita, wie
Pfkfeffer benutzt, die Indigofera Iwafusi und I. Dojua, Indigo-Pflanzen; Ulmus Keäki, eine gefeierte Nutzholzpflanze; die japaniſche Feige Ficus Juaponica Bl., die bitter und toniſch wirkenden höchſt zierlichen Stechpalmen lex cornuta, furcata, latifolia und Tarajo Sieb,, Lonicera brachypoda, Amex Madaiwo Sieb., die Nahrungspflanzen der dortigen Seidenwürmer
B is N
rene BR Auf dieſer Pflanze lebt das wahre Wachsinſekt (Asiraea cerifera), welches P zuerſt von Master in China und Japan beobachtet wurde.
30
Morus Kämpferi und Morus Tokwa; die Papier liefernden Buddleya Lindleyana, Broussonetia papyrifera, Kämpferi und Kazinoki Sieb., Daphne papyrifera, die Mutterpflanze der chineſiſchen Grüns (Vert de Chine), Rhamnus chlorophorus Lal., die Quercus glabra mit eßbaren Früchten, die trefflichen japaniſchen Spargeln Asparagus japonicus, dulcis und Polygonatum japonicum, die japanische Sarſaparille Smilax China var. japonica, das eigenthümliche Chelidonium japonicum, die ſogenannte ſchwarze Lilie mit eßbaren Zwiebeln, Sarana camtschatica, Polygonum sachaliense, filiforme, das nicht genug zu empfehlende, bei uns ſtets ausdauernde Sieboldii Meissn., (cuspidatum Sieb. et. Zucc.), deſſen Blätter als Spinat gegeſſen werden, aber eine noch größere Bedeutung als Futterkraut in Japan beſitzt und auch bei uns erreichen könnte, wenn es gelänge, ſie weiter zu verbreiten. Jeder Sproſſe der weit— hin kriechenden Wurzel liefert eine Pflanze, die im 2. Jahre ſchon einen großen 8—10 Fuß hohen Buſch liefert, und ſo auch eine der ſchönſten Zierden für Raſenplätze in Gärten und Anlagen Beachtung verdient, ſich auch ſehr zur Befeſtigung von Eiſenbahndämmen empfehlen dürfte. Die von Siebold eingeführte Vams-Wurzel Dioscorea apposita können wir zwar von der vor einigen Jahren als Surrogat der Kartoffel empfohlenen D. Batatas Decaisne nicht unterſcheiden, beide aber wohl wieder in Er- innerung bringen. Eine Pflanze die aus wenige Gran wiegenden Knöllchen im zweiten Jahre ſchon 1 bis 2 Pfund ſchwere an Nahrungsſtoff überreiche Knollen liefert, wie wir vielfach beobachtet haben, verdient der Vergeſſenheit nicht übergeben zu werden, und nicht blos auf unſern Aeckern, ſondern vorzugsweiſe, da ſie auf jedem Boden gedeiht, auf den vielen Plätzen angebaut zu werden, die man mit dem Namen Unland bezeichnet, woran es leider, wenn man die weiten unbenutzten Anger unſerer Dörfer ſieht, nicht gebricht. Sie bedarf keiner anderen Pflege, als einiges Strauchwerk, um ihren windenden Stengeln Ausbreitung zu verſchaffen; alle freien Waldſtellen, alle Wege und Pfade, Anger und Mauern werden nach Siebold von den Japanern zu ihrer Cultur benutzt, warum ſollte dies nicht auch bei uns geſchehen können. Wenn man die Knolle im Boden läßt, nimmt ſie von Jahr zu Jahr an Größe zu, und kann jo im Fall der Noth benutzt werden, um angenblicklichem Er⸗ forderniß zu genügen. Die ſüßen Bataten Ipomaea Batatas kommen da⸗ gegen zu allgemeiner Einführung nicht in Betracht. Die auch von Siebold eingeführten Kletten Arctium edule (unſerer Meinung nicht verſchieden von Arctium majus) und Salat Lactuca Tsitsa (eine gute Art) entſprechen nicht recht uuferem Geſchmacke. Veitch, dem wir ſehr viel Mittheilungen über die Flora Japans verdanken, äußert ſeine Verwunderung über die Geſchmack⸗ loſigkeit der meiſten japaniſchen Gemüſe und iſt geneigt, dies dem zu ſtarken Düngen zuzuſchreiben, beklagt ſich auch über die Seltenheit von Obſt, für deſſen Cultur wenig geſchehen ſei, obſchon ſich das Land wie kein anderes zur Cultur deſſelben eigene. Inzwiſchen haben wir nicht verfehlt, uns alle bis jetzt eingeführten Arten zu verſchaffen, wie die ſehr empfohlene Armeniaca Mume, praecocissima, pendula und virgata Sieb. und die Apfelarten M. Kaido, floribunda, Ringo und Toringo, wie die wenigſtens als Zierpflanzen
31
hiochſt beachtenswerthen Varietäten von Amygdalus communis und persica, Prunus triloba, tomentosa, japonica. Viele der Genannten kommen auch in China vor, deſſen Flora hier ebenfalls nach allen Richtungen hin reich vertreten iſt, jo daß ſich die Ge— ſammtzahl der Japaniſch⸗Chineſiſchen Flora auf 500 Arten beläuft. Breslau, 1874.
Neue empfehlenswerthe Pflanzen.
Die „Flore des Serres“ von L. Van Houtte bringt in den Heften
des 3. Quartals des 20. Bandes in bekannter Weiſe wieder eine Anzahl
ausgezeichnet ſchöner Abbildungen von neuen oder ſeltenen Pflanzen, von
denen jedoch mehrere Copien der im botaniſchen Magazine erſchienenen Ab—
bildungen und ſomit auch ſchon früher von uns beſprochen worden ſind. Von dieſen abgebildeten Pflanzen ſind beſonders hervorzuheben:
Silene Hookeri Nutt. (S. Bolanderi). — Diantheae. — Es iſt dies wohl die hübſcheſte Art der Gattung Silene. Unſere Culturen verdanken dieſelbe dem Profeſſor Bolander, der Samen davon an den botaniſchen Garten zu Kew ſandte, die er an den bewaldeten Ufern des Plumas in Californien geſammelt hat. Dieſe Silene ſoll ganz hart fein und blühte im
Spätſommer ganz heerlich auf der Felſenparthie im Garten zu Kew. Es iſt ein reizendes Pflänzchen.
Pentstemon Palmeri A. Gray. — Scrophularineae. — Eine noble Pflanze von Watſon durch Samen von Utah und anderen Theilen des nordweſtlichen Amerikas in England eingeführt. Es iſt eine ziemlich hoch wachſende Art, ſchöne Blüthenrispen erzeugend. Der Schlund der Blumen iſt rahmweiß, und die innere Seite der Oberlippe der Blume hell magentafarben, während die Unterlippe roſafarben iſt.
Cypripedium arietinum Rchb. fil. — Orchideae. — Iſt bereits
im Botan. Magaz. abgebildet und von uns S. 392 des Jahrg. 1873 der Hamb. Gartenztg. ausführlich beſprochen worden. Syringodea pulchella J. D. Hook. — Irideae. — Ein ſehr niedliches Zwiebelgewächs, bereits abgebildet im Botan. Magaz. Taf. 6072 und von uns S. 129 des vor. Jahrg. der Gartenztg. beſprochen.
Doryanthes Palmeri. — Amaryllideae, — Eine prächtige Pflanze aus Auſtralien. Bereits ausführlich beſprochen 1873, S. 258 der Hamb. Gartenzeitung.
Brachyotum eonfertum Naud., auch unter dem Namen Chaeto- gastra und Rhexia conferta bekannt. — Melastomaceae. — Eine Ab- lch bildung dieſer eigenthümlichen und zugleich ſchönen Melaſtomacee brachte
das Botan. Magaz. auf Taf. 6018 und iſt von uns bereits im Jahrg. 1873 der Hamb. Gartenztg. ausführlich erwähnt worden.
Masdevallia Houtteana. — Orchideae. — Eine eigenthümliche Varietät dieſer hübſchen Orchideengattung. Die Blumen ſind mittelgroß, weiß, dicht roſa gefleckt und mit drei hellrothen langen Schwänzen verſehen.
32
Gyelobothra lutea. — Liliaceae. — Syn.: C. barbata und Fritillaria barbata. — Stammt aus Mexico und blüht ſehr dankbar mit dunkelgelben, hängenden Blumen.
Aquilegia leptoceras Nutt. v. chrysantha. — Beretis abgebildet im Botan. Magaz. Taf. 6073. — (Hamb. Gartenztg. 1874, S. 129).
Seaforthia elegans —- Palmeae — iſt eine ſehr zierliche Palmenart aus Auſtralien und eignet ſich auch vorzüglich für Zimmercultur, da ſie in einer niedrigen Temperatur gut fortkommt.
Odontoglossum Rossii Lindl. — Orchideae. — Dieſe allgemein bekannte und beliebte Art iſt bereits 1870 in der Gartenflora Taf. 650 (Hamb. Gartenztg. 1870 S. 372) abgebildet worden. Dieſelbe ſtammt aus Mexico.
Aristolochia tricaudata Duch. — Aristolochieae. — Auch dieſe Pflanze iſt ſchon früher im Botan. Magaz. Taf. 6067 abgebildet worden (Hamburger Gartenztg. 1873, S. 551). Ghisbreght entdeckte ſie in den Waldungen von Ehiapas an der äußerſten Grenze von ene und führte ſie bei Verſchaffelt in Gent ein.
Stanhopea Martiana Lindl. — Orchideae. — Eine alte bekannte, aber ſehr hübſche Orchidee Mexicos.
Calochortus Leichtlini. Liliaceae. — Ein liebliches Zwiebel⸗ gewächs aus Californien mit großen, rein weißen Blumen, deren 3 Blumen⸗ ſegmente an der Baſis jeder mit einem dunklen kaſtanienbraunen Fleck gezeichnet iſt.
Erythronium grandiflorum Pursh. — Liliaceae. — Ein ſehr hübſches Zwiebelgewächs von den Felſengebirgen Nordamerikas mit 8 — 10 rein weißen Blumen an einem gemeinſchaftlichen, 18 Zoll hohen Blüthen⸗ ſchaft. Es giebt von dieſer Art mehrere ſehr ſchöne Varietäten, welche in der Gartenflora 5 Taf. 767, 1—4, abgebildet ſind. (Vergl. Hamburger Gartenztg. 1873, S. 469).
Außer dieſen genannten Pflanzen ſind in den letzterſchienenen Heften der Flore des Serres noch auf 6 Tafeln 15 Sorten Birnen und auf einer Doppeltafel eine Weintraube nebſt Blättern, deren Beeren ſich zwar nicht durch ihre Größe, ſondern durch den rothen Saft den ſie haben, auszeichnen, wie ſich auch die Blätter im Herbſte ſchön roth färben. Es ſoll dieſe Weinart einen guten Wein liefern, aber als Tafelfrucht werthlos ſein.
Tacca artocarpifolia seem. Botan. Magaz. Taf. 6124. — Taccaceae. — Dieſe ſehr eigenthümliche Pflanze iſt ſo nahe verwandt mit Ataccia cristata, daß man jetzt die Gattung Ataccia für ſynonym mit Tacca hält, wohin auch T. integrifolia gehört. Die T. artocarpifolia iſt eine Bewohnerin von Madagascar und der Johanna-Inſeln. Am nächſten ſteht ſie der T. pinnatifida, einer ſehr vielfach angebauten und nützlichen Pflanze auf den Inſeln des ſtillen Meeres, deren Wurzeln das Arrowroot den dortigen Bewohnern liefert.
Die T. artocarpifolia hat ebenfalls knollenartige Wurzeln und liefern
33
diefe ohne Zweifel ein gleich gutes Mehl als T. pinnatifida. Tracht, Blüthenbildung ꝛc. der Pflanze hat ein Aehnliches mit T. pinnatifida.
Pogonia discolor Bl. Botan. Magaz. Taf. 6125. — Riphostemon discolor Bl. Cordyla discolor Bl. — Orchideae. — Die Pogonia-Arten ſind hübſche buntblättrige Orchideen aus Oſtindien, die man jedoch nur in wenigen Orchideenſammlungen antrifft, indem die Cultur derſelben oft ihre Schwierigkeiten hat. Alle Arten haben Knollenwurzeln, die ſich alljährlich erneuern müſſen, wenn man die Pflanzen erhalten will. P. discolor bewohnt die feuchtwarmen Wälder der Gebirgsregion des weſtlichen Java, wo ſie im November blüht. Lilium maculatum Thbg. Botan. Magaz. Taf. 6126. — Lilium avenaceum Fisch., L. martagon Ledb. — Liliaceae. — Dieſe Art ift eine Bewohnerin der Kuriliſchen und Sachalin-Inſeln, von Japan und der ſüdöſt⸗ lichen Mandſchurei, von wo ſie der botaniſche Garten zu Petersburg erhielt. Nach Maximovicz giebt es zwei Varietäten von dieſer Art, die eine mit orangefarbenen, wohlriechenden Blumen vom Victoria⸗Sund und die andere mit rothen, geruchloſen Blumen, die in Kamtſchatka und Japan heimiſch iſt und in Regels Gartenflora abgebildet iſt. — Die Blätter beider Varietäten varüiren ſehr, ſowohl hinſichtlich der Zahl der Quirle, wie in Zahl der Blätter an jedem Quirl, wie auch in der Länge und Breite.
Scorzonera undulata Vahl. Botan. Magaz. Taf. 6127. — Com- positeae. — Eine hübſche Art mit roſafarbenen Blumen von Algier, jedoch ohne beſonderen Werth für Blumenfreunde.
Citrus Aurantium var. japonica Botan. Magaz. Taf. 6128. — Citrus japonica Thbg., C. Margarita Lour. Subvar. inermis, C. inermis Roxb. — Aurantiaceae. — Es iſt dies ſchon ſeit Kämpfers Zeit her eine wohlbekannte, chineſiſche oder indiſche Art, mit ſäuerlich-ſüßen, kleinen, orange⸗ farbenen Früchten.
Aganisia fimbriata Rchb. fil. Garden. Chron. 1874, pag. 452. — Orchideae. — Eine neue Orchidee von Demerara mit hübſchen weißen Blumen deren Lippe blau iſt.
Houlletia Lowiana Rchb. fil. Garden Chron. 1874, pag. 484. — Orchideae. — Ebenfalls eine neue, von G. Wallis entdeckte Orchidee, welche der Gattung Peristeria ziemlich nahe ſteht, die Blumen haben eine elfenbeinartige Subſtanz, find gelblich⸗-weiß bis rahmfarbig.
Begonia Froebelii A. de Cand. Garden. Chron. 1874, p. 522. — Begoniaceae. — Eine Begonie, welche die Handelsgärtner Froebel und Co. in Zürich von Ecuador eingeführt haben und die von Decandolle für neu erkannt und nach Herrn Froebel benannt worden iſt. Dieſelbe ſteht der B. cinnabarina am nächſten. Die Blätter find wurzelſtändig, an 5—8 Centim. langen Stengeln, mehr oder weniger roth gefärbt, faſt glatt an der Baſis, mehr wollig nach der Spitze zu. Das Blatt iſt 6— 10 Centim. lang, 5—7 breit. Inflorescenz roth gefärbt, 4— 6blumig. Es iſt eine recht hübſche, zu empfehlende Pflanze. Sedum pulchellum Mich. Garden. Chron, 1874, pag. 552 mit Abbildung. — Ficoideae. — Eine ſehr hübſche, harte Ben aus Hamburger Garten · und Blumenzeitung. Band XIII.
34
Nordamerika mit blaß⸗roſa⸗lila Blumen, die ſich ſehr gut zur Bepflanzung von Steinparthien eignet. Es darf dieſe Art nicht l werden mit Sedum pulchellum der Gärten. | 207
Phalaenopsis Esmeralda Rchb; Al. Gard. Chron. 1874 pag. 582. — Orchideae. — Eine reizende neue Art dieſer ſo ſehr beliebten Orchideen⸗ Gattung mit brillant amethyſtfarbenen Blumen zu mn; an einer Rispe. )
Utrieularia Endresii Rehb. fil. Gard. Chron. 1874, p. 582. — Lentibulariaceae. — Eine hübſche neue Art, der ſchönen U. alpina (U. mon- tana Jacq.) nahe ſtehend, von Coſta-Rica, wo ſie in Gehölzen, etwa 2000 Fuß über dem Meere vorkommt. Sie wächſt an Baumſtämmen und auf meiſt trocknen Standorten, wo ſie während der trocknen Jahreszeit alle Blätter verliert. Herr Enders entdeckte dieſe Pflanze und führte ſie bei J. Veitch und Söhne in Chelſea ei woſelbſt fie in en een cultivirt wird.
Passiflora manicata J. D. Hook. Botan. Magaz. Taf. 6129. zu Tacsonia manicata Juss. — Pussifloreae. — Vor etwa 24 Jahren wurde dieſe ſehr ſchöne Schlingpflanze von Hartweg, der damals für die Gartenbau: Geſellſchaft in London reiſte, von Peru in England eingeführt, nachdem ſie von Humboldt und Bonpland ſchon ein halb Jahrhundert früher entdeckt worden war. Leider findet man die P. manicata jetzt nur noch ſelten in den Gärten, obgleich ſie verdient in Kalthäuſern cultivirt zu werden, in welchen ſie ſehr gut fortkommt, da ſie von den Anden in Ecuador und Neu⸗ Granada ſtammt. „ 9
Dr. Maſters zieht dieſe Art zu der von Juſſiel aufgeſtellten Gattung Tacsonia, Dr. Hooker bringt fie jedoch wieder zur Gattung Passiflora und wohl mit Recht. Die großen Blumen ſind von brillanter Zinnober-Farbe.
Cerinthe gymnandra Gasp. Botan. Magaz. Taf. 6130. — Borragineae. — Eine ſeltene einjährige europäiſche Pflanze die nur in der Nähe von Neapel wächſt, jedoch ohne allen blumiſtiſchen Werth iſt.
Melaleuca Wilsoni F. Müll. Botan. Magaz. Taf. 6131. Myrtaceae. — Es gehört dieſe Art mit zu denjenigen der fo artenreichen Gattung Melaleuca, die, wenn gut cultivirt, unſern Gewächshäusern zur Zierde gereichen. Die Gattung Melaleuca hat jetzt hundert Arten auf⸗ zuweiſen, die ſich in ganz Auſtralien verbreitet finden und unter denen es mehrere ausgezeichnet ſchöne Arten giebt mit brillant gefärbten Blumen. Die hier genannte Art wächſt in dürren Gegenden in dem Tattiave⸗Diſtrikt, Port Lincoln rc, in Süd-Auſtralien, auch in der Colony Victoria beim See Hindmarſh. Dr. von 1 der die Pflanze entdeckte, 9 = 1 Charles Wilſon. 1
Iris laevigata Fisch. Botan. Maga Taf. 6132. 2 Gand Ledeb., I. Kaempferi Sieb., I. versicolor Thnbg. — Midsdeng — Dieſe hübſche Art ſoll in Japan heimiſch ſein und wurde ſie von dort durch von Siebold bei Verſchaffelt in Gent im Jahre 1857 eingeführt. Lemaire bildete davon eine Varietät mit blaſſen Blumen in der IIIustr. hortic. ab,
und zwar unter dem Namen 1. Kaempferi Sieb. Siebold ſcheint dieſelbe 15 dm
35
aber mit der Sziti oder Ita falz von Kämpfer identificirt zu haben, eine Art die derſelbe als Iris mit großen gefüllten Blumen beſchreibt, die mehrere Tage blüht. Es iſt aber außer Zweifel, daß die Kämpfer'ſche Art ſchon lange vorher von Fiſcher als I. laevigata nach Exemplaren aus dem öſtlichen Aſien beſchrieben worden iſt. Die Pflanze iſt eine Bewohnerin des öſtlichen Sibirien, vom Baikal und Dahurien bis nach Kamtſchatka, dem Amurdiſtrikt und Korea, von wo ſie ſich dann bis nach den nördlichen Theilen von Japan verbreitet.
Polygonatum vulgare Desf. var. macranthum Botan. Magaz. Taf. 6133. — Polyg. officinale All., Convallaria Polygonatum L. — Eine recht hübſche, e ee Varietät des in den Gärten vielfach eultiwirten Polygonatum vulgare, die im freien Lande gut ausdauert.
; Blumenbachia contorta Botan. Magaz. Taf. 6134. — Loasa contorta Lamk., Caiophora contorta Presl. — Loaseae. — Die Loasa oder Caiophora⸗Arten ſind ſehr hübſche einjährige im freien Lande während des Sommers zur Blüthe kommende Schlinggewächſe, die das Unangenehme haben, daß ihre ſämmtlichen Theile, Stengel, Blätter ꝛc. dicht mit feinen Haaren beſetzt ſind, die bei der leiſeſten Berührung ein ſtarkes Brennen an den Händen verurſachen. Die B. contorta ſtammt von Peru und Ecuador, wo ſie in einer Höhe von 12,000 Fuß über dem Meere vorkommt.
[IJ Placea ornata Lindl. Flore des Serres Taf. 2047. — Amanyllidene. — Eingeführt von dem Acoucagua, einem Berge der Anden, wo ſie in einer Höhe von ca. 8000 Met. wächſt, genügt es dieſe hübſche Pflanze im Winter gegen unſere Fröſte zu ſchützen und ſie wird alle Jahre brillant wiedererſcheinen.
[J Maranta Makoyana Hort. Flore des Serres Taf. 204849. — Calathea Mäkoyana E. Morr. — Marantaceae. — Die hier genannte ganz ausgezeichnet ſchöne Maranta wurde vor einigen Jahren zugleich in einige Gärten Belgiens, Englands und Deutſchlands eingeführt und iſt die— ſelbe ſchon zu verſchiedenen Malen in der Hamb. Gartenztg. beſprochen und warm empfohlen worden, worauf wir zu beziehen uns erlauben.“) Um eine jo ſchöne Pflanze aber auch vortheilhaſt cultiviren zu können, dürfte es vielleicht manchem Pflanzenfreunde willkommen ſein einiges über deren Cultur au erfahren, wie ſolches von Van Houtte angegeben wird.
„Die Maranten erfordern ein gut beſchattetes Warmhaus und eine feusbte Atmoſphäre. Die Feuchtigkeit in der Erde muß geringe aber beſtändig ſein, weshalb für guten Abzug des Waſſers geſorgt werden muß, damit das Waſſer in den Töpfen nicht ſtagnirt. Die Töpfe ſeien im Verhältniß der Stärke der Pflanze und mehr breit als hoch. Es iſt nöthig, die Blätter durch öfteres Beſpritzen ſtets rein zu halten. Dieſes Mittel ſchützt die Pflanzen vor den Angriffen der Spinne und dergl. Inſekten.
Cine mit ae gemiſchte Haideerde Beh den Maranten zu. Durch N e 1 a
eee den vielen ſchönen Maranten iſt die M. Mall vielleicht die Pe t, welche ſich in Wohnzimmern ſehr leicht und gut ziehen läßt. Wir ſahen Prachteremplare, die im Zimmer gezogen worden ſind. eis, Redact.)
36
vergleichende Verſuche habe ich mich überzeugt, daß die Beimiſchung von lebendem Sphagnum nicht nützlich ſei. In leichter ſandiger a habe ich die ſchönſten Exemplare mit der reichſten Vegetation erhalten.
Die Maranten zeigen durch das Aufrollen ihrer Blätter an, wenn die Feuchtigkeit in den Gewächshäuſern zu gering wird, man kann dies durch ſofortiges Beſpritzen der Wege beſeitigen. Ein Veſpriten iſt er. Morgens und Abends zu jeder Jahreszeit geboten.
Einige Liebhaber verſuchen die Maranten in ihren Zimmern, ſelbſt im Freien zu cultiviren, das iſt unmöglich, weil im Zimmer die Feuchtigkeit und im Freien die Wärme fehlt; außerdem iſt auch der Wind den Maranten nachtheilig.
Die Vermehrung der Maranten geſchieht aus Samen oder durch Theilung des Wurzelſtockes. Die Samen miüſſen ſogleich nach der Reife in mit ſandiger Haideerde gefüllte Schalen geſäet werden. Die Schalen ſetzt man auf ein warmes Beet unter Glas, wo ſie, bis die Samen aufgegangen ſind, bleiben; alsdann piquirt man die jungen Pflanzen und bringt ſie wieder ins warme Beet. Haben ſie dann die nöthige Stärke W ſo ſetzt man ſie einzeln in Töpfe. 4
Primula aurieulata Jem. c. brevistyla. Gartenfl. Taf. 802. — Primulaceae. — Die Primiila auriculata, von den hohen Gebirgen des Kaukaſus, gehört mit ihren Formen zu den ſchönſten Primeln und gedeiht bei uns gut im freien Lande. Drei ſchöne Formen derſelben ſind bekannt, nämlich: & brevistyla mit tief⸗lila⸗violetten Blumen mit gelbem Auge und mit tief ausgerandeten Lappen. 6 longistyla (P. pyenorhiza Ledb.) mit heller gefärbten etwas kleineren Blumen und y luteola eh Be ei mit gelblichen Blumen.
Calochortus pulchelhis Benth. 8 Karrinerek Reli Gartenfl. Taf. 802. — Liliaceae. — Ein ſehr hübſches Zwiebelgewächs, das im Kalthauſe im März und wen en und Re RE auch im re e dürfte.
1 17
. 2
ueber das Al serben der Obſthäume. 11 2
% Dr. N. Giersberg in Hohenweſtedt hat in der Ackb.⸗Ztg. 0 einer Abhandlung ſeine Anſichten über das Abſterben der Obſtbäume ausgeſprochen, die ſo viel Beachtenswerthes enthält, daß wir dieſelbe unſern Leſern hier mittheilen wollen. „In den drei letzten Jahren, beſonders im Jahre 1871, ſind vielfach Klagen über das Abſterben der Obſtbäume laut geworden und trat die Erſcheinung in der Weiſe auf, daß zuerſt die Spitzen der Zweige dürr wurden und ſodann der ganze Baum zurückging. Dieſe Krankheit, die ſogenannte Gipfeldürre, hat man vielfach dem ſtarken Winter 1870—1871 zugeſchrieben. Allein wenn derſelbe auch wohl geeignet geweſen, ſolche Folgen hervorzurufen und in der That auch hervorgerufen hat, ſo kann doch mit ziemlicher Sicherheit behauptet werden, daß er nicht allein die Schuld trägt, indem dieſe Krankheit auch in manchen anderen Fällen eintritt, ſo haben
37
wir dieſelbe faſt immer da beobachtet, wo die Wurzeln der Bäume auf eine ihnen nicht zuträgliche Bodenſchicht ſtoßen, ja bei Aepfel⸗ und Birnenbäumen haben wir fie häufig bemerkt, ohne daß dec oben genannte Grund vorlag. Hier trieben die Bäume ſehr hübſche und anſcheinend recht geſunde Schoſſen, dieſelben reiften aber nicht aus und wurden in Folge deſſen vom Froſt zerſtört. Nach allen von uns angeſtellten Beobachtungen iſt die Sache aber ſelbſt verſchuldet, indem der Grund nur darin liegt, daß die angepflanzten Sorten nicht für die herrſchenden lokalen und klimatiſchen Verhältniſſe geeignet ſind. Man hat hier alle möglichen Mittel verſucht, Abhilfe zu ſchaffen; das einzige nutzbringende Mittel beſteht im Abſchneiden und Um⸗ pfropfen des Baumes. Nach den Erfahrungen eines ſehr gewiegten Obſt⸗ züchters, zeigen ſich die ungünſtigen Verhältniſſe aber auch oft, ohne daß der angegebene Grund vorliegt, und zwar reglmäßig dann, wenn zeitig im Herbſte Fröſte eintreten, ſchon zu einer Zeit, wo der neue Trieb die volle Holzreife noch nicht erlangt hat. Das Auftreten dieſes Uebelſtandes iſt aber dann nie ein allgemeines, vielmehr pflegen immer nur einzelne Bäume dieſe Erſcheinung zu zeigen. Wenn es aber wahr iſt, daß die Urſachen dieſer Erſcheinung ſo verſchieden ſein können, ſo muß es uns jedenfalls ſehr gewagt erſcheinen, wenn von verſchiedenen Seiten der Verſuch gemacht wird, Univerſalmittel zur Abhilfe dieſes Uebelſtandes zu geben. Das einzige Mittel, das als Univerſalmittel bezeichnet werden darf, iſt, gute Auswahl, Wartung, Pflege und Ernährung der Bäume. Der Satz kann nämlich nicht beſtritten werden, daß mit der beſſeren Pflege und kräftigeren Ernährung die Widerſtandsfähigkeit des Baumes gegen nachtheilige äußere Einflüſſe wächſt. Zur guten Pflege gehört aber nicht allein Beachtung einiger un⸗ bedingt nothwendigen Punkte, ſondern auch ſorgfältige Berückſichtigung ver⸗ ſchiedener, vielleicht kleinlich erſcheinender Regeln, indem deren Nichtbeachtung ſich immer ſehr ſtraft. So darf z. B. nie verſäumt werden, Raupen und andere Inſekten, ſowie Flechten und Moſe, welche dem Baume einen großen Theil ſeiner Lebenskraft entziehen, auf's Sorgfältigſte zu entfernen. Die Erde in der Nähe der Bäume ſoll häufig gelockert werden, einestheils um den Zutritt der Luft in den Boden, ſomit ihre wohlthätigen Zerſetzungen und uche Einwirkungen zu befördern, anderntheils aber auch, um die Verdunſtun g zu verlangſamen. Wir müſſen hier daran erinnern, daß die bisher vielfach angenommene Anſicht, daß durch oberflächliches Lockern des Bodens derſelbe raſcher austrockne, nicht mehr als richtig erkannt wird man hat vielmehr eingeſehen, daß der an der Oberfläche gelockerte Boden in Folge der Nahrung der Capillarität die Fauchtigkeit viel länger zurück⸗ hält, die Bäume alſo beſſer vor Dürre ſchützt. Ein beſonders wirkſames Mittel aber, dem Baume größere Widerſtandsfähigkeit gegen den Froſt zu geben, beſteht darin, daß man ihn zur Zeit des zweiten Saſtſtromes eine gute Düngung giebt, und zwar ſoll dieſelbe möglichſt tief in den Boden gebracht werden, indem ſie dadurch zugleich Düngung des Untergrundes wird. Aus letzterem Grunde empfiehlt ſich auch die flüſſige Form beſonders und verfährt man hierbei auf folgende Weiſe. Man macht da, wo man noch nicht das ſehr empfehlenswerthe Eingraben von Drainröhren in Anwendung
38
gebracht hat, rings um die Bäume herum, am geeignetſten in der Mitte zwiſchen dem Stamme und dem äußern Umkreiſe der Krone, mit einem ſpitzen Pfahle Löcher von entſprechender Tiefe, je nach der Größe des Baumes, drei bis ſechs, und gießt in jedes einen oder einige Eimer Gülle, ſtark mit Waſſer verdünnte Jauche, oder auch eine Auflöſung feſter Dungſtoffe. Die Flüſſigkeit läßt man langſam einziehen und gießt nun nochmals mit reinem Waſſer nach, worauf man die Löcher mit Erde wieder füllt. Ein Zuſfatz von beſonders kräftig wirkenden Stoffen, wie Knochenmehl und Guano, kann vortheilhaft ſein, doch iſt dies nicht durchaus erforderlich und immerhin Vorſicht geboten, indem zu ſtarke Portionen leicht zerſtörend wirken, höchſtens eine kleine Hand voll von Peru-Guano auf einen Eimer Waſſer darf hierzu benutzt werden. — Noch auf ein anderes Mittel, die Holzreife im Herbſte zu befördern, machen wir hier aufmerkſam. Es beſteht darin, daß man die Bäume ſorgfältig unter Waſſer hält und namentlich alles überflüſſige Holz beſeitigt. Bei zu dichtem Holze und der hieraus folgenden zu ſtarken Belaubung entziehen ſich die einzelnen Aeſte und Zweige gegenſeitig Luft und Licht, verholzen deshalb langſam. Beſonders machen wir hier auf das Beſchneiden im Sommer aufmerkſam, bei welchem man die zu dichtſtehenden, abſterbenden, ſich kreuzenden Aeſte und Zweige, ſowie das abgeſtorbene oder kranke Holz am beſten erkennt. — Hat der Froſt aber dennoch die Kronen einzelner Bäume ſehr ſtark beſchädigt, ſo daß das Abſterben derſelben zu befürchten iſt, ſo ſäume man nicht, mit dem Verjüngen der Krone vor⸗ zugehen, dies geſchieht in der Weiſe, daß man im erſten Beginn des Früh: jahrs oder auch im Spätherbſte (von Ausgang Auguſt an) die ganze Krone ſtark einſtutzt, indem man die Zweige bis auf ½ oder ½ ihrer Länge zurückſchneidet, je nachdem der Zuſtand des Baumes dies bedingt. In Folge dieſes Einſtutzens entwickeln ſich an den bleibenden Aſttheilen eine Menge von jungen Trieben, von welchen die beſtgeſtellten zur Bildung von Aeſten ausgewählt und beibehalten, die anderen eingeſtutzt oder entfernt werden. Auf dieſe Weiſe gelingt es nicht ſelten, ſehr kranke Bäume zu retten.
12
Ueber die Entwicklung der Zwiebeln bei den Lilien.
Allen, welche ſich mit der Cultur der Lilien befaſſen, iſt es wohl bekannt, daß es mehrere verſchiedene Typen von Zwiebeln der Lilien-Arten giebt und daß die Lilien ſich ſelbſt in Bezug auf ihre Zwiebel-Entwicklung von einigen ihrer nächſten Verwandten unterſcheiden. Es dürfte von Nutzen ſein, dieſe Thatſache allgemeiner bekannt zu machen und benutzen wir zu dieſem Zwecke einige Bemerkungen über dieſen Gegenſtand des Herrn J. G. Baker, die er in ſeinem Memoir über die Tulipeae, vor kurzer Zeit in dem Journal of the Linnean Society in London veröffentlicht, niedergelegt hat. — Auf die Baker'ſche Bearbeitung der Tulipeae, eine Nomenclatur vieler der beliebteſten Gartenpflanzen umfaſſend, wie Lilium, Tulipa, Fritillaria ete., haben wir bereits früher hingewieſen (S. Hamb. Gartenztg. 1874, S. 522)
Herr Baker ſagt, alle Pflanzen dieſer Familie ſind fähig, im natürlichen
39
oder im Cultur⸗Zuſtande ſich durch Zwiebelerzeugung mehr oder weniger ſtark zu vermehren, abgeſehen von der Vermehrung durch Samen. Die ſchuppenartige, perennirende Zwiebel, wie fie bei allen Lilien-Arten der alten Welt vorhanden iſt, beſteht in ihrer natürlichen Geſtalt, aus einer großen Anzahl von dünnen, lanzettlichen oder länglich-lanzettförmigen, dicht an einander gelegten Schuppen, die ſpiralförmig rund um eine Centralachſe gruppirt ſind, welche weder vertikal noch horizontal ſich erzeugt. Von dem untern Ende der Centralachſe ſetzt ſich ein dichter Büſchel fleiſchiger Fibern nach unten fort, während von dem obern Ende der Achſe aus iich der all— jährliche Blüthenſchaft erhebt, von deſſen unterem Theile, zwiſchen der Spitze der Zwiebel und der Fläche des Erdbodens eine Menge wurzelartiger Fibern hervorgehen, welche hauptſächlich zur Herbeiführung der Nahrung und zur Feſthaltung in der Erde des ſich über der Erdoberfläche entwickelnden Blüthenſchaftes dienen. Dieſer unter der Erde wurzeltragende Theil des Stammes über der Zwiebel iſt oft vertikal, aber bei einigen Arten, wie z. B. bei Lilium Leichtlini, läuft er bis zu einem halben Fuß weit fort, ſo daß, wenn in einem Topfe cultivirt und die Zwiebel in der Mitte deſſelben⸗ ſteht, der Schaft derſelben oft an dem Rande des Topfes zum Vorſchein kommt. Alle die zahlreichen flachen Schuppen der Zwiebel beſitzen die Kraft, neue Zwiebeln an ihrer Achſel zu entwickeln, bei mehreren Species, jedenfalls unter Cultur, wenn die Schuppen von der Zwiebel gelöſt und gut behandelt werden, ſo daß ein geſchickter Operateur durch Zwiebel⸗ wie durch Samenvermehrung in drei oder vier Jahren eine Lilien— Art fünfzigfach vervielfältigen kann. Im natürlichen Zuſtande entwickelt ſich in jeder Saiſon nur ein Blüthenſchaft vom Centrum der Zwiebel aus und einige wenige von den Achſeln der vergangenen äußeren Schuppen. Eine neue Zwiebel, entweder aus Samen gezogen oder aus den ſich in den Blatt— achſeln der Blätter am Blüthenſchafte entwickelten Bulbillen, oder an der Achſel einer der Zwiebelſchuppen entſtanden, bedarf unter günſtigen Umſtänden mindeſtens drei Jahre, um einen Blüthenſchaft zu erzeugen. Im erſten Jahre erhalten wir eine eiförmige Maſſe, von vielleicht ¼ Zoll Dicke, beſtehend aus einem halben Dutzend dicht dachziegelartig aneinander an— liegenden Schuppen, von deren Baſis 3—-4 ſchlanke Wurzelfibern ausgehen. Zu Ende des nächſten Sommers haben wir ſchon eine Zwiebel von der Größe einer Haſelnuß mit einer mächtigen Entwickelung von ſtarken Wurzel⸗ fibern an der Baſis, und das halbe Dutzend Schuppen erhebt ſich über die Erde und bilden ſich dieſelben zu einer Roſette von faſt lanzettlichen Blättern aus. Im nächſten Jahre unter günſtigen Umſtänden, entwickelt ſich der Blüthenſchaft und dann, wenn ſonſt kein Hinderniß eintritt, lebt die Zwiebel für eine Reihe von Jahren fort, alljährlich einen Blüthenſchaft aus deren Mitte emporſendend, und alte Schuppen mit Zwiebelbrut an der Baſis abwerfend, dies bei einigen Arten mehr bei anderen weniger. Bei zwei californiſchen Lilienarten, L. Washingtonianum und L. Hum- boldtü iſt dieſe Art der Structur durch die Central-Achſe der Zwiebel modificirt, indem dieſelbe horizontal verlängert iſt, ſo daß die Schuppen aus einer regelmäßigen Spirale geworfen werden und die reife Zwiebel eine
40
unregelmäßige Form hat und mehr oder weniger ſeitwärts abgeflacht iſt. Hier haben wir dann eine ſchuppenartige Zwiebel, welche den erſten Schritt in die Richtung zu einem wahren Rhizom macht, aber die fleiſchigen Schuppen ſind ganz ebenſo wie die der typiſchen Form. Die Richtung des Rhizoms iſt vertical ſchräg und die neuen Schuppen bilden ſich an den tiefſten Enden.
Eine zweite Modification in der Structur dieſes Lilien-Typus kann Baker nicht beſſer beſchreiben, als wenn er die Worte Duchartre's (Obser- vations sur le genre Lis, p. 28) anführt. „Um eine Idee von dieſer Entwickelung zu geben, möge man mir erlauben das zu berichten, was ich an Lilium canadense geſehen habe, als ich dieſe Art zu Anfang März examinirte und natürlich zu einer Zeit, wo ſich die erſten Anzeichen der Vegetation im Jahre bemerkbar machten. An der Baſis des Stengels, welcher im Jahre vorher geblüht hatte und von dem nur ein kleiner Theil in dem Erdboden noch geblieben, fand ſich die Zwiebel vor, von welcher dieſer Stengel ausgegangen war, eine Zwiebel, aus kurzen Schuppen beſtehend, die noch faſt ganz fleiſchig und friſch, zugeſpitzt und locker, dachziegelartig über einander lagen. Im Ganzen betrachtet war dieſelbe zweimal ſo breit als hoch. Unmittelbar über dieſer Zwiebel befand ſich der Ueberreſt des alten Stengels, einen Kranz todter und vertrockneter Wurzel-Fibern tragend. Endlich hatte die äußerſte Baſis dieſes alten Stengels unterhalb der Zwiebel ſich verlängert, und zwar doppelt ſo dick als er oberhalb geweſen war, und endete in einer Länge von mehr als einem halben Zoll in breiter Ver⸗ ſtümmelung. Es iſt wohl von dieſem alten Stengel, der im Jahre vorher die Blüthen gebracht hatte, unmittelbar unter der alten Zwiebel und ſehr wahrſcheinlich aus der Achſel einer abgefallenen Schuppe, dieſer horizontale Zweig entſtanden, der an ſeinem Ende die neue Zwiebel trägt, von welcher man die coniſche Spitze ſich in den jährigen Blüthenſtengel bereits entwickeln ſieht. Das Wurzelſtück oder Rhizom iſt nicht viel länger als 1—1 ½ Zoll. An der Stelle ſeines Urſprunges dringt er ein wenig in den Erdboden, dann erhebt er ſich wieder, nimmt eine horizontale Lage an und ſteigt mit ſeiner Spitze aufrecht um die Achſe der neuen Zwiebel, um ſchließlich den neuen Blüthenſtengel zu bilden. In ſeiner unterirdiſchen Fortſetzung trägt er kleine, ſpirale, dicke, fleiſchige Schuppen, von denen die erſteren nur ſpärlich und dünn ſind, während die an dem Ende des unterirdiſchen Stammes dichter ſtehen und größer ſind, und ſo die neue Zwiebel bilden. Von dem vorderen Theile dieſes Rhizoms, beſonders von dem Theile, welcher den unteren Theil der jungen Zwiebel trägt, entſpringen zahlreiche, ziemlich dicke, kleine Wurzeln, von deren geſundem Zuſtande die Lebensfähigkeit des neuen Gewächſes weſentlich abhängt. Später im Jahre vergeht die alte Zwiebel, der horizontal liegende Wurzelſtock wird frei, ſtirbt an der Stelle ab, an der ſich keine Wurzeln gebildet haben, und erhebt ſich zu gleicher Zeit von der Baſis der neuen Zwiebel, um an ſeinem äußerſten Ende eine andere Zwiebel zur Erzeugung des nächſtjährigen Blüthenſtengels zu bilden. So erzeugen ſich denn bei dieſen Lilien eine Folge von unterirdiſchen Zwiebel tragenden Zweigen, oder eine Serie von aufeinander folgenden Generationen, von denen jede eine einjährige Zwiebel zu ihrer fundamental Baſis hat
41
Dieſen Typus der ſchuppenartigen Structur verlaſſend, muß ich bemerken, daß es drei verſchiedene Arten von „Rhizomen“ in verſchiedenen Arten giebt, die alle in Büchern unter der allgemeinen Bezeichnung „Rhizom“ beſprochen ſind, jedoch nicht mit einander homolog ſind, nämlich: 1. die erzeugte ſchiefe Centralachſe der californiſchen Lilien; 2. der untere Theil des horizontalen Zweiges, aus dem Auge in der Achſel einer Blattſchuppe entſpringend, deſſen Zweig an feinem Ende die neue Zwiebel hervorbringt, wie bei Lilium canadense; 3. der unterſte Theil des Blüthenſchaftes über der Zwiebel, wenn er ſich unter der Oberfläche des Erdbodens befindet, wie bei L.
Zu dieſen Bemerkungen des Herrn Baker fügt Thomas Moore noch hinzu, daß Lilium Wilsoni (abgebildet im Florist & Pomologist 1868, p. 121) und von Baker und Anderen zu Lilium Thunbergianum als Varietät gezogen, eine ganz verſchiedenartige Entwicklung der Zwiebel zeigt als L. Thunbergianum und andere in Cultur befindliche Arten. Dieſe Pflanze erzeugt an den äußeren Schuppen der ausgereiften Zwiebeln unter der Erde eine Art von Ausläufer, der in einem Blüthenſtengel endet. Das Sonderbarſte iſt jedoch, daß dieſer Ausläufer in Ziſchenräumen von 2 oder 3 Zoll, je nachdem er fortwächſt, junge gleich große Zwiebeln trägt, wodurch ſich die Pflanze ungemein raſch vermehren läßt. Die Originalpflanze ver⸗ mehrte ſich auf dieſe Weiſe ſelbſt und die von ihr erzielten Samenpflanzen, die jetzt blühbar ſind, beſitzen ganz dieſelbe merkwürdige Eigenſchaft ihre
wiebeln zu bilden, wie man ſie bei keiner anderen Art kennt. ben Ja aun ano, Sat am ii ne a ae ett amm kern.
Dieutſcher Garten⸗Kalender auf das Jahr 1875. Zweiter Jahrg.
herausgegeben von Th. Rümpler, General⸗Secretair des Gartenbau-Ver. 8 Zwei Theile. Berlin. Verlag von Wiegandt, Hempel und ane Al ene obigen |
Der erſte Jahrgang des deutſchen Gartenkalenders, der im vorigen Jahre zuerſt aus der ſachkundigen Hand des Herrn Theodor Rümpler hervorgegangen und erſchienen iſt, hatte ſich des allgemeinſten Beifalls zu erfreuen gehabt und ſo wird es ohne Zweifel auch mit dem 2. Jahrgange dieſes Kalenders der Fall ſein, um ſo mehr, da den wenigen Mängeln, welche ſich bei dem 1. Jahrgange noch herausſtellten, abgeholfen worden iſt. Der 1. Theil d. Jahrg. des Schreibkalenders enthält in ſehr ſorgfältiger Bearbeitung die gewöhnlichen kalendariſchen Angaben und genügend weißes, datirtes Papier, zum Eintragen täglicher Notizen, ſowie eine Menge Hülfs⸗ und Wirthſchafts⸗Tabellen, gleich dem des 1. Jahrganges, wie auch die äußere Ausſtattung ſich wiederum durch Solidität und Eleganz auszeichnet. Der 2. mehr der Belehrung gewidmete Theil, enthält verſchiedene beachtenswerthe, kleinere Abhandlungen, deren Verfaſſer für den Werth der⸗ ſelben bürgen, ſo z. B. von J. Hartwig: die Schling⸗ und Kletterpflanzen, ibre Anwendung in den Gärten und landwirthſchaftlichen Anlagen; Stallmiſt
42
und Handelsdünger von Dr. A. Rümpler; unſere harten Nadelhölzer von Rob. Neumann; über Veredelung und Cultur der hochſtämmigen Stachel⸗ und Johannisbeeren und Anzucht der hierzu gebräuchlichen Unterlage, von K. Pohl (alle ſehr beachtenswerth); dann enthält dieſer Theil noch unter anderen: eine Zuſammenſtellung der ſehenswerthen landſchaftlichen Gärten und Anlagen Deutſchlands; die Gartenbau⸗-Geſellſchaften und Gartenbau: ſchulen Belgiens; die Literatur für Gärtner vom Juli 1873 bis Juli 1874 2c. ꝛc., für welche Zuſammenſtellung von fo nützlichen und brauchbaren Artikeln wir dem Redacteur wie den Verlegern vielen Dank ſchuldig find: — Der geringe Preis für beide Theile dieſes Kalenders (3 Rm.) ermöglicht es auch dem unbemittelteren Gärtner und e ee fi in Beſitz dieſes Kalenders zu ſetzen. E. O0.
Feuilleton. * e ane
Anemone Honorine Jobert. Dieſe beliebte Ganten bf welche im Spätſommer und Frühherbſte bis zum Eintritt des Froſtes ſo überaus reich blüht, iſt bisher immer für eine Hybride der Anemone japonica und vitifolia gehalten worden. Herr Otto Froebel in Zürich theilt jedoch mit, daß die A. Honorine Jobert keine Gartenvarietät iſt, ſondern ſie hat ihren Urſprung ſeit etwa 16 Jahren zu Verdun⸗ſur⸗Meuſe, im Garten des Bankier Jobert. Von dort kam die Pflanze 1860 in ſeine Hand und zwar durch feinen Großonkel Guſtar Memminger zu Verdun, ein großer Pflanzen⸗ freund, nach dem die Aesculus Memmingeri benannt iſt. Herr Jobert erhielt die A. Honorine Jobert von einem großen Bulten der A. japonica mit rothen Blumen, an der ein Wurzeltrieb rein weiße Blüthen brachte. Herr Jobert entfernte alle die Zweige mit rothen Blumen und erhielt ſo die Varietät mit weißen Blumen. Otto Froebel in Zürich war der Erſte, welcher dieſe Pflanze unter ihren urſprünglichen Namen A. japonica Honorine Jobert in den Handel gab. Er hat ſehr häufig die Mutter⸗ pflanze im Garten des Herrn Jobert geſehen und ſteht in die N ſeiner Ausſage.
Correspondence botanique. Unter dieſem Titel er ſchirn im Mürz v. J. von E. Morren, dem rühmlichſt bekannten Profeſſor der Botanik an der Univerſität in Lüttich und Redacteur der vortrefflichen Belgique horticole, ein Verzeichniß der botaniſchen Gärten und Anſtalten wie der botaniſchen Muſeen ꝛc. ꝛc., der ganzen Welt, ein kleines Werk, das ſich des allgemeinſten Beifalls der Botaniker, Gartenvorſteher und der mit ſolchen Inſtituten in Correſpondenz ſtehenden Männer zu erfreuen hatte. Daß die Aufmachung eines ſolchen Verzeichniſſes keine leichte iſt, iſt wohl Jedem einleuchtend, und ſo konnte es auch nicht fehlen, daß daſſelbe noch nicht durchweg ganz richtig und vollſtändig ausgefallen war. Dieſem Uebel⸗ ſtande abzuhelfen, hat Profeſſor Morren ſich beeilt, eine zweite Ausgabe zu veranſtalten, welche im Monat October v. J. erſchienen iſt, welche um
43
vieles beſſer und fo vollſtändig als nur möglich iſt. — Wer den Namen irgend eines Vorſtehers oder Gärtners an einem botaniſchen oder mediziniſchen Garten, an einem pomologiſchen oder dergl. Inſtitute zu wiſſen wünſcht, ſei es in einer Stadt in irgend einem Lande von Europa, Aſien, Afrika, Neu⸗ holland c., iſt ſicher, ihn in dieſem Verzeichniſſe zu finden. ER
Neue Kartoffeln zu vermehren. Um neu eingeführte Kartoffeln raſch zu vermehren, von denen man vielleicht nur einige Knollen hat, ſo wendet man nach der Allg. Ztg. f. L. u. F. folgendes Verfahren an. Man ſtellt die Kartoffeln an einen warmen, trockenen Ort und ſobald die Keime
529 Linien lang find, zerſchneidet man ſie in ſo viel Stücke als Augen vorhanden ſind. Die Schnittfläche beſtreut man mit pulveriſirter Holzkohle und pflanzt die Kartoffelſtücke in Blumentöpfe, welche zur Hälfte mit lockerer Miſtbeeterde und zur anderen Hälfte mit Sand angefüllt ſind. Sobald die Knollen angewurzelt, treiben die Augen weiter, man ſchneidet aber dieſe Triebe ab, noch ehe der Blätteranſatz ſtattfindet und ſetzt dieſe wiederum in Töpfe, die mit etwas Erde und zuletzt mit etwas gelben Sand angefüllt ſind. Dieſe Töpfe werden anfänglich mit Glasglocken bedeckt, ſpäter aber an die friſche Luft gewöhnt. Die ſich bildenden Seitentriebe ſchneidet man ab und verpflanzt ſie wieder, ſo daß man aus einer einzigen Knolle binnen kurzer Zeit Hunderte von jungen Kartoffelpflanzen erziehen kann, die zur Zeit, wenn keine Fröſte im Frühjahre mehr zu befürchten ſind, ins freie Land gepflanzt werden können und ſchon im erſten Jahre ziemlich große Kartoffeln liefern.
Sinndornenſtrauch (Schrankia uncinata). Es iſt dies eine intereſſante Pflanze aus der Familie der Mimoſen, die in Louiſiana (Nordamerika) heimiſch iſt, aber ſo weit nördlich als Virginien vorkommt, während ſie weiter ſüdlich ſehr verbreitet iſt. Die niederliegenden Stengel find 3 —4 Fuß lang und mit ſcharfen umgebogenen Stacheln verſehen. Die Blätter find fiedertheilig mit ſehr kleinen Blättchen. An der Anſatzſtelle jedes Blattes befindet ſich eine rundliche Traube ſehr kleiner roſafarbener Blüthen, welche ſehr dicht zuſammengedrängt ſind; aus dieſen entwickeln ſich kurze Schoten. — Das Bemerkenswerthe in Bezug auf die Pflanze iſt die Reiz- barkeit ihrer Blätter. Sie hat einige Aehnlichkeit mit der eigentlichen Sinnpflanze (Mimosa pudica), und obwohl nicht ſo reizbar, wie dieſe, ſchließen ſich doch ihre Blätter mit hinreichender Raſchheit, um ſie intereſſant zu machen. In Texas ſieht man ſie die Prairie ackerweiſe bedecken und es iſt intereſſant, die Veränderung zu beobachten, welche ein darüber ſeinen Weg nehmender Reiter hervorbringt und zu ſehen wie kurz nach der Störung das Erwachen eintritt, indem die Blätter ſich bald wieder öffnen. Es giebt noch eine andere Species Schrankia und eine Mimosa in den ſüdlichen Staaten Nordamerikas, welche ebenfalls reizbar ſind. Die Gattung Schrankia wurde nach dem deutſchen Botaniker Schrank benannt. Die Eigenſchaft der Blätter, daß ſie ſich bei der Berührung ſchließen, macht den Strauch zu einem in⸗
tereſſanten in einer Pflanzenſammlung. | a oa fragrans ift die Pflanze, welche das in neueſter Zeit ſo viel in den mediziniſchen Zeitſchriften beſprochene Arzneimittel „Boldo“ liefert
44
und ſich lebend in der Sammlung mebizinifcher Pflanzen im Garten zu Kew befindet. Wie wir in Gardeners Chronicle leſen, wurde die Pflanze 1844 eingeführt und ging unter dem Namen: Peumos fragrans Pers., P. Bolda Molin und Ruizia fragrans R. et Pav. Das Alkaloid „Boldino“ befördert hauptſächlich die Verdauung und wirkt merkwürdig auf die Leber. Die Entdeckung von der Wirkung dieſer Pflanze war eine rein zufällige, dürfte jedoch von greßem Werthe ſein. Einige leberkranke Schaafe nämlich, welche die Blätter und jungen Triebe dieſer Pflanze gefreſſen hatten, erholten ſich zuſehends. — Die Boldoa fragrans iſt eine Bewohnerin der gebirgigen Region Chile's, woſelbſt deren Holz eine ſchätzbare Holzkohle liefert, deren Rinde zum Gerben benutzt wird und deren Früchte gegeſſen werden. Sie gehört zur Familie der Monimiaceen und bildet einen kleinen ſich veräſtelnden Baum, der in allen ſeinen Theilen aromatiſch iſt. Die Blätter ſind gegen⸗ überſtehend, kurz geſtielt, rauh und enthalten viel flüchtiges Oel. Die Blumen ſtehen in achſelſtändigen Rispen und die Geſchlechter auf verſchiedenen Exemplaren. Boldu iſt der chile'ſche Name des Baumes, von dem der Gattungsname ſtammt. Im allgemeinen Ausſehen hat er viel Aehnlichkeit mit Rondeletia speciosa. Die Zweige ſind iche weit ſteifer and, die Knotenabſtände kürzer.
Eine ueue Waſſerlilie. Nach dem Bulletin Na hat Herr Van Hulle in Gent von Herrn Durieu de Maiſſonneuve Samen einer neuen Nymphäacee von ſo großer Schönheil erhalten, wie bisher noch keine bekannt iſt und ſelbſt die Victoria regia übertreffen ſoll. Dieſe Samen wurden ihm von Herrn Balanſ a, der jetzt in Paraguay reiſt, eingeſandt. Hoffentlich gelingt es einige Samen zum Keimen zu bringen, da map ſehr geſpannt iſt, die Pflanze lebend kennen zu lernen.
Eigenthümliche Eigenſchaften der Herbſtzeitloſe. In 1 Rei hat man in England eigenthümliche Eigenſchaften der Herbſtzeitloſe (Colchicum autumnale) wahrgenommen, die nicht ohne Intereſſe ſind und beobachtet zu werden verdienen. Man hat nämlich gefunden, daß die Blumen, ohne ab⸗ ſolute Berührung derſelben, den Fingern eine ſafrangelbe Farbe geben, wenn man dieſelben in gewiſſer Entfernung über die Blume hält, und dieſe den Fingern anhaftende Farbe hält ſich längere Zeit, trotz Waſchens. Hält man das ganze Geſicht über die Blumen zu einer beſtimmten Periode ihrer Ent⸗ wickelung, ſo nimmt daſſelbe eine gelbſüchtig⸗gelbe Farbe von ſehr aus⸗ gedrücktem Charakter an, welche weder durch Seife noch Waſſer abzuwaſchen iſt, aber nach Verlauf einiger Stunden von ſelbſt vergeht, zuweilen ſich auch lange hält. Die Nähe der Blumen afficirt auch den Gaumen, ein leichter aber zuſammenziehender bitterer Geſchmack macht ſich bemerkbar. Einige Conſtitutionen ſind ſo empfindlich gegen die Einwirkung dieſer Pflanze, daß deren Finger, ſobald fie mit den Blumen in Berührung kommmen, erſtarren. Dieſe Einwirkungen verſchwinden aber ſehr ſchnell wieder, wenn die In⸗ florescenz ihren Höhepunkt paſſirt hat. — Bekannt iſt es, daß die Blätter der Colchicum ſehr ſchädlich ſind und in aller letzter Zeit iſt mehreres Vieh geſtorben, welches von den Blättern gefreſſen. (The Gard.)
Der alte Weinſtock in Cumberland Lodge in Windſor. Dieſer
45
höchſt intereſſante Weinſtock — der Leviathan aller Weinſtöcke Englands — fand ſich urſprünglich im Jahre 1800 in einem kleinen Melonenbeete vor. Sehr bald wuchs er über die Grenzen ſeines Geheges und man vergrößerte den Kaſten, in dem er ſtand. Nach ein paar Jahren ſah man ſich genöthigt den Kaſten abermals zu vergrößern und gegenwärtig hat dieſer Kaſten eine Länge von 138 Fuß und eine Tiefe von 16 Fuß. Zu welcher Zeit die letzte Vergrößerung des Kaſtens vorgenommen wurde, iſt nicht genau bekannt, wahrſcheinlich aber einige Jahre vor 1859, denn in dieſem ſoll der Wein⸗ ſtock 2000 große Trauben getragen haben (als ſchwarze Dawſons beſchrieben); der Stamm maß damals 2 Fuß 9 Zoll im Umfang. Der Weinſtock fuhr fort, prächtig zu gedeihen, jedoch das Haus oder Kaſten erwies ſich wiederum zu klein für den Weinſtock und es wurde auf Vorſchlag des Herrn Ingram ein neues Haus von derſelben Länge wie der alte Kaſten aber 4 Fuß tiefer, über dem Weinſtock errichtet. Dies geſchah im Jahre 1857. Bald bedeckte der Weinſtock eine Glasfläche von 3000 Fuß (800 Fuß mehr als der berühmte große Weinſtock zu Hampton Court) und wächſt und trägt noch jetzt ebenſo gut wie zu Ende der 50er Jahre. Pelargonien⸗Geſellſchaft. Zu den vielen Geſellſchaften die es bereits in England für einzelne Pflanzengattungen giebt, hat ſich nun auch noch eine Pelargonien-Geſellſchaft gebildet, welche den Zweck verfolgt die Cultur dieſer herrlichen Pflanzen zu fördern, und durch Ausſetzung von Preiſen hofft ſie, daß durch künſtliche Befruchtung neue Varietäten zu Tage gefördert werden. — Die erſte Ausſtellung von Zonal⸗Pelargonien wird am 21. Juli 1875 im Garten der k. Gartenbau⸗Geſellſchaft zu Süd⸗Kenſington, London, ſtattfinden. Die Geſellſchaft beſteht bereits aus 40 Mitgliedern er av dieſelbe folgende Preiſe ausgeſetzt: IL Klaſſe für 12 verſchiedene Varietäten Zonal⸗Pelargonien (Floriſten⸗ Blumer) in Zzölligen Töpfen: 8 4 und 5 (160 und 100 Rm.), die einzelnen Blumen müſſen von ſchönſter Form ſein. |
2. Kl. für 12 verſchiedene Varietäten Zonal-Pelargonien (Decorations⸗ Pflanzen) in 8 Zoll weiten Töpfen: 8 und 5 E, reichblühende, prahlende Varietäten, unter dem Namen Nosegays bekannt. 3. Kl. für 30 Varietäten Zonal⸗Pelargonien, unbeſtimmte Pflanzen in 6 Zoll weiten 5 6 und 4 L. | er Kl. e verſchirdene ornamentale Cap⸗Pelargonien: 3 £ und Du HRG 1 vo Kl. fur das beſte hybride Belargoniun von beſtimmtem Charakter 2 * und 1 C.
6. Kl. für 2⁴ nere abgeſchnittene Pelargonienblumen Dolden: 2 2 und 1 CH. FT. Kl. für 12 werſchiedelte abgeschnittene Pelargonienblumen, Dolden:
2 C und 1 .
Jede auszuſtellende Varietät muß mit einem ihr gegebenen Namen wie mit dem des Züchters verſehen ſein.
Abſchneiden der verblühten Blumen. Jede einzelne Blume, der man erlaubt Samen anzuſetzen und zu reifen, bemerkt ein engliſcher prak⸗
46
tiſcher Gärtner mit Recht, erſchöpft die Kraft der Pflanze eher als es ein Dutzend neuer Knospen thut. Er räth daher, die Blumen ſo viel als möglich abzuſchneiden, ehe ſie zu welken beginnen, d. h. wenn man keinen Samen zu ernten beabſichtigt, und man wird bald merken, daß ſich die Blumen mehren, je mehr man Blumen davon ſchneidet. Namentlich follen alle Roſen, welche welken, abgeſchnitten werden, und ſal man auf ke büſchen nie Samen reifen laſſen.
Regenwürmer zu vertilgen. Es giebt ſo 0 Mitlel Diele läſtigen Thiere auf Gartenbeeten und Raſenplätzen zu vertilgen, unter dieſen ſoll ſich jedoch Kalkwaſſer ganz vorzüglich eignen, noch beſſer als Salzwaſſer. Man nimmt eine Quantität friſch gelöſchten Kalk (5 Kilo auf 30—40 Liter Waſſer), ſchüttet dies in ein Faß, rührt die Miſchung gut um und läßt die Flüſſigkeit ſich ſetzen bis ſie klar iſt. Das Begießen der Beete etc. damit geſchieht am beſten bei feuchtem Wetter, weil ſich dann die Würmer in der Nähe der Oberfläche aufhalten. Dieſelben kommen dann heraus und werden abgekehrt oder abgeſucht. In den meiſten Fällen muß das Verfahren wiederholt werden. Den Pflanzen ſchadet Kalkwaſſer nicht, im Gegentheil, auf Raſenplätzen angewendet, nehmen dieſe eine ſehr fuhe Vegetation an, it andlend mi
Preisverzeichniß von Sämereien einheimiſcher und: exotiſcher Gewächſe der Samen-Handlung von Wilpret und Schenkel in Orotava (Teneriffa, Canariſche Inſeln). Das unübertreffliche Clima und der äußerſt fruchtbare Boden der canariſchen Inſeln, beſonders des berühmten „Thales von Orotava“, wo faſt alle Zonen der Erde vertreten ſind, geſtatten den Beſitzern der genannten Samenhandlung die Samen einer großen An⸗ zahl der geſuchteſten Pflanzen zu ernten und in beſter Beſchaffenheit offerixen zu können. Akazien, Anonen, Bambuſen, Caladien, Drocänen, Eugenien, Muſas ꝛc., ſeltene Pflanzen, die auf dieſen Inſeln wie in ihrem Vaterlande gedeihen, geben ein hinlängliches Zeugniß von den nigen n ene und dem Clima dieſes Landes.
Das uns vorliegende Verzeichniß it daher 00 mi an Sar gen von Stauden, Sträuchern und Zierbäumen, Decorations-⸗ und Blattpflanzen, Schling⸗ und Rankpflanzen, tropiſche und ſubtropiſche Frucht- und Nutz⸗ pflanzen und Palmen ꝛc. Die Arten mancher Gattung ſind ſehr ſtark ver⸗ treten, aber auch wiederum viele einzelne Arten; von der Gattung Abutilon z. B. werden Samen von 29 Arten und Varietäten offerirt, dann 18% ver⸗ ſchiedene Acacia, 6 Arten Bouvardia, viele Cassia, Chorozema, Grevillea robusta, Hibiscus, diverſe Salvia, Veronica, dann Amaranthus; Begonia, Canna, Coleus, Echium, Euphorbia, Musa (discolor, Ensete, zebrina, rosacea und speciosa), Piper, Solanum, Sonchus, Wigandia etc.; ferner von Schling⸗ pflanzen Jpomaea, Convolvulus, Maurandia, Passiflora, Tropaoelum; von tropiſchen Fruchtbäumen, Palmen ꝛc. Anona, Citrus, Eugenia, Ficus, Laurus, Mammea, Mangifera, Phoenix, Psidium etc. ete. — Exemplare dieſes Ver⸗ zeichniſſes find bei Herrn Albert Schenkel in Hamburg, alter Wandrahm Nr. 6, auf franco Verlangen zu erhalte nnn.
. Mittel gegen das Faulen des Holzes. Nach fünfjährigen in Paris
47
ununterbrochen angeſtellten Verſuchen hat ſich nach einer Mittheilung in der illuſtr. Gewbztg, folgender Anſtrich, um Holz gegen das Faulen zu ſchützen, vollkommen bewährt. Man ſetzt den Anſtrich aus folgenden Theilen zu⸗ ſammen: 50 Gewichtstheile Harz, 40 Gewichtstheile fein geſtoßene Kreide, 500 Theile feinen weißen ſcharfen Sand, 4 Theile Leinöl aus 1 Gewichts- theil natürlichem Kupferoxyd und aus 1 Gewichtstheil Schwefelſäure zufammen- geſetzt, und zwar ſo, daß man zunächſt das Harz, die Kreide, den Sand und das Leinöl in einem eiſernen Keſſel erhitzt, dann das Oxyd noch heiß auf das Innigſte durchmiſcht. Noch heiß wird damit das Holz mittelſt eines Pinſels überſtrichen. Im Falle der Anſtrich nicht flüſſig genug iſt, verdünnt man ihn etwas mit Leinöl; iſt er aber auf das Holz aufgeſtrichen, einmal erkaltet und getrocknet, ſo bildet er einen dem Steine gleich harten Ueberzug. Es ſind alſo hier die ſchützenden Wirkungen einer Art rohen Firniſſes — Harz, Leinöl — zugleich mit denen der Imprägnirung des Holzes — mit Kupfervitriol — verbunden. Die Zuſätze von Sand und Kreide vermehren die Adhäſion des Anſtriches zum Holze und bewirken das Feſtwerden des Anſtriches. Es iſt kaum zu bezweifeln, daß ſich der Anſtrich bei friſchem Holze gut bewähren wird, zumal wenn er, zur hinreichenden Deckung dick— flüſſig aufgebracht, oder, wenn dünnflüſſig, mehrmals wiederholt wird. Inſektenpulver. Das echte perſiſche Inſektenpulver wird bekanntlich von den Blüthen des Pyrethrum caucasicum gewonnen. Nun hat der berühmte Profeſſor der Botanik, Landerer, in Athen, gefunden, daß die Blüthen der gelben oder Saat⸗Wucherblume (Chrysanthemum segetum) und der weißen Wucherblume (Chrysanthemum Leucanthemum) dieſelbe den Inſekten unangenehme Kraft beſitzen wie das perſiſche Inſektenpulver und ſomit dieſe beiden genannten Pflanzen einen billigen Erſatz des perſiſchen Pulvers geben, denn beide Wucherblumen konimen in manchen Gegenden ſehr häufig vor, die gelbe gehört ſogar zuweilen zu den Landplagen und ſomit läßt ſich die Begründung des Ausſpruchs vom Profeſſor Landerer leicht aus⸗ probiren. — (Chrysanthemum segetum L. kommt auf Aeckern unter der Sommerfaat, auf Gemüſefeldern ſehr häufig vor. Blüthezeit Juli und Auguſt. Ch. Leucanthemum L. wächſt auf Wieſen, Triften und auf an unter der Saat ſehr häufig und blüht ebenfalls im Juli und Kalk für Weinſtöcke. In einer der letzten Sitzungen der Frankfurter Gartenbau⸗Geſellſchaft wurde den Rebenbeſitzern empfohlen, zeitig im Früh⸗ juhre den Weinſtock in kalkarmen Bodenarten mit pulveriſirtem Kalk, eine Hand voll für jeden Stock, zu düngen. Der Katk wird dünn aufgeſtreut und leicht unter den Boden gebracht; derſelbe befördert ungemein die Fruchtbarkeit der Rebſtöcke. | Unkräuter aus den Raſenplätzen zu entfernen. Stark wachſendes Unkraut, wie Wegeblatt, Ampfer, Diſteln, Löwenzahn ꝛc., das die feinen Raſenplätze nicht ſelten verunziert, ſoll fi in folgender Weiſe leicht aus- rotten laſſen. Man gießt Vitriolöl in ein kleines Gefäß mit weiter Oeffnung, um deſſen Rand man einen Drahtring legt, an den man einen Henkel zum Tragen befeſtigt. Sodann bereitet man ein Stäbchen, deſſen
18
unteres Ende man in einer Länge von 3—5 Centim. einkerbt. Dieſes Ende taucht man in die Flüſſigkeit ein und drückt es in das Herz en an beſeitigenden Pflanze, welche davon unfehlbar zu Grunde chte unmull (K. 0 dar Das Auffinden der Steine in einem Acker. Wenn die Erde mit einer Schneedecke verſehen iſt und dieſe nun zu ſchwinden beginnt, ſo thaut der Schnee ſtets dort am erſten vollends weg, wo ein größerer Stein auf oder in der Erde liegt. Man hat dann nur ſolche Stellen durch einen Pfahl oder dergleichen zu bezeichnen, um ſich das Auffinden der in der Erde befindlichen Steine, welches ſonſt ſeine großen Schwierigkeiten hat, bedeutend zu erleichtern. Jenes frühere Aufthauen des Schnees an den gedachten Stellen findet auch noch dann ſtatt, wenn die in der Erde be⸗ findlichen Steine etwa in einer Stärke von ein bis zwei Fuß mit einer Erddecke verſehen ſind. — Aber auch ohne eine Schneebedeckung der Erde iſt das Auffinden der unterirdiſchen Steine namentlich im Frühjahre und wenn der von der Winterfeuchtigkeit durchdrungene Acker aufzutrocknen be⸗ ginnt, nicht ſchwer. Die Erde trocknet nämlich dort ſtets am erſten ab, wo ſolche Steine im Boden ſich befinden, und macht dies um ſo mehr ſich bemerkbar, je größer die Steine ſind Es 1 diebe eine Erfahrung, die manchem von Nutzen ſein könnte. Aan, Behandlung von Gemüſe und Salat. G in eine bekannte Sache, daß Gemüſe und Salat nicht gewaſchen werden müſſen, wenn ſie aus dem Boden genommen werden, ſondern erſt, wenn man ſie für die Küche oder Tafel zubereitet, aber dennoch geſchieht erſteres faſt immer, namentlich von den Gemüſehändlern, theils um der Waare ein beſſeres Anſehen zu geben, theils um ſie friſch zu halten. — Kartoffeln, weiße Rüben, Möhren, Sellerie, Paſtinaken ꝛc. verlieren ihren eigenthümlichen feinen Geſchmack ſchnell durch das Waſchen. Bringt man im Sommer Blumenkohl und andere Kohlarten in Berührung mit Waſſer, ſo verdirbt es dieſe ſchnell und nimmt den Pflanzen ihre Friſche und ihren Wohlgeſchmack. Noch ſchlimmer iſt es mit den Salatarten. Wenn man ſie überhaupt waſchen will, ſo ſollte dies nur unmittelbar vor der Zubereitung geſchehen, alles Waſſer dann durch Ausſchütteln und Schwingen in einem Bindfadennetz, Durchſchlag oder einer Serviette entfernt und der Salat ſogleich angemacht werden. Je friſcher aus dem Boden, deſto feiner und erfriſchender ſchmeckt der Salat, nament⸗ lich Rapunzchen, Kopfſalat, Escariol und Endivien, ſowie Kräuterſalat. Nichts verdirbt den Wohlgeſchmack der Gemüſe mehr und macht den guten Salat ſchneller ſchaal und ungenießbar, als wenn Waſſer daran hängt. Iſt der Lattich ganz rein, ſo bereitet man ihn am beſten ungewaſchen als Salat zu, muß er aber gewaſchen werden, ſo geſchehe dies raſch und man trockne darnach die Blätter ſchnell mit einem reinen weißen Tuch, niemals aber 15 man ui . welchen Salat mehr als einige Minuten im — i at Bee er . 8190 101
r Druck von F. €. „ 1 u aus 2 I H \ 1 Iyinaet
49
5 Den ächten Rhabarber, Rheum offieinale, betreffend.
Im vorigen Jahrgange der Hamburger Gartenzeitung S. 215 machten wir die geehrten Leſer derſelben auf dieſe neue Rhabarber-Art aufmerkſam, die nach den Mittheilungen des Profeſſors Baillon den ächten Rhabarber liefern ſoll. Nach einer Notiz im October-Hefte der Gartenflora iſt dieſer Rh. officinale jedoch nur eine Form des Rh. palmatum L., die Maximowicz Rh. palmatum var. tanguticum benannt hat. Unſer ſehr verehrter Freund, Dr. Regel, theilt nun folgendes Nähere über dieſe Pflanze mit.
„er kaiſerl. botaniſche Garten in St. Petersburg hat die Samm⸗ lungen an Pflanzen und Samen erhalten, welche Herr Przewalsky im weſtlichen China gemacht hat. Unter den geſammelten Pflanzen deſſelben ſind die, welche in dem ſüdweſtlichen China auf dem Hochplateau, was an die Hochalpen Tibets angrenzt, geſammelt wurden, die weitaus intereſſanteſten. Seit alten Zeiten war es bekannt, daß auch die geſchätzteſte und wirkſamſte Sorte von Rhabarber gerade aus dieſer Gegend komme, denn derſelbe ward von den Chineſen über Kiachta nach Sibirien gebracht und von da aus weiter verbreitet.“
„Wirklich brachte Herr Przewalsky auch eine bedeutende Quantität von Samen dieſes ächteſten unter den ächten Rhabarber-Sorten mit und der botaniſche Garten in St. Petersburg vertheilte dieſen Samen unter dem Namen „Rheum officinale“ an viele der mit ihm in Verbindung ſtehende Inſtitute und auch einzelne Handelsgärtner.“
„die von Przewalsky geſammelten Exemplare, welche nach der Ver: theilung dieſer Samen von Herrn C. Maximowicz einer genauen Unter- ſuchung unterworfen wurden, zeigten aber, daß dieſe Samen von einer Pflanze, welche dem Rheum palmatum L., der ſchon feit den älteſten Zeiten für den ächten Rhabarber genommen ward, ſehr nahe verwandt ift, ab- ſtammen, und nicht von der Art, welche Decaisne in neuerer Zeit Rheum officinale genannt hat. Verſchieden iſt dieſelbe von Rh. palmatum nur durch etwas weniger tief getheilte, länger geſtreckte und daher oft mehr fiederartig als handförmig getheilte Blätter und angedrückte Aeſte des Blüthenſtandes.“ — Ein Holzſchnitt in dem genannten Hefte der Garten- flora zeigt im verkleinerten Maßſtabe die Pflanze, von der ohne Zweifel die im botaniſchen Garten zu Petersburg gezogenen Pflanzen abſtammen. Dieſer Holzſchnitt iſt gleichzeitig für den neueſten Catalog der Herren Haage und Schmidt in Erfurt beſtimmt, welche Firma dieſen ächten Rhabarber in genügender Anzahl zur Abgabe ausbietet. f
Dr. Regel bemerkt noch, daß die Wurzeln dieſer Pflanze auch bei der Cultur in Europa ihre Eigenſchaften behalten ſollen. — Wir kommen ſpäter wohl noch einmal auf dieſe Pflanze zurück.
Das Dezember-Heft des Botanical Magazine von 1874 bringt auf Taf. 6135 nun eine Abbildung und Beſchreibung dieſes Rhabarbers unter dem Namen Rh. officinale. Aus dem dazu von Dr. J. D. Hooker gegebenen Texte fügen wir dem von uns über dieſe Pflanze bereits Mitgetheilten noch folgendes hinzu. Nach den bisher gemachten Beobachtungen iſt dieſe
Hamburger Garten⸗ und Blumenzeitung. Band XXI. 4 i
Br
Pflanze, vielleicht mit Ausnahme des californifhen Rheum nobile, die ſchönſte aller Rheum-Arten und liefert den meiſten, wenn nicht allen, Rhabarber der türkiſchen Pharmakopße. Sie iſt eine Bewohnerin des öſt⸗ lichen und ſüdöſtlichen Tibet, woſelbſt ſie auch vielfach angebaut wird und wurde von dort von den franzöſiſchen Miſſionairen an den franzöſiſchen Conſul zu Hankow, Herrn Dabry geſandt. Von dieſem erhielt Herr Soubeiran, Secretair des Acclimatiſations-Gartens in Paris Pflanzen, die im Jahre 1871 zu Montmorency blühten.
Eine ausführliche Beſchreibung dieſer Pflanze befindet ſich in Fluckiger und Hanbury's „Pharmacographia“, aus der hervorgeht, daß nicht aller ächte türkiſche Rhabarber im Handel von dieſer Art allein gewonnen wird, wie es von den Miſſionairen, welche die Pflanze entdeckten, angegeben wird. Ferner erfahren wir aus dem genannten Werke, daß der Rhabarber ſchon lange vor der chriſtlichen Zeitrechnung den Chineſen bekannt war und in einem, dem Kaiſer Shen⸗nung, dem Vater des chineſiſchen Ackerbaues und der Medizin, der im Jahre 2700 v. Chr. lebte, dedicirten Werke, beſchrieben worden iſt. Ebenſo lernen wir, daß Marco Polo der einzige Reiſende iſt, welcher die Diſtrikte bereiſte, welche den Rhabarber liefern; auf den Gebirgen, namentlich auf dem Berge Tangut, ſoll dieſe Pflanze in großer Menge vorkommen;“) dies iſt jedoch ein Irrthum, denn nach einem Berichte in den Reiſebeſchreibungen von Ball von Antermony (Vol. 1, p. 384387) wächſt die Pflanze in ſehr großer Menge in der Mongolei. Einer der hauptſächlichſten Charaktere dieſer Rhabarberart iſt der ſtarke, ſehr diſtinkte Stamm, der, und nicht die Wurzel, nach Baillon den Rhabarber liefern fol. |
Der Rheum officinale bewohnt weite Flächen im öftlihen Tibet und im weſtlichen China, in großer Menge wächſt er auf Hochebenen, beſonders an Stellen alter Anſiedelungen.
In England hat die Pflanze bereits im Juni v. J. im Garten zu Kew wie bei Herrn Hanbury zu Clapham geblüht.
Wir fügen dieſem noch hinzu, daß dieſe Rheum-Art eine ausgezeichnete Decorationspflanze und wie ſchon bemerkt, bei den Herren Haage und Schmidt in Erfurt zu erhalten iſt.
Zur Verbreitung der Obſtcultur.
Leicht faßliche Anleitung zur Obſtzucht in Cordonform. Von Wilh. Schwab, Präſes des Gartenbau-Vereins in Darmftadt.**)
Die Wichtigkeit der Obſtcultur findet in den pomologiſchen und Gartenbau⸗Vereinen volle Anerkennung, und mit regſtem Streben werden
*) Daher wohl der Name tanguticum, den Marimowicz der Pflanze ge gegeben.
* Mit Bewilligung des ſehr geehrten Herrn Verfaſſers theilen wir den Leſern der Hamb. Gartenztg. deſſen ſehr zu beachtende Anleitung zur W e in Cordon⸗ form im Nachſtehenden mit. e Redact.
51
die Eigenſchaften der Obſtſorten, ihre Krankheiten, ihre Feinde und Freunde im Thierreich, ſtudirt und bekannt gemacht; man ſucht tüchtige Obſtbaum⸗ wärter zu bilden und Baumſchulen zu gründen, aus welchen man mit Vertrauen die Bäume beziehen kann. Zahlreiche Bücher und Broſchüren belehren über dieſe Gegenſtände, wie über die Cultur und paſſende Wahl der Sorten. |
Was man aber mit allen diefen Bemühungen noch nicht hat erreichen und erringen können, das iſt die allgemeinere Zuneigung der Grundbeſitzer zur Obſtzucht, und dieſe iſt durchaus nöthig, wenn wir unſere Obſtproduction auf den Stand bringen wollen, welcher dieſelbe für andere Länder zu einer Quelle erhöhten Wohlſtandes und Genuſſes macht. | Der Verband rheiniſcher Gartenbau-Vereine ſucht mit vielem Rechte den Weg zu dieſer Zuneigung durch Vergrößerung des Nutzens der Obit- zucht, und ſetzt einen Preis aus für eine populäre Anleitung zu beſſerer Verwerthung unſerer Obſternten. In den mannigfachen Arten Obſt friſch aufzubewahren, ſowie in wohlſchmeckender und für das Auge gefälliger Weiſe zu trocknen, einzumachen und als Handelsartikel zu verwerthen, ſind wir durchſchnittlich noch weit zurück, und es iſt nicht daran zu zweifeln, daß bei unſeren ländlichen Grundbeſitzern, welche wohl zu rechnen wiſſen, der Anbau der Obſtbäume in dem Maße beliebter werden wird, als die Früchte der— ſelben mehr Geld einbringen.
Vielleicht giebt es aber für die Obſtzucht zu dieſer Zuneigung zu den Herzen der Grundbeſitzer einen noch directeren Weg.
Wenn man Jemand lieben ſoll, ſo muß man ihn zuerſt näher kennen lernen.
In den Gezenden, welche in der Obſtzucht vorangehen, namentlich in einem großen Theil Frankreichs, Belgiens und der nördlichen Schweiz, liegen die Wohnungen weniger als bei uns in Dörfern zuſammen, ſondern einzeln, der Grundbeſitz um ſie her, vorzugsweiſe Graswuchs mit Obſtbäumen bepflanzt, und ringsum mit einem Haag geſchloſſen. |
Daß die Menſchen, welche unter dieſen Obſtbäumen aufwachſen, fie näher kennen, beſſer nützen und ſie lieben lernen, daß ein Wetteifer entſteht, wer um ſeine Wohnung her die beſtgepflegten, ſchönſten Bäume beſitzt, und die beſten reichſten Früchte erntet, iſt ebenſo natürlich, als daß dieſe Liebe gerade in jenen Gegenden zuerſt zu dem Streben geführt hat, durch die Culturen als Spalier am Hauſe wie in den verſchiedenen niederen Formen im Garten, die Obſtbäume ſich noch näher zu bringen.
Bei uns liegen die Wohnungen als Dörfer geſchloſſen zuſammen, und die mit Obſtbäumen bepflanzten Grundſtücke wohl um die Dörfer her, aber doch keineswegs ſo zugänglich, daß den Beſitzern eine eingehende Beobachtung leicht gemacht wäre. |
Bei uns iſt es alſo rathſam, gerade den umgekehrten Weg einzuſchlagen, alſo den Weg zur Gewinnung der Zuneigung der Grundbeſitzer für die Obſtzu gt durch eine Cultur des Obſtes in niedriger Form zu ſuchen, welche in jedem Garten anwendbar iſt, wie ſolchen ja beinahe jede Wohnung auf dem Lande beſitzt.
4*
52
Die niederen Formen der Obſtzucht haben im Allgemeinen die bedeutenden Vorzüge, daß ſie ſchon in den erſten Jahren Früchte tragen, daß ſie durch ihre Lage, welche meiſtens natürlichen Schutz bietet, und künſt⸗ lichen Schutz leicht ermöglicht, faſt alljährlich gute Ernte bringen, daß man die Feinde der Blüthen und Früchte leichter bekämpfen kann, daß die Stürme die Früchte nicht abwerfen, und daß dieſe Früchte, hauptſächlich durch die Nähe der Bodenwärme, ungewöhnlich ſüß und wohlſchmeckend werden.
Bei dieſen wichtigen Vorzügen ſollte man erſtaunen, daß in ſo vielen Gärten, namentlich auf dem Lande, die niedere oder Zwergobſtbaumzucht nicht betrieben wird, aber bei näherer Beobachtung wird es uns doch erklärlicher. Nur wenige Gärten ſind von hohen Mauern oder Holzwänden umgeben, welche die Spalierzucht möglich machen und ebenſo bieten nur wenige für Pyramiden-Bäumchen den nöthigen Platz, der faſt überall für Gemüſezucht in Anſpruch genommen wird.
Ein Haupthinderniß aber bildet jedenfalls der Umſtand, daß die Pflege der Obſtbäume noch viel zu wenig populär iſt, daß das Pflanzen, der Schnitt und die Sommerbehandlung derſelben von den Gartenbeſitzern mit einer gewiſſen Scheu als etwas ſehr Schwieriges betrachtet wird, an das man ſich nicht heranwagen darf, wenn man kein Gärtner iſt.
Wollen wir die Bevölkerung alſo für die Obſtzucht gewinnen, ſo gt es vor allem eine Form und deren Cultur zu finden, welche überall an⸗ wendbar, ganz leicht begreiflich, und mühelos in der Behandlung iſt.
Beſonders geeignet erſcheint hierzu die Form des Cordon horizontal, oder die wagrechte Einfaſſung, weil jeder, der kleinſte wie der größte Garten, jede Lage, jeder Boden für ſie geeignet iſt, weil ſie den anderen Garten⸗ pflanzungen, namentlich Gemüſen, weder viel Raum noch Licht oder Luft hinwegnimmt, und weil ihre Cultur auf ſo einfache Weiſe betrieben werden kann, daß ſie jedem begreiflich iſt und nur wenig Zeit und Mühe erfordert.
Die Hauptwege der Gärten find vielfach mit Buxbaum eingefaßt, an deſſen Stelle eine Einfaſſung von Aepfel- und Birnbäumchen gewiß weit mehr Intereſſe, Vergnügen und Nutzen gewährt.
Es giebt kaum einen lieblicheren Anblick, als die reiche Blüthenreihe ſolcher Cordons im Frühling, und die prächtigen Früchte im Herbſte, und vom erſten Anſchwellen der Knospen bis zum Abnehmen der letzten Frucht bieten ſolche Pflanzungen täglich neues Intereſſe.
Wünſcht man ſolche Einfaſſungen ganz niedrig, ſo werden ſie nur für eine Aſtreihe (Galerie), etwa 40 Centimeter über dem Boden, eingerichtet; andernfalls legt man ſie für zwei Aſtreihen übereinander, (doppelte Galerie) an, wie faſt überall geſchieht, weil deren Höhe, im Ganzen 75 Centimeter über dem Boden, kaum irgenwo hinderlich iſt.
Als richtige Entfernung der einzelnen Stämmchen von einander kann man, für trockenes Clima und Sandboden 1 Meter, und dann ſteigend bis zu 11, Meter oder ſelbſt 2 Meter für den fetteſten Boden mit feuchter Luft annehmen.
53
Nehmen wir alſo für unſere Pflanzung die Entfernung von 1 Meter an, und die Höhe von 40 Centimeter über dem Boden für die erſte, und
75 Centimeter für die zweite Aſtreihe, ſo werden von Meter zu Meter ſo viele viereckige Pföſtchen, am beſten von Eichenholz, feſt und tief eingeſetzt, als Bäumchen gepflanzt werden ſollen. In der Höhe der künftigen Aſtreihen, alſo nach unſerer Annahme 40 und 75 Centimeter hoch, werden dieſe Pföſtchen entweder durch geſpannten dicken Draht, oder durch Holzblättchen verbunden. Bei Drahtſpannung müſſen die Endpföſtchen der Reihen durch Wildlager geſtützt werden.
Birnen und Aepfel eignen ſich nicht nur beſſer zu ſolchen Einfaſſungen als Steinobſt, welches letztere in dieſer Form ſehr zu Harzfluß neigt, ſondern ſie gewähren auch mehr Vergnügen durch ihre reiche Blüthe, und ihre ſchönen, bis zum ſpäten Herbſt hängenden Früchte.
Die Birnenſtämmchen müſſen auf Quitten, die Aepfel auf Doucin, Johannis- oder Paradies⸗ apfel veredelt ſein.
Man kauft am beſten in den Baumſchulen einjährige Veredelungen auf ſolche Zwergunter⸗ lagen von gutem Wachsthum, und pflanzt ſie im Herbſt, nachdem die Blätter gefallen ſind, oder im Frühjahr, ehe die Knospen anſchwellen, neben den Pföſtchen ein. (Fig. 1.)
Eine Hauptbedingung künftigen Gedeihens jedes Obſtbaumes iſt, daß er nicht tiefer in die Erde zu ſtehen kommt, als er in der Baumſchule geſeſſen; es muß alſo bei dem Pflanzen darauf Rückſicht genommen werden, daß die Erde des Pflanzlochs, welches in der Regel 50 bis 75 Centimeter tief und ebenſo weit ausgegraben wird, ſich nach der Pflanzung noch ſetzt; das Bäumchen muß alſo 4 bis 6 Centimeter höher gepflanzt werden als der umliegende Boden.
Bei der Pflanzung werden die Wurzeln, von welchen etwaige kranke Theile mit ſcharfem Meſſer
Fig. 1.
weggeſchnitten werden, ſorgſam ausgebreitet, dann mit guter Erde locker die Grube gefüllt, mit Waſſer gehörig angeſchlämmt, und, wenn ſich Alles geſetzt hat, mit Erde nachgefüllt. Das Bäumchen wird nicht ſofort an⸗ gebunden, damit es der Erde, welche ſich noch fortwährend ſetzt, folgen könne.
Wenn das Bäumchen in vollem Triebe ſteht, alſo die Blätter ſich bilden, bindet man es an den Pfoſten mit Weiden oder ſtarkem Baſt an der Stelle an, wo die Biegung ſtattfinden ſoll, und biegt es nun vorſichtig
54
nach dem Draht herab, an welchem es mit Baft angebunden wird. (Fig. 2.) Wenn das Niederbiegen nicht auf einmal geſchieht, ſondern erſt nur ſchräg, und einige Tage ſpäter vollſtändig niedergebunden wird, ſo wird die Gefahr eines Bruches an der Biegungs⸗ ſtelle leichter vermieden; ſollte dennoch ein Bäumchen brechen, ſo wird es niedergebunden, gut befeſtigt und dann die Bruchſtelle ſorgfältig mit Baumwachs luftdicht verſtrichen; ſie wächſt ſo in den meiſten Fällen ohn jeden Schaden für die Geſundheit weiter.
Aus den Augen des ſo niedergebundenen Hauptz triebes entwickeln ſich nun Nebenzweige nach allen Seiten, namentlich wächſt aber nächſt der Wia ein kräftiger Trieb in die Höhe.
Alle dieſe Triebe läßt man im aun Jahre in voller Freiheit wachſen und beſchäftigt ſich erſt im nächſten Frühjahre wieder mit ihnen. (Fig. 3.)
Vor dem Erwachen des Lebens in den Bäumchen ſchneidet man dann die Seitenzweige auf zwei bis drei Augen zurück, ſo daß das ſtehenbleibende Holz in der Regel eine Länge von 4 bis 6 Centimeter behält. (Fig. 4.)
Wenn nun das Bäumchen im vollen Safte ſteht, alſo in der Regel kurz vor der Blüthezeit, ſo wird der an der Biegungsſtelle aufrecht gewachſene neue Haupt⸗ trieb in der nämlichen Weiſe wie im vorigen Jahre, nur nach der entgegengejegten Seite, umgebogen um an den Draht angeheftet. (Fig. 5.)
Erſt von jetzt ab wird die Behandlung der Beunchen auf Erzielung von Früchten für das dritte Jahr gerichtet. Sorgfältige Verſuche und Beobachtungen haben mich über⸗ zeugt, daß zu dem Ziele, reichliche und ſchöne Früchte alljährlich mit ziemlicher Sicherheit zu erlangen, ein Verfahren von ſolcher Einfachheit genügt, daß jeder Beſitzer, jede Beſitzerin eines Gartens es ohne alle Bor- kenntniſſe anwenden und die Hülfe des Gärtners ent⸗ behren kann.
Zu dieſem Zwecke werden die von den Haupttrieben nach allen Seiten hin wachſenden Zweige etwa in der Hälfte des Monats Juni nach dem Haupttriebe mit Baſtſtreiſchen oder Bindfaden beigeheftet, wobei man häufig mehrere Zweige zuſammenfaſſen kann. Die an dem aufrecht ſtehenden Theile des Stämmchens auswachſenden Zweige werden nahe an ihrer Spitze mit dem Baſt oder Bindfaden gefaßt, und bogenförmig nach dem Stämmchen nieder oder um daſſelbe herumgebunden. Auch die ſpäter nachwachſenden Zweige werden in ähnlicher Weiſe beigeheftet. (Fig. 6.)
Durch dieſes Bei⸗ oder Niederheften, und die hierdurch entſtehende
Fig. 2.
Verlangſamung der Bewegung des Saftes in den Zweigen, wird die Bildung von Fruchtaugen ganz beſonders gefördert.
Fig. 3.
Dabei wird die Gefahr vermieden, welche das Schneiden oder Kneipen im Sommer ſo häufig mit ſich bringt, wenn es nicht mit beſonderer Kenntniß geſchieht, daß nämlich der heftige Reiz des durch den Schnitt plötzlich gehemmten Saftes, namentlich unter der Einwirkung ungünſtiger Witterung, neue Holztriebe hervorruft, und die Blüthe des nächſten Jahres beeinträchtigt.
Ich glaube bemerkt zu haben, daß, ſeitdem ich während des Sommers gar nicht mehr ſchneide, alſo den Bäumchen alles Laub erhalten bleibt, ich
56
nicht nur mehr, ſondern auch größere und ſüßere Früchte erhalte.
Die
Blätter aller Pflanzen nehmen bekanntlich einen wichtigen Antheil an der
Ernährung derſelben, und ſehr
wahrſcheinlich auch an der Zucker er 2 N
bildung; die nieder- und bei⸗ gebundenen Zweige beſchützen aber außerdem auch das wagerecht ge— bogene Holz der Stämmchen mit den anhängenden Früchten vor den ſenkrecht auffallenden Strahlen er Sonne, und ſo vor Aus⸗ trocknung und mancher Krankheit. Endlich find dieſe regelmäßig ge: hefteten Einfaſſungen eine wahre Zierde jedes Gartens.
Wir kommen nun zu dem Schnitt des dritten und aller folgenden Jahre, und haben oben geſehen, daß die erſten Seiten— zweige der Haupttriebe auf eine Länge von nur 4 bis 6 Centi⸗ meter zurückgeſchnitten waren. An dieſen Stümpfchen haben ſich nun im darauffolgenden Jahre neue Seitentriebe gebildet, welche bei- geheftet wurden, und welche jetzt, vor dem Erwachen des Triebes, auf den ſogenannten Aſtring, d. h. auf die ſchwach entwickelten Augen am Fuße des Triebes, fo ab— geſchnitten werden, daß dieſe neuen Seitenſtümpfchen in der Regel
mit ein bis drei Centimeter Linge
ſtehen bleiben.
Die knorrigen Aeſtchen, welche auf dieſe Weiſe auf der ganzen Länge des Bäumchens entſtehen, (Fig. 7.), bilden nun den Boden,
2 1
9 61
aus welchem alljährlich die Si, in ſolcher Menge u daß der Ertrag der Cordons in der That ein werthvoller genannt werden muß. Der Verfaſſer hatte an ſeinen Birnen-Cordons, welche mit doppelter Aſtreihe, immer drei Stämmchen von gleicher Sorte neben einander an- gelegt find, im Herbſt 1874 z. B. an drei Beurré Napoleon 46, drei Beurré bachelier 58, drei Abbé de Beaumont 111 A drei Al mon
dien 232 Früchte.
107
57
Der Werth der Cordonfrüchte wird noch dadurch erhöht, daß man fie am Bäumchen ausreifen laſſen, und einzeln abnehmen kann.
Natürlich nimmt man für die Cordons nur Sorten von beſonderer Schönheit und Güte, alſo ſogenanntes Tafelobſt, und nach meiner Erfahrung ſind beſonders empfehlenswerth:
1) Birnen:
Clairgeau's Butterbirne. Diel's 4 Graue Herbſt⸗ „ Weiße Herbſt⸗ „ Napoleon's hy Beurré bachelier. Hardenpont's Winter⸗Butterbirne. Liegel's 1 Abbé de Beaumont. Soldat laboureur. Souvenir du Congrös. Bergamotte lucrative. Ah mon dieu. Archiduc Charles.
2) Aepfel: Weißer Winter⸗Calville. Rother N! Gravenſteiner.
Winter⸗Goldparmäne. Herefordſhire Parmäne.
Goldreinette von Blenheim. Königlicher Kurzſtiel. Goldpepping. Ribſton Pepping. Reinette Canada.
4 Ananas.
„ Baumann.
5 de Bretagne.
„ d'oOrleans. „ von Breda.
Es kommt vor, daß die Spitze des einen Bäumchens in den Bereich des anderen hineinwächſt, was natürlich gar nicht ſchadet; beide werden dann nach gleicher Methode beigeheftet und behandelt; ebenſo kommt es aber auch vor, daß ein Haupttrieb an der Spitze oder dem größeren Theil ſeiner Länge abſtirbt; dann wird der kranke Theil glatt abgeſchnitten, und man holt Erſatz vom vorderen Theil des Stämmchens durch einen Aſt, den man anfangs gerade in die Höhe wachſen und nicht Früchte tragen läßt, bis er kräftig genug iſt, um als neuer Hauptaſt angeheftet zu werden.
Alle Bäumchen werden im Winter mit altem Kuhmiſt gedüngt, welchen man bei dem Umgraben mit ſorgfältiger Schonung der Wurzeln unter die
58
Erde bringt. Diejenigen Bäumchen, welche Früchte angeſetzt haben, werden in deren Ernährung in folgender Weiſe unterſtützt. In einem Petroleum: faſſe werden Hornſpähne oder andere Dungſtoffe in Waſſer gelöſt, dann gräbt man im Juni etwa 20 Centimeter neben dem Stämmchen die Erde etwas auf, ſchüttet von dieſer Löſung, ſtark mit Waſſer verdünnt, ein und gießt dann, namentlich bei trockenem Wetter, reichlich Waſſer nach.
Aepfelbäumchen leiden wegen ihrer ſpäten Blüthe nicht leicht von Froſt, dagegen kann man die Birnen, welche früher blühen und dabei empfindlicher ſind, ſehr leicht in folgender Weiſe ſchützen. Man ſtellt über die Cordons Stäbe in der Weiſe verbunden, wie Bohnenſtangen; auf jeder Seite werden außerdem Querſtangen angebracht. Dieſes leichte Gerüſt wird nach beiden Seiten mit Fichtenreiſern behängt, welche nicht nur genügenden Schutz im Winter gewähren, ſondern die man auch mit Vortheil hängen läßt bis nach der Blüthe, welcher ſie gegen Spätfröſte und Sperlinge hierzu mit weißem Faden beſpannt), guten Schutz gewähren.
Der Verfaſſer beanſprucht mit dieſer kleinen Abhandlung keineswegs den Pomologen und Gärtnern viel Neues zu ſagen, ſondern er wünſcht vorzugsweiſe die Laien und neuen Gartenbeſitzer bezüglich ihrer Obſtanlagen ſelbſtſtändig zu machen, ihnen ſo manche üble Erfahrung zu erſparen, und über die Schwierigkeiten hinwegzuhelfen, welche er ſelbſt zu überwinden hatte.
Der Verfaſſer wagt joger zu hoffen, daß unſere Frauen zum Dienſte Pomonas gewonnen werden können; iſt ja doch die nur den Frauen eigene aufmerkſame Fürſorge und geſchickte Hand beſonders geeignet für die Pflege der Pflanzen, welche nicht wie das Thier an ihre Bedürfniſſe erinnern können. Wie in Nachbarländern, welche uns in der feineren Obſtcultur als Vorbild dienen müſſen, wird es auch unſeren Frauen ein doppelter Genuß ſein, ſüße Früchte auf die Taſel ſtellen zu können, welche ſie ſelbſt erzogen haben.
Es iſt Erfahrungsſache, daß die Mehrzahl derer, welche einmal den erſten gelungenen Verſuch in der Obſtcultur gemacht und ſich überzeugt haben, daß dazu durchaus keine Kunſt, ſondern nur etwas Aufmerkſamkeit erforderlich iſt, nicht bei dieſem erſten Verſuch ſtehen bleiben, ſondern, wo es irgend möglich iſt, zu größeren Anlagen übergehen.
Es iſt das ja auch ſo natürlich, denn der Obſtzüchter hat an ſeinen Blüthen daſſelbe Vergnügen wie der Blumenliebhaber, während er die viel⸗ ſeitige und lange dauernde Freude an den Früchten vor dieſem voraus hat.
Aus ſolchen erſten Verſuchen ſind die meiſten der prächtigen und nütz⸗ lichen Obſtanlagen entſtanden, welche wir heute bewundern, und der ſchöne, vor einigen Jahren von Berlin angeregte Gedanke, durch zuſammenhängende Anlagen ganz Deutſchland in einen Garten zu verwandeln, kann wohl nur praktiſch werden durch Hebung der Liebe zur Obſtzucht, welche neben der Schönheit auch dem volkswirthſchaftlichen Nutzen dient, wenn ſie alle Wohn⸗ ſtätten mit reichen Gärten von Obſtbäumen umgeben, und durch eben won Alleen verbinden wird.
Es iſt nur der erſte Verſuch, deſſen Schwierigkeit beſeitigt, wozu er⸗
muthigt werden muß. 9 jd nom
59
Einiges über meine letzte Reife nach Neu⸗Granada.
„ Von Guſtav Wallis. Schluß
Anmöglich kann ich hier eine vollſtändige Aufzählung all des Gefundenen geben, ohne mich an Ihrer, wie an der Geduld des Leſers zu verſündigen. Ich beſchränke mich daher nur auf das Intereſſanteſte, was ich nach dem Gedächtniſſe aus der über 350 Nummern tragenden Liſte, wovon ca. 250 auf Frontino fallen, zu geben im Stande bin.
In erſter Reihe galt es dann einer maſſenhaften Einſammlung der ſchon genannten Orchideen, nämlich: Odontoglossum vexillarium, Cattleya Gigas und Cattl. Dowiana 5, denen ſich die Houlletia odoratissima mit einer neuen, ſchönen gelben und auch einer roſafarbenen Varietät anſchloß. Die geſammelten Cattleya laſſen nach Verſchiedenheit ihrer Standorte und Anſehen wohl noch 3 neue Arten vermuthen.
Doch folgen Sie mir gleich hinauf auf die kälteren Höhen von Portachuelo und Pen itas, und wieder hinab über Paramillo nach dem Carauata⸗Strom, um jo in das Murri-Thal zu gelangen, wo ich meine beſten Erfolge erzielte.
Niemals, möchte ich behaupten, durchſchritt ich einen üppigeren und zugleich lohnenderen Pflanzenwuchs, als auf dieſem, allerdings in hohem Grade beſchwerlichen, halsbrechenden Gebirgsübergange.
Schon auf dem Wege durch die Niederungen bis zum Fuß der Berge ſammelte ich mehreres Neue und Intereſſante, wie Farne, Gesneriaceen, Aroideen ꝛc., doch erſt auf der Höhe ſollte ein gänzlicher Umſchlag der Vegetation beginnen, die ſich nun wirklich ganz zauberhaft geſtaltete. Schien es mir doch faſt, als wolle die Natur für die mühevollen Strapazen doppelten Dank zollen!
eiterhin wurde mir die Ueberraſchung zu Theil, mehrere ganz neue Masdevallien, der Masd. chimaera verwandte Arten, zu erblicken; im Ver⸗ laufe der Reiſe brachte ich es auf etliche 20 Repräſentanten dieſer Gattung. Dieſer Fund mußte mir um ſo willkommener ſein, als ich ja früher ſchon das Glück gehabt hatte, die ächte Masdevallia chimaera zuerſt lebend in Europa, und zwar bei Herrn Linden einzuführen, und auch, daß dieſe in
Rede ſtehende Art nun dem Kalthauſe zu Gute komme. Auch die lieblich blühende Masd. Houtteana entzückte mich durch niegeahnte Schönheit.
In dichtem, mantelartigem Gehänge, aus welchem Tauſende der freund⸗ lichen Blüthen, gleichſam neckend und ſpielend hervorlugten, hatte ſie hohe Eichſtämme, vom Fuß bis zur Krone überzogen. Hätte ich nur gleich hundert Hände gehabt, um dieſen Schatz in Maſſen einſammeln zu können! Hier fand ich auch eine fleckenfreie Varietät, die ich übrigens für den Typus anſehen muß, da, mir wenigſtens, die punktirte Art ſehr ſelten vorkam. Auch das ſo viel bewunderte Odontoglossum vexillarium zeigte ſich hier, nachdem ich ſchon bei meinem erſten Beſuche (1868) ſo glücklich geweſen war, es in den Wäldern um den Cerro de Frontino dem Dunkel zu ent⸗ reißen, das noch über daſſelbe herrſchte.
60
Es folgen nun nebſt vielen anderen nach und nach eine Böllea, Stenia,
Pescatorea; eine durch ſchöngezeichnete Blätter ſehr auffallende Solanee; diverſe Begoniella, von welchem neuen Genus ich an 10 verſchiedene Formen überbrachte; ein kletternder, fächerblüthiger Cyclanthus; zwei, je’ in ihrer Art gleich intereſſante Zamia, eine kalte und eine gemäßigte, und beide beſonderer Erwähnung werth. Die erſtgefundene ſtammt aus einer Höhe von 7— 8000“ und bildet ſtarke, 3—4 hohe Stämme. Die regelmäßige ſchöne Krone beſteht aus großen, ſanft überneigenden Blättern, deren Foliolen eine dunkle, glänzende Farbe haben. Es wird dies dieſelbe ſein, die Roezl im Jahre zuvor in dem gleichen Staate, und zwar auf dem Cerro de Frontino geſammelt hat.
Die zweite, der temperirten Zone angehörende Zamia, iſt eine ſonderbare Erſcheinung in der Reihe aller ihrer Verwandten; nur ein Blatt treibt aus der ſtengelloſen, eine ſtarke Knolle in der Erde bergende Pflanze; und wie ſeltſam die einzelnen Foliolen! ſie ſind rautiſch-rund, von ungewöhnlicher Breite (ca. 6—8“ bei 1“ Länge), mit gleichſam zuſammengeſchnürter Baſis (dem Stiele) verſehen. Dieſe breiten Blattſtücke eigneten ſich vortrefflich als Fächer gegen die, bergab immer mehr zunehmende Wärme, wie auch
als Wedel zum Feuermachen. Das Blatt iſt von außerordentlich ſtarker Textur, dickgerippt und hat das Ganze faſt das Gepräge einer Stangeria, oder beſſer geſagt, eines antideluvianiſchen Pflanzengebildes.
Hatte ich zwei gänzlich verſchiedene Zamien, ſo ſchnell, im Verlaufe weniger Stunden entdeckt, ſo ſchmeichelte ich mir auch einer dritten, wiederum
verſchiedenen, in der warmen Niederung wenigſtens theilhaftig zu werden. Dieſe Vermuthung hat denn auch, ſo unbeſcheiden und gewagt ſie erſcheinen mag, bald ihre Beſtätigung gefunden; denn ſchon am nächſten Tage ſollte mir dieſer vorausgeſehene Fund in einer wirklich warmwüchſigen Species zu Theil werden. Dieſe kommt der erſtbeſchriebenen Art nahe, doch läßt ſich Genaueres nicht angeben, indem ich nur ganz junge Exemplare erhielt.
Bei Gelegenheit der breitfiedrigen Zamia ſchlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Unmittelbar um dieſelbe herum wuchs ein merkwürdiges, niedriges Anthurium (mit dem Charakter eines Piper), das ich zu Ehren der Herren Veitch benannte. Die herzförmigen, ſehr krauſen Blätter gereichen der Pflanze zur Zierde und wird dieſelbe als Blattpflanze ſich bald Eingang verſchaffen. Wie raſch Eins dem Andern folgte, Glück über⸗ haupt im Zuge war, ſo ſollte nun auch in Anthurien ein Trio zu Stande kommen! denn nicht lange währte es, ſo fiel mein Blick auf die ſchönen Sammtblätter einer andern, aber baumwüchſigen Art. Die Dritte prangte in ganz eigenthümlich feierlichem Schmucke, der ſich ohne Zeichnung nicht leicht beſchreiben läßt. Durch das lange, bandförmige, doch aber ſpitz ver- laufende Blatt ziehen ſich 2 Reihen, dicht auf einander folgender Halb⸗ monde — ein ſchnurriges Spielzeug der Natur! — ſo ſollte man aus⸗ rufen! Der Anblick iſt um ſo bizarrer, als die zahlreichen Blätter in un⸗ gewöhnlicher Weiſe ſtraff herabhängen und dadurch mit der ganzen Umgebung ſcharf contraſtiren. u
Doch überſpringen wir abermals Mehreres und verſetzen wir uns gleich ö
61
an das Ufer des mächtig dahinſtrömenden Carauata, um, während die wildbrauſenden Wogen uns ein gebieteriſches „Halt“! entgegenrufen und zu unwillkührlicher Raſt auffordern, Recapitulation über das neuerdings Ein⸗ geſammelte vorzunehmen! Ganz ſo machte ich's, mit Beute ſchwer beladen, ja auch, wo zugleich die müden Glieder den Dienſt verſagten! Die ſchwankende Brücke da vor den Augen, — welch' ein Schreckniß! — 3 zitternde Bambusrohre, ſo lang ſie nur eben der Wald zu liefern vermochte, leiten wohl vom Fels zum Fels aufs jenſeitige Ufer hinüber, doch mahnten ſie, ohne jegliche Stütze, ernſtlich genug zu vorangegangener Erholung, um Muth und Kraft zu dem gefährlichen Uebergange zu ſchöpfen!
Die Farnen zunächſt haben reichen Zuwachs erhalten; ich hebe hier als ſeltſam und culturwürdig eine niedrige, am Boden hinkriechende Marattia hervor. Unter Orchideen find als nennenswerth zu bezeichnen: zwei Pes⸗ catoreen, mit pelzig begriffelter Lippe; Huntleya, Batemania, Chondroı - hyncha. Auch Blattpflanzen ergaben wieder Mehreres, wie z. B. ein Alloplectus; eine Aroidee; ein durch Habitus wie Blattcolorit gleich aus⸗ gezeichneter Piper; vor Allem aber ein neuer Cyclanthus, mit ſeltſam aus⸗ geſchweiftem Blatte, das tiefgeſpalten in 2 Hälften getheilt, ganz die Geſtalt eines Schmetterlings repräſentirt, jedenfalls eine phantaſtiſche Blattform! ferner eine warm zu cultivirende Varietät der Tillandsia musaica, deren Stammform weiter unten gedacht werden wird. Die Aufzeichnung der Palmen würde ein beſonderes Capitel erfordern und befindet ſich das Material bereits zu näherer Feſtſtellung in Händen des Palmanologen H. Wendland in Herrenhauſen.
Doch greife ich aus der Menge Folgende heraus: Eine niedrige, dünn⸗ ſtämmige Palme mit großen, wenig getheilten, ſtachlichen Blättern, nach Art der Verschaffeltia. Es gelang mir, trotz hoher, ausgebotener Prämien (5 Peſos — Thaler — für eine einzige der ſchwachen Samenrispen) nur 2 Korn zu erlangen, und dieſe ſelbſt verdanke ich eigenem Finderglück. Möchten ſie nur gedeihen! Ueberraſchend, maleriſch iſt der Anblick eines neuen hocherhobenen Dictyocaryon, welches, wenn nicht ſchöner noch, mindeſtens ebenſo ſchön, wie das gleichfalls von mir entdeckte D. Wallisi iſt. Es ſtrebt über 100 Fuß hinan, und bilder fein Stamm in etwa / der Höhe eine ſanfte Anſchwellung, nach Art der Iriartea ventricosa. Auch die Iriarteen liefern Verſchiedenes, wie großblättrige Deckeria, Wettinia, Catablastus etc.
Mauritia armata — eine gewiß ſeltene Erſcheinung im weſtlichen Süd— amerika — begegnete mir nun ſchon zum 2. Male auf neugranadiſchem
Boden; früher nämlich bei Buenaventura, wo ſie in der Nähe der Küſte wächſt. Auch im Murri⸗Thale bildet fie, ihrer Gewohnheit getreu, geſellige Vereine auf ſchwer zugänglichem Sumpfboden. Das Schönſte von Palmen, für die Cultur zugleich Geeignetſte, möchte eine niedrige Geonoma, mit dem Character einer Chamaedorea ſein, ihre jüngeren Blätter ſind, ähnlich wie bei Geonoma Zamorensis, roth, je nach dem Stadium der Entwickelung bald heller, bald dunkler gefärbt.
Aus dieſen vereinzelten Angaben mag die Reichhaltigkeit der Murri⸗ Expedition genügend hervorgehen. Wenden wir uns nun den Reſultaten
62
anderer Ausflüge in ebenfalls gedrängter Ueberſicht zu, fo erhalten wir vor⸗ zugsweiſe folgende Pflanzen:
Eine dem Selenipedium longifolium, oder auch S. Roezli verwandte neue Art aus 4000“ Erhebung, ſie unterſcheidet ſich von den beiden genannten äußerlich beſonders durch ſtarken, faſt verholzten Wuchs und die am Stamme gerötheten Triebe.
Ein anderes Selenipedium bietet wiederum ſeinerſeits auffallende Aehn⸗ lichkeit mit 8. Schlimii, doch hat meine Pflanze den großen Vorzug voraus, nicht allein aus kalter Höhe zu ſtammen, ſondern auch durchweg ſtärker zu ſein. Die Blumen indeſſen ſind zu größter Täuſchung mit denen der 8. Schlimii übereinſtimmend. Das Blatt iſt dunkel, und erſcheinen die Blumen zahlreich, zu 5—8 auf einem Schafte. Fpidendram SP. nov., eine der ſchönſten ihrer zahlreichen Genoſſenſchaft, und ganz berufen zu beweiſen, daß der Name nichts zur Sache thut. Wie wenig Anklang vermochte noch dieſe Gattung in der Cultur ſich zu erwerben; recht ſpärlich in der That ſehen wir nur gewiſſe Arten durch beſondere Schönheit oder Blüthenfülle ſich auszeichnen! Alle aber möchten hierin durch dieſe neue Art übertroffen werden, deren großen, wachsartigen, langandauernden Blumen im ſchönſten leuchtenden Gelb prangen, und häufig noch durch Karminflecke geziert ſind. Eine beſondere Eigenthümlichkeit beſteht bei dieſer Pflanze noch darin, daß, jemehr die Blumen einer Pflanze mit den beſagten rothen Tupfen oder Strichelchen gezeichnet waren, um ſo ſtärker war auch deren Geruch, der, — das muß ich gleichfalls bemerken — nur in ſeinem geringeren Maße an⸗ genehm war, in höherer Potenz indeſſen, für feine Naſen wenigſtens, ähnlich wie beim Reſeda, leicht etwas Widerliches, Betäubendes annimmt und dann mit Moſchus etwa zu vergleichen iſt. Dies ide en iſt kalt zu behandeln.
Von Oncidien und Odontogloſſen, die ſelten RR" größeren anden Explorationen fehlen, hebe ich folgende hervor: i
Odontoglossum luteo-purpureum in einer rieſigen Varietät, aus 10 vis 11000 Fuß Höhe und mit Knollen bis zu ½ Kilo und darüber ſchwer.
O. triumphans 2
O. coronarium
Oncidium Warscewiczii
‚ie eine Varietät, ebenſo von
je eine ſchöne Spielart, beſonders aber erſteres
„ at durch ſeine prächtige dunkle und gedrängt ” blühende Rispe ausgezeichnet. 95 Kramerianum 0 U gezeic
Peristeria spec. nov. mit reizend gezeichneten Blumen.
Auch brachte ich eine, der überall bekannten Peristeria elata wentiſch 8 ſcheinende, Pflanze von dort, welche nach den Ausſagen der wen nicht weiß, ſondern blau! blühen ſoll. |
Von Aroideen verdient Mehreres Erwähnung; vor Allem aber macht hier eine neue Spielart des Philodendron Lindeni herrliche Front, durch ihren hochgelegenen kalten Standort ſowohl, wie durch ihr reiches Colorit ſich empfehlend. Außer dieſer ſind noch drei Arten, oder Varietäten, von
63
Aglaonema intereſſant N ihren lebhaft an Ficus elastica erinnernden Habitus.
Unter Bromeliaceen 2 gute Einführungen; von denen die eine durch ſchönen, compacten, walzlichen Blüthenſtand ſich auszeichnet; die brennend rothe Farbe ſowohl, wie die Anordnung der dichtgedrängten Bracteen, geben dieſer Inflorescenz das Ausſehen eines Federbuſches.
Die eine iſt eine Pitcairnia mit unterſeits filzig⸗weißen Blättern; ſie zeichnet ſich auch noch durch gedrungenes, buſchiges . aus; Beide entſtammen Höhen von 5— 7000 Fuß.
Verſchiedene Baumfarne, worunter einer mit zierlichem, nur fingerdicken Stamme. Mehrere, durch Blattcolorit ſich hervorhebende Melaſtomaceen, Gesneraceen x. c.
Eine Eigenthümlichkeit der um Frontino liegenden kälteren Gebirgs⸗ ſtriche iſt die, daß daſelbſt Pflanzen wachſen, welche wir bisher nur aus warmen Climaten ſtammend kannten, was der Leſer aus der Aufzählung vorſtehender Pflanzen wohl erſehen haben wird, ohne hier noch beſonders darauf aufmerkſam machen zu müſſen.
Ich habe nun noch in kurzem Auszuge eine Reihe von intereſſanten Neuheiten anzuführen, die ich auf verſchiedenen, während der Hinreiſe unter- nommenen Excurſionen geſammelt habe und welche, wenn auch ſchon in früheren Jahren von mir entdeckt, bedeutend zur Erhöhung der Reſultate meiner Reiſe beitragen. Mit Ausnahme der drei letzten kamen nachſtehend verzeichnete Pflanzen ſämmtlich in den Jahren 1868 und 1872 durch mich in Herrn Linden's Beſitz. Viele derſelben dürften daher den Leſern zunächſt aus deſſen „Illustration horticole“ bekannt geworden fein. Da ich indeſſen bei keiner dieſer Pflanzen als deren Finder genannt worden bin, ſo werde ich zur Feſtſtellung von Thatſachen, die Namen mit Angabe des Fundortes wie auch mit einem Hinweis auf Lindens Illustration. begleiten. Die mit fetter Schrift gedruckten Pflanzen find in der Dlustration abgebildet.
Name der Pflanze. | Fundort. IIlustr. hortic. Maranta hieroglyphicea San Carlos XX. S. 63. Curmeria pieturata bei Aguas claras XX. S. 45.
dto. in violetter Spielart desgl. desgl. Anthurium erystallinum Narifio XX. S. 87 1 floribundum Aguas claras XXI. S. 24. N 7 Varietät desgl. Cyrtodeira fulgida m Cafloas XXI. S. 107.
Heliconia spec. nov. mit prachtvollemſzwiſchen San Carlos Sammtcolorit, untere Seite violett): und Pefiol
Alloplectus spec. nov. Nariio
Calathea nigro-costata Aguas claras XX. S. 180. ue „ nden 129 Auf beiden
Blattflächen f
N 13 W A podard doi re e
64
Dieffenbachia spec. von ſehr gedrunge⸗Ocaſia und Nare. nem Wuchſe, mit faſt kreisrunden Blättern mit kräftigem Mittelnerv.
Bromeliaceae, Habitus einer großblätt⸗ 1 un rigen Achmea, mit ſehr harten, me Amalfi tallartig glänzenden Blättern.
Palicourea spec. prächtig goldnetzadrig Guadalito
575
Masdevallia nycterinia “) Diſtrikt von Sana XX. * 25. In ar chimaera Narifio 2 4. desgl. andere
Pourauma edulis Canoas Nariiio Gustavia Theophrasta Nare Cecropia frigida Diſtrict von Sonſoe Urtica spec. mit vielfach blaſig auf- Canal de Lobo getriebenem Blatt, auf der Unter⸗
ſeite violett; auch eine gleichfarbige
hiervon Sabal spec. Manizales Campylobotris spec. eine reizende
Pflanze, durch rippige Erhöhungen
in dem ſammetſchillernden Blatte
ausgezeichnet. Tropaeolum spec. als Blattpflanze von
großem Effekt. Epidendrum spec. ähnlich dem E.
Catillus, aber gedrungener und zier⸗
licher blühend Spatiphyllum spec. rieſenhaft ſehr de⸗
corativ Aphelandra faseinator Jenſeits Canoas XX. S. 42. 1 spec. nov. desgl. nn
Tillandsia musaica; in Gardener's Teocama u. Murrf www
Chronicle abgebildet? | 20 Bignonia spec. buntblättrig Nare Drymonia spec. San Carlos Philodendron daguense?) oberhalb San Carlos XX. S. 12 Acanthorhyza sp. die Unterſeite der Iſthmus von Pa-
Blätter ſchön weiß. Bei Veitch nama
in London abgebbar Eine Fächerpalme von ſchlankem Wuchs, Aus dem Staate
ſtachellos, vermuthlich eine neue Gattung, Santander | Lisianthus princeps “) Diſtrikt Ocalla. 1 a
Anmerkungen: 1. Die fälſchlich von Linden gebrachte abb
(XX. S. 25) bezieht ſich auf Masd. nycterinia Rchb. fil. Die ächte Masd. chimaera blühte in England bei Mr. Edwin G. Wrigley, Brodoaks,
89
65
Lancaſhire; die Pflanze wurde auf der Auction in Linden's Etabliſſement erſtanden. Obwohl früher (18 71) von Roezl entdeckt, gelang es erſt mir, ſowohl dieſe, wie BR Masd. Nycterinia 1872 bei Herrn Linden lebend einzuführen. sid
2) Es geht diescr ſchönen Pflanze wie ſo vielen ſeltenen Neuheiten, daß Ki ſich langſam, dann aber um ſo ſicherer verbreiten. Nachdem ich die Stammform von Teorama ſchon im Dezember 1867 entdeckt und im Frühjahr 1872 wiederholt eingeführt hatte, wurde mir die Freude zu Theil ſie nach wenigen Monaten in einer anderen, ſehr entfernten Gegend, jedoch in einem wärmeren Clima, wieder aufzufinden. — Eine dritte, hierher zu rechnende, aber ungleich ſchöner und größere Pflanze, ein wahres Pracht⸗ und Schauſtück, hatte ich ſchon im Jahre 1864 in den Hochgebirgen entdeckt. Leider iſt dieſelbe aber noch nicht lebend eingeführt.
3) Es bleibt abzuwarten, ob und in wiefern die neuerdings hier, und zwar von verſchiedenen Localitäten aufgefundenen Pflanzen von der ur⸗ ſprünglich am Dagua⸗Fluſſe entdeckten abweichen. Das Erſcheinen dieſer ſtattlichen Pflanze entzückte mich ſtets ſo, daß ich bei jedem neuen Exem⸗ plare glaubte, die früheren an Schönheit übertroffen zu ſehen. Rechne ich noch einige Standorte in Peru und Ecuador hinzu, ſo habe ich ſchon zum ſechſten Male die Freude dieſes herrlichen Fundes erlebt. Die Pflanze nimmt jedenfalls mit der Temperatur eines Kalthauſes vorlieb.
4) Dieſer herrlich ſchöne Strauch ſcheint äußerſt difficil zu ſein, um ihn in lebenden Wurzelſtücken überſenden zu können. Mehrfache Verſuche verſchiedener Reiſenden mißglückten. Seit Jahren hat man vergeblich auf die Einführung dieſer Pflanze gehofft; bis nun endlich die von mir an Herrn Veitch geſandten Samen gekeimt ſind. Sollten indeß die Pflänzchen ſich nicht lebend erhalten, ſo wäre wohl jede fernere Hoffnung, dieſe Pflanze bei uns cultiviren zu tönen vergeblich.
InIarınek 15111. Di am
neh a Ueber einige ſehr ſchöne Clömatig-Barietäfe.
10 Meum anch ſchon zu werſchiedenen Malen in der Hamb. Gartenztg. auf die Schönheit und den Werth der ſo herrlichen Jackman'ſchen Clematis- Varietäten hingewieſen und deren häufigere Verwendung empfohlen worden iſt, ſongiebt uns doch eins der letzterſchienenen Hefte der Flore des Serres von Van Houtte Veranlaſſung einen Nachtrag zu liefern, indem in dem genannten Journale fünf Varietäten beſprochen worden, die ganz beſonders zu empfehlen ſind, nämlich:
Clematis marmoräta Jacki. Dieſe ſchöne Varietät hat den Wuchs der Cl. Viticella venosa und ihre hängenden Blumen haben auch faſt die gleiche Größe wie die der C., Viticella, die 4 breiten ſehr zurückgeſchlagenen Blumenblätter ſind 13 5 venfarben, haben dreifache Mittelſtreifen und er— Aang durch wei Adern marniorirt
2. Cl. ru bella 1 iſt einer der beſten Supre dieſes berühmten BR e ohne Unterbrechung vom Juli bis zum Eintritt des Froſtes blüht. Er gehört zur Abtheilung der wahren Cl. Jackmani, dem fie ein
Hamburger Garten⸗ und Blumenzeitung. Band XXXI. 5
66
würdiger Compagnon ift, und zu der Kategorie von Varietäten, deren mitt- lere Parthie der Petalen, mit jener ſatinirten Weinhefenfarbe, welche unter anderen Cl. rubro=violacea, Prince of Wales etc. auszeichnet. Sie treiben unaufhörlich